Ein Familienunternehmen: Die Tegernseer Firma Loxxess wurde mit dem diesjährigen Logistik-Preis der European Logistics Association ausgezeichnet. Gründer Peter Amberger (r.) dankt dafür seinen Kindern und heutigen Führungskräften Claus-Peter Amberger und Christina Thurner. Diese geben das Lob an die Mitarbeiter weiter.
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Ein Familienunternehmen: Die Tegernseer Firma Loxxess wurde mit dem diesjährigen Logistik-Preis der European Logistics Association ausgezeichnet. Gründer Peter Amberger (r.) dankt dafür seinen Kindern und heutigen Führungskräften Claus-Peter Amberger und Christina Thurner. Diese geben das Lob an die Mitarbeiter weiter.

Begehrte Prämierung erhalten

Europäischer Logistikpreis geht nach Tegernsee: Gründer erzählt seine Erfolgsgeschichte

  • Jonas Napiletzki
    vonJonas Napiletzki
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Die Tegernseer Firma Loxxess erhält einen europäischen Logistik-Preis. Gründer Peter Amberger spricht anlässlich der Prämierung über den Aufbau seiner Firma mit 2100 Mitarbeitern.

Tegernsee – „Smile“ – so nennt sich das prämierte Logistik-Konzept von Loxxess. Und obgleich der Name eine Abkürzung für „smarte, innovative Logistik im E-Commerce“ ist und nichts mit dem englischen Wort für Lächeln gemein hat: Firmengründer Peter Amberger lächelt. Und er hat allen Grund dazu. Der gebürtige Ingolstädter wollte sich vor 25 Jahren am Tegernsee eigentlich zur Ruhe setzen. Dass er wenig später rund 2100 Mitarbeiter in einem Unternehmen beschäftigen wird, das heuer einen europäischen Preis gewinnt, ahnte der damals 49-Jährige nicht.

Gründer wollte sich eigentlich zur Ruhe setzen

Als Sohn von Peter Amberger senior, der vor 75 Jahren die gleichnamige Spedition in Ingolstadt gründete, war Amberger schon immer in der Logistik-Branche tätig. 1995 wollte er sich zur Ruhe setzen, verkaufte im Jahr davor seine Anteile an der LOG Sped – die ehemalige Spedition Amberger – die zwischenzeitlich fusioniert hatte. Auch sein 1995 gekauftes Unternehmen Trans-o-Flex verkaufte Amberger ein Jahr später – nach erfolgter Sanierung – an die Deutsche Post.

Für kurze Zeit sah es gemütlich aus im Leben von Amberger. „Ich habe seit 45 Jahren eine Bootshütte am Tegernsee“, sagt der Unternehmer. „Dort fand ich es schön – und habe ich mir ein Haus auf einem Ufergrundstück gebaut.“ Aber er habe schnell gemerkt: Den ganzen Tag Segeln, Golfen, Surfen oder Skifahren – „das ist nichts für mich“.

Loxxess ging aus dem Verteidigungsministerium hervor

Nachdem ihm sein Sohn riet, doch noch mal in die Logistik-Branche einzusteigen, kaufte sich der heute 74-Jährige kurzerhand die MDSG, ein Tochterunternehmen des Verteidigungsministeriums, und baute dieses Unternehmen zur Loxxess-Gruppe um. Heute blickt Amberger auf eine Erfolgsgeschichte zurück. Als Logistik-Dienstleister, beispielsweise für den Online-Vertrieb der Drogeriemarktkette DM, transportiert Loxxess Waren quer durch Europa. An 26 Standorten in Deutschland, Tschechien und Polen generiert die Firma im Jahr insgesamt rund 210 Millionen Euro Umsatz. In Tegernsee selbst arbeiten nur noch zwölf Mitarbeiter. „Wir sind dezentral organisiert“, erklärt Amberger, der seit 2016 auch wieder 50 Prozent Anteile an Trans-o-Flex hält.

Ambergers Kinder treten die Nachfolge an

Über den europäischen Logistik-Preis der European Logistics Association (ELA) für Loxxess freue er sich sehr. „Aber wirklicht verdient haben ihn sich meine Kinder.“ Amberger selbst ist mittlerweile Aufsichtsratsvorsitzender. Die Fäden im Unternehmen ziehen sein Sohn Claus-Peter Amberger als Vorstandsvorsitzender und seine Tochter Christina Thurner als Mitglied der Geschäftsleitung. „Beide haben in den vergangenen Jahren Mut, Innovation und Pioniergeist bewiesen“, lobt der Unternehmer.

Smile-Konzept überzeugte durch Effizienz

Claus-Peter Amberger und seine Schwester Christina Thurner geben sich in einem Brief an ihre Mitarbeiter bescheiden: „Ohne Ihren starken Einsatz dürften wir diesen wunderbaren Erfolg nicht feiern. Dafür möchten wir uns bei Ihnen allen sehr herzlich bedanken.“ Den Preis der ELA gewann Loxxess für ein Konzept, das Mensch, Künstliche Intelligenz und Automatisierung verbindet. Konkret können beispielsweise mittels einer Lageroptimierungs-Software der Firma Heureka Business Solutions optimale Touren – unter anderem bei Bestellvorgängen – geplant werden. „Das spart Zeit und Wege“, erklärt die Firma in einer Pressemitteilung. „Beworben haben sich viele große Konzerne“, sagt Peter Amberger. Es sei eine große Ehre, den Preis gewonnen zu haben.

Über das prämierte Konzept schreibt die Logisitik-Firma: „Mehr Flexibilität beim Mengenwachstum, vorausschauende Planung, effizientere Prozesse sowie eine wirksame Entlastung der Mitarbeiter“ sei das Ergebnis des Smile-Konzepts. Für Amberger ist dieser Erfolg ein neuer Ansporn – und der Beweis dafür, dass die Rückkehr in die Branche die richtige Entscheidung war.

nap

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