+
Besuch auf der MS Tegernsee: Minister Markus Söder (2.v.r.) testet die neue TegernseeCard.

CSU-Minister zieht nach vier Wochen erste Bilanz

Söder testet Gratis-Schifffahrt am Tegernsee

  • schließen

Gratis an Bord gehen mit der TegernseeCard: Das soll den Verkehr entlasten und für die Seenschifffahrt ein Erfolg werden. Am Montag kam Markus Söder zum Info-Besuch.

Tegernsee – Zehn Jahre hatte es gedauert, bis sich die Bayerische Seenschifffahrt und die Tegernseer Tal Tourismus GmbH einig wurden. Eine lange und schwere Geburt. Seit einem Monat ist die Kooperation nun am Laufen – und Urlauber, die von ihren Vermietern eine TegernseeCard bekommen, können auf dem Tegernsee kostenlos an Bord der Flotte gehen. Allerdings dürfen sie nur täglich zweimal eine Strecke gratis fahren – zum Beispiel von Tegernsee nach Bad Wiessee. Alles andere kostet den üblichen Preis. 80 Prozent der Kosten übernimmt die TTT, 20 Prozent die Schifffahrt.

Nach einer vierwöchigen Testphase kam CSU-Minister Markus Söder am Montagvormittag nach Tegernsee, um an Bord der MS Tegernsee eine erste Bilanz zu ziehen und auch die Technik des Kartenlesegeräts zu testen. „Bereits 4000 Fahrgäste haben seit dem Start das Angebot genutzt“, sagte Söder, der den Termin bei Bilderbuchwetter als „schönste Form der Beschäftigung mit dem Wittelsbacher-Erbe“ bezeichnete. Er sei nach den ersten Ansätzen bereits sehr zufrieden, so der Minister. Sinn und Zweck der Karte sei, den Verkehr am Tegernsee zu entlasten „eines der großen Probleme am Tegernsee“. Es deute sich an, dass man auf einem guten Weg sei. Zudem wolle man ein touristisches Highlight setzen. „Das Angebot ist also Lebensfaktor und Wirtschaftsfaktor in einem“, fasste Söder zusammen. Die TegernseeCard sei ein gutes Projekt, um die Region weiter zu entwickeln. Bis 2018 werde die Pilotphase dauern. Er gehe aber schon jetzt davon aus, dass das Angebot ein Erfolg werde.

Rekordergebnis 2016

Die Schifffahrt am Tegernsee befindet sich ohnehin auf Erfolgskurs: 2016 habe sie mit 245 000 Gästen und einem Zuwachs von sechs Prozent ein absolutes Rekordergebnis eingefahren. Mit der TegernseeCard werde die Auslastung noch besser, glaubt Söder. Er kündigte an, die Schifffahrt hier noch besser zu etablieren, der Bau eines neues Steges in Kaltenbrunn und dieErneuerung des Landesteges in Rottach-Egern seien Beispiele dafür. Ziel sei, Tradition und Komfort gut zu verbinden. „Die Balance gelingt hier bereits sehr gut“, lobte der Minister und gab weitere Neuerungen bekannt: So werden ab dieser Saison Kinderfahrräder erstmals kostenlos befördert. Dies sei ein Schritt für mehr Familienfreundlichkeit.

Laut TTT-Chef Christian Kausch komme das Kooperationsangebot bereits sehr gut an. Während sich die Tal-Bürgermeister erhoffen, dass tatsächlich nun der ein oder andere Urlauber sein Auto stehen lässt und aufs Schiff umsteigt, so glaubt Michael Grießer, Geschäftsführer der Bayerischen Seenschifffahrt, dass damit auch die Fahrgastzahlen gesteigert werden können. Während der Pilotphase, so Grießer, werde man aber sicherlich an der ein oder anderen feinen Stellschraube drehen müssen. 

Im Rahmen der Fahrt gab Söder bekannt, dass es auch im nächsten Jahr wieder einen Ehrenamtstag aif Königssee, Ammersee, Starnberger See und Tegernsee geben werde. Die etwa 130 000 Besitzer der Karte können dann kostenlos an Bord gehen. Termin ist der 7. April 2018.

Fakten rund um die Flotte

Die weiß-blaue Flotte hat in Bayern 160 Mitarbeiter und 33 Motorschiffe. Sitz der GmbH ist in Schönau am Königssee. In den letzten fünf Jahren wurden 6,8 Millionen Passagiere registriert. Bei einem Gesamtumsatz von nahezu 66 Millionen Euro wurde ein Gewinn von 4,8 Millionen Euro erzielt. Die Seenschifffahrt erwirtschaftet regelmäßig Überschüsse und fährt auch am Tegernsee ein Plus ein.

gr

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Unwettersommer: Was er für die Fest-Veranstalter bedeutet hat
Alle drei Seefeste und mehrere Waldfeste im Tegernseer Tal mussten heuer wetterbedingt verschoben werden. Was heißt das für die Veranstalter?
Unwettersommer: Was er für die Fest-Veranstalter bedeutet hat
Schlimmer Fehler: Rottacher landet mit riesiger Narbe vor Gericht
Den 6. Januar 2017 wird ein 20-jähriger Rottacher wohl nie vergessen. Seit diesem Tag ziert die Narbe einer Schnittwunde seinen Kopf, die ihm für immer bleiben wird.
Schlimmer Fehler: Rottacher landet mit riesiger Narbe vor Gericht
Bergwacht sauer: Rosstag bringt kein Geld mehr
Weniger Festplatzbesucher, weniger Einnahmen: Die Bergwacht Rottach-Egern ist unzufrieden mit den Entwicklungen beim Rosstag. Auch weil inzwischen viele andere die Hand …
Bergwacht sauer: Rosstag bringt kein Geld mehr
Kuhglocken-Hasser verklagt jetzt auch Gemeinde
Seine Frau leidet unter Depressionen, er kann nicht mehr schlafen. Der Grund: Kuhglocken auf der Weide. Aber es geht ihm auch um die Kühe selbst - die seien …
Kuhglocken-Hasser verklagt jetzt auch Gemeinde

Kommentare