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Im Mai haben die letzten Asylbewerber die Tegernseer Dreifachturnhalle verlassen. Nach dem großen Aufräumen kamen die Gutachter. Sie haben in der Halle massive Schäden festgestellt.

Aufwendige Sanierung nötig

Schimmel in Turnhalle: Sport erst wieder zum Jahresende

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Tegernsee - Mitte Mai sind die letzten Flüchtlinge aus der Tegernseer Dreifachturnhalle ausgezogen. Die Hoffnung war groß, dass dort bald wieder Sport betrieben werden kann. Doch daraus wird nichts.

Bis zu 200 Menschen haben ein Dreivierteljahr lang auf engstem Raum in der Tegernseer Dreifachturnhalle gelebt. Dass dies Spuren hinterlassen würde, war wohl allen Beteiligten klar. Das ganze Ausmaß der Schäden haben nun aber erst die Gutachten eines Baubiologen und eines Bautechnikers zutage gefördert. „Es sind Schimmelsporen und auch sonstige Keime gefunden worden“, erklärt Landratsamts-Sprecher Gerhard Brandl auf Nachfrage unserer Zeitung. Dies betreffe nicht nur die Halle in Tegernsee, sondern auch die Berufsschulturnhalle in Miesbach, die zuletzt als Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber diente.

Was Tegernsee anbelangt, so hat Brandl für die Sportvereine und das Gymnasium höchst ernüchternde Neuigkeiten: Ein Sportbetrieb könne in der Halle keinesfalls – wie ursprünglich erhofft – bereits zu Beginn des neuen Schuljahres stattfinden. „Wir hoffen, dass es Ende November/Anfang Dezember wieder möglich ist“, meint der Behördensprecher.

Das wird auch davon abhängen, wie groß der Sanierungsbedarf letztendlich ist. Momentan würden in der Halle gerade Fliesen entfernt, um festzustellen, wie feucht das Gemäuer dahinter ist. Im schlimmsten Fall, so Brandl, müssten ganze Wände herausgerissen und erneuert werden. Neben dem Sanitärbereich hätten sich vor allem auch in der Lüftungsanlage und beim Fußboden massive Mängel aufgetan.

Wie hoch die Sanierungskosten sein werden, ist derzeit ebenso unklar wie die Frage, wer das Ganze zu finanzieren hat. „Darüber wird sich mit der Regierung von Oberbayern trefflich streiten lassen“, meint Brandl. Ob die Regierung oder der Kreis die Kosten tragen müssen, hängt letztlich davon ab, ob und welche Schäden nachweislich durch die Unterbringung von Asylbewerbern entstanden sind. „Das wird nur schwer nachzuweisen sein“, glaubt Brandl. Die Verhandlungen dazu müssten noch geführt werden.

Für Landkreis-Sportreferentin Sabine Wittmann ist die Nachricht, dass die Tegernseer Halle noch so lange brach liegen wird, ein „herber Rückschlag“. Für viele Sportvereine und auch die Schüler werde dies eine große Enttäuschung sein, weiß Wittmann. Sie sagt aber auch: „Gegenüber dieser Situation sind wir machtlos, keiner kann etwas dafür.“ Sie appelliert daher an die Vereine, dass sie wie bisher solidarisch sind und zusammenhelfen, um den Sportbetrieb aufrecht erhalten zu können. „Das packen wir jetzt auch noch!“ Allerdings hofft Wittmann schwer, dass zumindest der Wiedereröffnungs-Termin im November/Dezember gehalten werden kann.

Schwierig ist die Situation auch bei der Berufsschulturnhalle in Miesbach. Auch hier muss wegen des Schimmelbefalls Hand angelegt werden. Allerdings ist noch unklar, ob die Halle nicht weiterhin und längerfristig als Erstaufnahmeeinrichtung zur Verfügung stehen muss. 300 Flüchtlinge muss der Landkreis bei Bedarf auf die Schnelle unterbringen können. „Momentan wäre das in den beiden Traglufthallen möglich“, erklärt Brandl. Doch die werden bekanntlich schon Anfang 2017 wieder abgebaut. Wie es dann weitergeht, ist unklar. Die Zukunft der Miesbacher Halle steht also in den Sternen.

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