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Lkw-Bergung war selbst für Profis eine Herausforderung

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Von: Christina Jachert-Maier, Gerti Reichl

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Mit Seilwinden und Spezialkränen wurde der verunglückte Lkw am steilen Abhang geborgen werden.
Mit Seilwinden und Spezialkränen wurde der verunglückte Lkw am steilen Abhang geborgen werden. © Thomas Plettenberg

Am Freitag (5. August) stürzte ein mit Zement beladener Laster in Tegernsee einen Abhang hinunter. Jetzt fand die Bergung statt. Sie war knifflig, ist aber geglückt.

Tegernsee – Diese Bergung war selbst für Firmen wie das traditionsreiche und erfahrene Irschenberger Abschlepp-Unternehmen Waldschütz eine Herausforderung. Am Freitagnachmittag (5. August) war an der Bodenschneidstraße in Tegernsee-Süd ein mit fünf Tonnen Zement beladener Lkw einen Abhang hinabgestürzt. Das Unglück war passiert, als der 35-jährige Fahrer an einer Baustelle seinen Laster entladen wollte.

Durch das Absenken der Hinterachse hatte der Lkw mit den Vorderreifen den Grip auf der Straße verloren. Der Fahrer selbst blieb glücklicherweise unverletzt, weil er sich zum Zeitpunkt des Unglücks bereits außerhalb des Fahrzeugs befunden hatte.

Nachdem die Feuerwehr Tegernsee bereits am Freitag auslaufende Betriebsstoffe gebunden, den beschädigten, mit 200 Litern Inhalt beladenen Dieseltank leergepumpt, den durch das Grundstück laufenden Bergbach mit Ölbindemitteln und Ölsperren abgesichert sowie vorsorglich Ölsperren im See errichtet hatte, fand am Dienstag die aufwendige und sorgfältig übers Wochenende geplante Bergung des verunglückten Lkws durch die Firma Waldschütz statt.

Lkw stürzte in Tegernsee den Abhang hinunter: Fünf Tonnen Zement müssen vor der Bergung entladen werden

„Weil die Böschung dort sehr steil ist und wir mit dem üblichen schweren Gerät, das wir haben, nicht dort rauffahren können, haben wir das Technische Hilfswerk Miesbach zur Unterstützung geholt“, berichtet Christian Waldschütz. Den ganzen Vormittag seien die Helfer – fünf Mann der Firma Waldschütz und 15 Mann vom THW Miesbach – zunächst mit Vorbereitungen beschäftigt gewesen. Die Böschung musste zunächst freigelegt und die fünf Tonnen Zement entladen werden. Dann, so berichtet Waldschütz, musste eine Rampe aus Holz gebaut werden, auf die der Laster gekippt wurde.

Verunglückter Lkw in Tegernsee: Seilwinden ziehen ihn zurück auf die Straße

Erst dann begann der heikelste Teil der Aktion. Mit Seilwinden musste der Truck den Hang hinauf gezogen werden – eine Mammutaufgabe, die bis zum Abend andauerte – dann aber erfolgreich geklappt hat. „Dank viel Manpower“, fügt Christian Waldschütz hinzu. Oben auf der Bodenschneidstraße angekommen, konnte der Lkw schließlich auf einen Schleppwagen gehievt und abtransportiert werden. Mit vier Fahrzeugen war die Firma Waldschütz, mit fünf Spezialfahrzeugen das THW an der Bergung beteiligt. Auch die Feuerwehr Tegernsee musste ein zweiten Mal anrücken. „Vorsichtshalber, falls nochmal Flüssigkeiten ausgelaufen wären“, sagt Waldschütz, der die Bergung leitete. Er konnte nach der Aktion erst einmal durchschnaufen: „Alles hat zum Glück geklappt, wie geplant.“ Insgesamt war die Firma von 7 bis 19 Uhr mit der schweißtreibenden Bergung des Lkw beschäftigt. „Das war wirklich wahnsinnig aufwendig“, meint Waldschütz.

Der Sachschaden, der bei dem Unglück entstanden ist, dürfte beträchtlich sein, Waldschütz schätzt ihn auf „locker 100 000 Euro“. Der Lkw wurde stark demoliert und ist fahruntüchtig. Hinzu kommt der Schaden an Ladung und Brücke, zudem am steilen Hang-Grundstück, auf dem sich das Unglück abspielte.

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gr/jm 

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