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Wurden ohne Genehmigung für Belichtung eines Fitnessraums gebaut: zwei Lichttunnel an den Wohnhäusern an der Froumundstraße.  

Rätselhafte Lichtschächte an Wohnhaus illegal gebaut

Bunker mit Schießscharte sorgt für Aufregung

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Zwei Lichttunnel, die aussehen wie Schießscharten, die aus einem Bunker ragen: Seltsam, was da in Tegernsee gebaut wurde. Und das ganze auch noch illegal.

Tegernsee - „Schießscharte“, „Bunker“ – die Mitglieder des Tegernseer Bauausschusses waren nicht zimperlich mit ihren Formulierungen, als sie in der jüngsten Sitzung über einen seltenen Fall diskutierten. Es ging um die exklusive Wohnanlage an der Froumundstraße 4 und 6, oberhalb der Leebergkuppe. Bei einer Schlusskontrolle der noblen Bauten mit exklusiven Eigentumswohnungen hatte das Landratsamt entdeckt, dass die Bauherren zu höchst einfallsreichen Mitteln gegriffen hatten, um Licht in den Keller zu bringen. Anstelle von zwei Kellerfenstern mit senkrecht darüber liegenden Lichtschächten, wurden zwei jeweils 1,60 Meter breite „Lichttunnel“ in den Hang gebaut. Die Fenster selbst liegen dabei fast vier Meter tief im Hang. Wie Bauamtsleiterin Bettina Koch erklärte, sollen diese Tunnel für mehr Licht in Fitnessräumen sorgen, die sich unterirdisch am Hang in einem Zwischenbau befinden. „Angeblich wurde das von den Käufern der Wohnungen so gewünscht“, meinte Koch.

Neue Satzung zu Kellerfenstern

Eine Schwierigkeit bei der Abwägung bereitete dem Bauausschuss zunächst die Tatsache, dass Tegernsee erst 2016 seine Gestaltungssatzung geändert hatte, die Häuser aber schon davor beantragt und gebaut waren. Die Satzung besagt heute, dass Keller nicht freigelegt werden dürfen. „Können wir die neue Satzung rückwirkend anwenden“, fragte Thomas Mandl (SPD). Das muss die Stadt garnicht. Es stellte sich nämlich heraus, dass die Lichttunnel entgegen der Planung, also illegal gebaut wurden. Die städtische Satzung spiele somit keine Rolle. Für Andrea Köstler (FWG) und ihren Fraktionskollegen Peter Hollerauer war klar: „Das kann man nicht genehmigen.“

Die Entscheidung lag auf der Hand: Einstimmig wurde die nachträglich eingereichte Tektur für die beiden Lichttunnel abgelehnt.

Der Bauherr muss sich jetzt eine Lösung für den Rückbau der Betonbauten einfallen lassen. 

gr   


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