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Josef Bogner jun. betreibt den Voitlhof zum Zotzn.

Gastronomie in der Corona-Krise

Mehr Frust als Freude: Einschränkungen machen Gastwirten schwer zu schaffen

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Kein Stammtisch, keine Treffen mit Freunden in lockerer Runde: Die Corona-Einschränkungen treffen die Gastwirte schwer. Der Frust ist groß.

Der Rottacher Josef Bogner jun. ist Gastwirt aus Leidenschaft. Es war ihm eine Freude, seinen Voitlhof zum Zotzn wieder öffnen zu dürfen. Doch nach der ersten Woche überwiegt der Frust. Zwar wollen nun, wo auch die Hotels wieder in Betrieb sind, viele Gäste bei ihm essen. Aber die Vorgaben setzen ein so enges Korsett, dass keine Atmosphäre aufkommen kann. „Viele Gäste haben die Erwartung, dass Urlaubsstimmung ist wie immer. Aber das ist nicht der Fall“, weiß Bogner. 

„Ich fühle mich wie ein Erzieher im Kindergarten“

Keiner darf an der Bar sitzen, an einem Tisch sind nur Mitglieder zweier Haushalte erlaubt, es herrscht Maskenpflicht. Das durchzusetzen, bedeute für die Mitarbeiter eine riesige psychische Belastung. Er selbst fühle sich oft „wie ein Erzieher im Kindergarten“, seufzt Bogner. Ständig müsse er Gäste an die Vorgaben erinnern. Wirtschaftlich sei das Ganze ohnehin „eine Vollkatastophe“. Maximal die Hälfte seiner Plätze kann er belegen, dafür ist der Aufwand immens. Ein Dauerzustand könne die derzeitige Regelung nicht sein.

Umsatz reicht nicht, um die Kosten zu decken

Francesco Sabatello

Gleiches berichtet Francesco Sabatella, der in Tegernsee eine Pizzeria betreibt. Er hätte sich zu Pfingsten mehr Zulauf erwartet. Doch drinnen wollten nur wenige essen. „Die Leute haben Angst“, meint Sabatella. Ohnehin kann er von seinen 90 Plätzen maximal 30 belegen. Der Umsatz reiche nicht, um die Kosten zu decken. Sabatella überlegt, das Lokal nach Pfingsten wieder zu schließen und wieder nur Speisen „to go“ anzubieten. In der jetzigen Form mache die Arbeit keinen Spaß. 

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