„Uns geht’s blendend“: Johannes Rabl, Pächter des Lieberhofs (im Bild) und des Leeberghofs in Tegernsee.
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„Uns geht’s blendend“: Johannes Rabl, Pächter des Lieberhofs (im Bild) und des Leeberghofs in Tegernsee.

Johannes Rabl räumt mit Gerüchten auf

Leeberghof und Lieberhof in Tegernsee: Pächter weder insolvent noch auf dem Absprung

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Der Leeberghof und der Lieberhof in Tegernsee schüren derzeit die Gerüchteküche. Kein Wunder: Ersterer steht steht zum Verkauf, zweiterer wird in einem Insolvenzverfahren genannt.

Tegernsee – Seine beiden Höfe in Tegernsee sind derzeit noch geschlossen. Doch Johannes Rabl muss trotz des Lockdown-Stillstands einiges an Fragen beantworten. Sowohl der Lieberhof, als auch der Leeberghof stehen derzeit im Fokus der Öffentlichkeit. Kein Wunder: Ersterer steht zum Verkauf, zweiterer wird im Zusammenhang mit einem Insolvenzverfahren genannt. Rabl, der die beiden Betriebe mit seiner Latona Hotels & Restaurants GmbH führt, gibt immer dieselbe, beruhigende Antwort: „Es bleibt alles beim Alten, wir machen weiter.“

Als „ein Stück Geschichte in Tegernsee“ vermarktet die Makler der Kensington Finest Properties International den Lieberhof am Anstieg zur Neureuth. Für den „ehemaliger Klosterhof mit einer jahrhundertelangen Historie“, der 1650 erstmals urkundlich erwähnt wurde, ist auch ein stattlicher Preis aufgerufen: 13 Millionen Euro. Als Kaufargument wird auch der nach vielen Debatten genehmigte Bau eines weiteren Gästezimmertrakts mit Tiefgarage in Aussicht gestellt.

So weit, so gut. Es ist aber wohl vor allem ein Satz im Exposé, der die Gerüchteküche in Tegernsee befeuert: „Nutzen Sie diese einmalige Gelegenheit und führen Sie als erfolgreicher Gastwirt die Geschichte des Lieberhof fort!“ Braucht das Traditionshaus also auch einen neuen Betreiber? Rabl schüttelt überrascht den Kopf. Er habe 2018 einen Pachtvertrag über 20 Jahre unterschrieben. „Ich gehe davon aus, dass auch hier der alte Grundsatz ,Kauf bricht Miete nicht‘ gilt“, sagt er. Wenn also tatsächlich ein neuer Eigentümer komme (was sich Rabl beim aufgerufenen Preis aktuell nicht wirklich vorstellen kann), „dann kriegt er mich im Paket mit dazu“. Er selbst habe übrigens auch Kaufinteresse signalisiert, sein Gebot liege allerdings deutlich niedriger. „So was muss schon wirtschaftlich sein“, sagt Rabl.

Stadt Tegernsee hat Vokaufsrecht für Lieberhof

Gar ein Vorkaufsrecht hat bekanntlich die Stadt Tegernsee für den Lieberhof. „Die Satzung gilt nach wie vor“, sagt Bürgermeister Johannes Hagn auf Nachfrage unserer Zeitung. Demnach müsse die Stadt aber nur den Schätzwert der Immobilie bezahlen und keinen „Fantasiepreis“. Aktuell sieht der Bürgermeister aber ohnehin keinen Handlungsbedarf. Auch die gastronomische Nutzung des Lieberhof sei mittels eines Sondergebiet Tourismus gesichert. „Daran wird sich auch nichts ändern“, betont Hagn.

Leeberghof nicht insolvent

Und die Gerüchte um die Insolvenz des Leeberghofs? Hier bitten Rabl und auch Insolvenzverwalterin Christina Siegert alle Neugierigen, die Bekanntmachung des Amtsgerichts Wolfratshausen ganz genau zu lesen. Tatsächlich sei gegen die Hotel Leeberghof GmbH ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Dabei handle es sich aber um die Firma von Rabls Vorgänger Helmut Huber, der den Betrieb bereits im Juli 2017 an die Latona Hotels & Restaurants GmbH übergeben hat. „Die alte GmbH wird meines Wissens nun liquidiert“, sagt Rabl. Mit ihm habe all das nichts zu tun. „Uns geht’s blendend.“

Freilich belastet der Lockdown auch Rabl und sein Team. Man sehe aber Licht am Ende des Tunnels. Zahlreiche Gäste würden bereits für Reservierungen in der Sommersaison anfragen. „Ab Mai beginnt für uns die wichtigste Zeit, da fressen wir uns den Winterspeck an.“ Folglich spricht sich der Pächter auch gegen eine verfrühte Öffnung mit dann eventuell erneuter Schließung im Sommer aus. „Es dauert zwei Wochen, bis wir den Betrieb hochgefahren haben. Dann muss es aber auch wirklich laufen.“ Jetzt nur auf die Außen-Gastro zu setzen, ist Rabl zu riskant. „Dann schneit’s an Ostern und alles war umsonst.“

sg

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