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Steht kurz vor dem Abriss: die alte Villa am Leeberg. Sie wurde im Jahr 1860 errichtet und stand sogar kurzzeitig unter Denkmalschutz. 

Drei Mehrfamilienhäuser am Leeberg geplant

Tage der alten Villa sind gezählt

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Das große Grundstück an der Froumundstraße, auf dem eine alte Villa steht, ist ein begehrter Bauplatz. Lange tat sich nichts, jetzt scheinen die Tage der Villa gezählt.

Tegernsee Die alte Villa thront an der Leebergkuppe, direkt gegenüber der Orthopädischen Klinik. Das Gebäude an der Froumundstraße stammt aus dem Jahr 1860 und stand ab 1992 sogar unter Denkmalschutz. Aufgrund der schlechten Bausubstanz verlor es seinen Schutzstatus aber wieder. „Seit den 1990er-Jahren ist bekannt, dass das alte Gebäude mit Wohngiften wie Lindan verseucht ist“, weiß Birger Nemitz, Sprecher des Landratsamts Miesbach, auf Nachfrage.

Die Besitzer wechselten zuletzt mehrmals. Bis 2005 reihte sich der Teppich-Importeur Mouhammad Abousaidy in die Liste ein. Er zählte damals zu den schillernden Personen am Tegernsee, die rundum ihre Spuren hinterließen. Abousaidy musste jedoch verkaufen, und so wurde der Rottacher Immobilienhändler Wolfgang Bötsch der nächste Besitzer. Bötsch investierte viel Geld in die Planung für eine Premium-Wohnanlage mit drei Mehrfamilienhäusern, bekam 2010 sogar die Baugenehmigung vom Landratsamt. Die Kreisbehörde stimmte auch dem Abriss zu. Realisiert wurde das Vorhaben aber nicht. Zudem bekam es Bötsch mit dem Bayerischen Verwaltungsgericht zu tun, weil ein Nachbar-Ehepaar den Bau mit allen Mitteln verhindern wollte. Es warf der Kreisbehörde sogar Fehler bei der Genehmigung vor – allerdings ohne Erfolg.

2014 wurde ein Walter Morsch als neuer Käufer gehandelt. Er stellte einen neuen Antrag bei der Stadt. Das Geschäft kam aber nicht zustande.

Jetzt schlug wieder eine neue Besitzerin bei der Stadt auf: die KAWO Projektentwicklungs GmbH aus Hügelsheim bei Baden-Baden. Sie hat das Areal inzwischen von Wolfgang Bötsch gekauft und bestätigt dies auch gegenüber unserer Zeitung. Die Vermarktung der einzelnen Wohnungen kündigt sie für diesen Herbst an. Ein Rottacher Immobilienbüro, dessen Geschäftsführer wiederum Wolfgang Bötsch ist, wird als Vertriebspartner genannt.

Bei der jüngsten Sitzung des Bauauschusses lag ein überarbeiteter Antrag zum Bau von drei Mehrfamilienhäusern mit Tiefgarage auf dem Tisch. „Die wollen anfangen“, wusste Bürgermeister Johannes Hagn (CSU).

Die Änderungen waren nicht gravierend: In einem Haus ging es im Wesentlichen um die Verlängerung der Balkone im Obergeschoss und die Vergrößerung eines Wintergartens, im zweiten Haus um einen neuen Grundriss und einen größeren Wintergarten. Auch im dritten Haus wünscht der Bauherr längere und tiefere Balkone. In der Tiefgarage sollen 25 Autos Platz haben.

Die Mitglieder des Bauausschusses waren aus planungsrechtlicher Sicht mit den Änderungen einverstanden und fanden sogar, dass sie eine Verbesserung darstellen. Es war allen klar, dass eine Vergrößerung der Wintergärten mehr Wohnfläche und damit eine größere Gewinnspanne für den Bauherrn bedeuten würde. Letztlich war aber alles gesagt, der Tektur-Antrag wurde einstimmig befürwortet. Nun muss das Landratsamt noch seinen Segen geben, dann könnten die Tage der alten Villa tatsächlich gezählt sein.

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