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„Eine wunderschöne Aufgabe“: Pastoralreferentin Maria Thanbichler beim Gottesdienst in der Tegernseer Pfarrkirche St. Quirinus.

Maria Thanbichler ist seit 25 Jahren Pastoralreferentin

„Was macht die Frau in Weiß am Altar?“

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Tegernsee – Maria Thanbichler (55) ist seit 25 Jahren Pastoralreferentin - und bis heute mit vollem Herzblut. Aber manches tut auch weh. Etwa, wenn man sie Möchtegern-Priesterin nennt.

Vor Kurzem erst hatte Maria Thanbichler ihr Jubiläum. Vor 25 Jahren wurde sie als Pastoralreferentin ausgesandt. Da lag hinter der 30-Jährigen aus Teisendorf eine Ausbildung, die sich nicht von der unterscheidet, die Priester genießen. „Das ist gut so, dann lernt man schon seine späteren Kollegen kennen“, sagt sie. Die Studienfreunde von damals dürften ihr Silbernes Priesterjubiläum groß gefeiert haben. So ist es der Brauch. 25 Jahre Dienst als Pastoralreferentin, das ist nur Anlass für eine interne Würdigung. Pfarrer Walter Waldschütz, Leiter des Pfarrverbands Tegernsee-Egern-Kreuth, widmete dem Jubiläum seiner Mitarbeiterin dennoch einen Gottesdienst auf dem Wallberg und hob es im Pfarrbrief hervor.

Waldschütz und Thanbichler arbeiten schon seit dem Jahr 2002 zusammen. Damals war Waldschütz Pfarrer in Holzkirchen, Thanbichler stand ihm zur Seite. Als sie Waldschütz 2010 an den Tegernsee folgte, wie auch Verwaltungsleiter Berthold Späth, fiel ihr der Abschied schwer. Wie immer. „Ich bin überall schwer weggegangen“, lächelt Thanbichler. Beziehungen zu anderen Menschen zu aufzubauen und zu pflegen, das ist ihr wichtig. Darum trennt sie sich nicht gern von Vertrautem.

„Charismen entdecken“, das ist ihr ein Anliegen. Die Stärken von Menschen in ihrer Gemeinde, auch vor dem Hintergrund, sie für die Mitarbeit in der Kirche zu gewinnen. Das wird immer wichtiger, denn die Zahl der Hauptamtlichen sinkt. Thanbichler, unverheiratet und kinderlos, macht vor allem die Arbeit mit dem Nachwuchs viel Freude. Und die mit den Ehrenamtlichen, die mit ihr Familiengottesdienste planen und Erstkommunionen vorbereiten. „Nur am Computer zu sitzen, das wäre nichts für mich“, meint Thanbichler. Kurzzeitig hatte sie übrigens erwogen, Realschullehrerin zu werden. Sie begann ein Doppelstudium, Theologie und Lehramt. Ihre Fächer: Religion und Mathematik. Letzteres ließ sie schnell fallen. „Die Mathematik war so trocken. Und die Theologie viel lebendiger.“

So ist sie hineingewachsen in die Aufgabe, Gott und den Menschen zu dienen. „Da gab es kein Berufungserlebnis oder so“, lächelt sie. Aber die Glaubensfreude, die trage sie damals wie heute. Gerne ist sie auch geistliche Leiterin der Tegernseer Kolpingsfamilie und des Kolpingchors.

Am Tegernsee fühlt sie sich wohl. „Inzwischen kann ich das sagen.“ Der Anfang war schwer. Anders als in Holzkirchen stieß ihr pastoraler Dienst als Frau bei den örtlichen Katholiken teils auf Kritik. „Da wurde gefragt: ,Was macht denn die Frau in Weiß am Altar?’“ Andere fanden, ihre Predigt sei nicht würdig genug. Es gab böse Briefe ans Ordinariat. Auch von einer Möchtegern-Priesterin war schon die Rede. „Das ist kränkend“, meint Thanbichler. Zum Glück stehe Pfarrer Waldschütz hinter ihr.

Die Rolle der Frau in der katholischen Kirche ist seit jeher umstritten. „Und je älter ich werde, desto mehr reibe ich mich daran“, sagt Thanbichler. Plakative Aktionen liegen ihr nicht. Aber es sei schade, dass eine Frau in der Kirche nicht für sich eintreten könne, ohne Ablehnung hervorzurufen, findet sie: „Das müssen immer andere tun.“ Männer.

Trotz der bösen Briefe: Die Freude an ihrem Beruf lässt sich die Pastoralreferentin nicht verderben. „Dazu ist die Aufgabe zu schön.“ Und in erster Linie komme ja auch positive Resonanz. Um niemanden vor den Kopf zu stoßen, hält sich Thanbichler am Tegernsee strikt an die Vorgaben, die für ihren Berufsstand gelten. Heißt: Sie predigt nicht nach dem Evangelium. Das bleibt den Pfarrern vorbehalten. Aber auch Diakone – die verheiratet sein können – dürfen das. Die Frage, ob künftig auch Frauen für das Diakonat zugelassen werden, lässt Papst Franziskus derzeit prüfen. Thanbichler hofft auf ein positives Ergebnis: „Ich finde, dass es auch Diakoninnen geben sollte. Auch wenn ich nicht weiß, ob ich es machen würde.“

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