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Der Bauschutt muss weg: Bis Anfang Februar dauert die erste Bauphase, in der 20.000 Kubikmeter abtransportiert werden.

Drei Jahre lang wird hier gebaggert und gehämmert

Mega-Baustelle für Bohne gestartet - So will die Stadt den Verkehr regeln

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Eine Mega-Baustelle direkt neben Grundschule und Feuerwehr will organisiert sein. Wenn das Quartier Tegernsee auf dem Krankenhausgelände aus dem Boden wächst, muss der Verkehr einen Bogen machen.

Tegernsee – Die Bagger sind angerollt. Bis Anfang Februar dauert die erste Bauphase, die eigentlich keine ist. Es gilt, 20.000 Kubikmeter Bauschutt abzufahren. „Die stammen noch vom Abbruch des alten Krankenhauses“, erklärte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) im Stadtrat. Der Abtransport dürfte einigen Lkw-Verkehr verursachen, erfordert aber noch keine Sperrung der Hochfeldstraße für den allgemeinen Verkehr. Die folgt bei Beginn der zweiten Bauphase, die von März 2018 bis März 2019 angesetzt ist. In dieser Zeit lässt die Salzburger Firma Planquadrat als Bauherrin eine gigantische Baugrube ausheben. Es entsteht eine Tiefgarage, die auf drei Ebenen 304 Stellplätze bietet. In der dritten Phase, von April 2019 bis Mitte 2020, wachsen „die Bohne“, ein Vier-Sterne-Hotel mit 121 Zimmern, und 85 Eigentumswohnungen in drei Häusern aus dem Boden.

Um der Sicherheit willen wird die Hochfeldstraße zwischen der Prinz-Karl-Allee und der Einfahrt zum E-Werk gesperrt. Zudem lässt die Stadt die Einfahrt zum Feuerwehrhaus verlegen. Die Zufahrt in den gesperrten Bereich ist über Schranken möglich. Der Gehweg führt übergangsweise durch den Schulhof, zudem werden für Fußgänger Bedarfsampeln installiert. Ein zwei Meter hoher Bauzaun schirmt die Kinder auf dem Schulhof ab, Bullaugen erlauben einen Blick auf die Baustelle.

„Wir haben uns sehr intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt“, erklärte Bürgermeister Hagn. Eng eingebunden waren die Grundschulleiterin Claudia Horstmann und Feuerwehrkommandant Wolfgang Winkler.

Einhausungen und Ampellösungen sollen den Schulweg trotz der gigantischen Baustelle sicher machen. Keine einfache Aufgabe: Nach der Rechnung von Bürgermeister Hagn werden während der Bauzeit insgesamt rund 10.000 Lastwagen über die Strecke rollen. Aber nicht während der Zeiten, in denen die Kinder dort unterwegs sind, wie Hagn erklärte. „Der Bauträger hat uns zugesichert, dass zu diesen Zeiten keine Beschickungen stattfinden“, meinte er. Die Stadt werde darauf auch ein Auge haben. Wie auf die gesamte Baustelle: Sollten die jetzt geplante Verkehrsführung und Baustellenplanung nicht funktionieren, werde nachgebessert. Die Kosten für die Neuordnung des Verkehrs übernimmt der Bauträger.

Klar ist: Auf die Anwohner kommt eine große Belastung zu. Stellplätze entlang der Hochfeldstraße werden aufgelöst, was Stadträtin Martina Niggl-Fisser (Bürgerliste) mit Blick auf die Anwohner kritisch sah. Hagn kündigte eine Regelung mit Parkausweisen an. Um den Verkehr rund um die Baustelle sicherer zu machen, gilt zudem Tempo 30. Übrigens auch auf der Bahnhofstraße, wie Hagn mitteilte. Die Polizei habe dies für die Zeit der Bauarbeiten befürwortet.

Anders als in Bad Wiessee, wo Planquadrat gerade das Wohngebiet Tegernsee Villen fertigstellt, soll es in Tegernsee eine Lkw-Waschanlage geben, um eine Verschmutzung der Straße zu vermeiden. „Ich hoffe, dass das machbar ist“, erklärte der Bürgermeister.

Neben allen baulichen Maßnahmen, die zum Schutz des Schulwegs geplant sind, sollen die Kinder intensiv mit den Gefahren vertraut gemacht werden, die von Lkws ausgehen. „Die Kinder müssen wissen, was ein toter Winkel ist“, meint Hagn. Auch Baustellenbesuche seien geplant: „Das Positive ist, dass die Kinder kennenlernen, wie es auf einer Baustelle zugeht.“

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