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Sauber, schnell und leise: Für Dienstfahrten nutzt der Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn gern den BMWi des städtischen E-Werks. Ab Januar steht das Auto für ein Sharing-Modell zur Verfügung.

Carsharing-Modell: Gastgeber sind zum Mitmachen aufgerufen

Mit dem BMWi unterwegs: Botschafter auf vier Rädern

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Dienstfahrten erledigt Bürgermeister Johannes Hagn gern geräuschlos mit dem Elektro-Flitzer. Mit dem BMWi geht im Januar ein Sharing-Modell an den Start. Gastgeber sind zum Mitmachen aufgerufen.

Tegernseer Tal„Wie im Autoscooter“, fühlt sich Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) am Steuer des nagelneuen BMWi. Ans Fahrgefühl hat er sich erst gewöhnen müssen – und auch daran, dass der Wagen nicht allzeit bereit vor der Tür steht, sondern vorab übers E-Werk zu buchen ist. Seine Erkenntnis: „Wir müssen unser Nutzerverhalten ändern.“ Dienstfahrten im Landkreis erledigt Hagn jetzt häufig mit dem kleinen BMWi, rechnet das auch ab – schließlich hat er ein Dienstfahrzeug. Der Diesel bleibt nun öfter stehen.

Unterdessen ist das Elektro-Auto, das dem städtischen E-Werk gehört, viel unterwegs. Florian Appel, Vertriebsleiter des E-Werks, fährt sehr gerne damit. „Das Auto ist toll“, schwärmt er. Wie berichtet, hat das E-Werk den Elektro-Flitzer Ende September angeschafft. Parallel dazu stellte das Unternehmen neben seinem Sitz an der Hochfeldstraße eine Ladesäule auf. Es ist der Start eines Pilotprojekts. Das erste E-Auto soll Keimzelle für ein Car-Sharing-Modell sein, das im Januar startet. Bis dahin steht das Auto in erster Linie den 36 Mitarbeitern des E-Werks zur Verfügung. Aber auch die Tal-Bürgermeister und Stadträte können das Fahrzeug leihen. Während des Bergfilmfestivals borgte sich Hagn den BMWi durchgängig aus – und war somit auch als Botschafter unterwegs.

Ziel aller Kommunen rund um den See ist es, die E-Mobilität in Fahrt zu bringen. „Das ist auch für den Tourismus wichtig“, meint Appel. Der Gast reist mit dem Zug an, steigt am Bahnhof in ein E-Auto um und kurvt damit leise durchs Tal: Das ist die Idealvorstellung. Von der Realisierung ist man allerdings noch weit entfernt. Zunächst gilt es, die Basis zu schaffen. Eine Lade-Infrastruktur nämlich, die das ganze Tegernseer Tal umfasst. „Wir packen das jetzt Schritt fü

r Schritt an“, erklärt Appel. Zunächst sucht das E-Werk gemeinsam mit den Bürgermeistern der Tal-Gemeinden nach Standorten für neue Ladesäulen. Die sollten zentral gelegen sein, aber auch so, dass keine langen Kabel verlegt werden müssen.

Das dominierende Thema ist aber die Schaffung von Anschlüssen an privaten Gebäuden. Meist reicht eine Wandladestation, eine Wallbox. „Die gibt’s ab 600 Euro“, meint Appel. Wer aber viele Lademöglichkeiten will, zum Beispiel in einer Tiefgarage, muss schon sehr kräftig investieren. „Wir haben da viele Anfragen“, berichtet Appel.

Die Infrastruktur voranzubringen, das sieht das E-Werk als seine große Aufgabe. Zum Aufbau einer E-Auto-Flotte für ein Sharing-Modell will das Unternehmen jedoch lediglich den Anstoß geben. „Wir sind die Möglichmacher“, erklärt Appel. Das Modell biete sich für Betriebe an, die E-Autos für ihre Mitarbeiter und Gäste bereit halten und die Fahrzeuge darüber hinaus fürs Sharing anbieten möchten. „Bei der Organisation helfen wir“, so Appel. Dies geschehe im Rahmen der in Gründung befindlichen Gesellschaft Mobile Region Oberland (MORE). Es empfehle sich, E-Fahrzeuge zu leasen. Zum Kauf rät Appel nicht: „Die Technologie ändert sich so schnell.“

Wie das Sharing-Modell funktioniert, testet das E-Werk selbst ab Januar. Außerhalb seiner Geschäftszeiten steht der BMWi gegen Anmeldung und Gebühr allen zur Verfügung. „Das geht über eine Handy-App“, erklärt Appel. Am genauen Konzept wird noch gefeilt. Im Gespräch ist das E-Werk aktuell unter anderem mit dem Kommunalunternehmen Bad Wiessee. Zur Debatte steht ein E-Auto fürs im Bau befindliche Generationenhaus, wie Appel berichtet: „Aber das sind im Moment noch Gedankenspiele.“

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