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Schon seit Beginn unterstützt Irmtraut Zibert die Nachbarschaftshilfe im Tegernseer Tal und freut sich, Senioren wie Franz Ostermeier helfen zu können.

Weitere Helfer gesucht 

Nachbarschaftshilfe am Tegernsee geht gestärkt aus der Corona-Krise

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
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Die Nachbarschaftshilfe Tegernseer Tal kehrt zum Normalbetrieb zurück. Für eine neue Corona-Welle und andere Katastrophen sieht sie sich gewappnet. 

Tegernseer Tal– Die Nachbarschaftshilfe Tegernseer Tal hat wieder auf Normalbetrieb umgestellt. Die Bilanz des offiziellen und von den Kommunen beauftragten Einkaufs-Service während der Corona-Pandemie fällt in mehrfacher Hinsicht sehr positiv aus.

Corona war für die Nachbarschaftshilfe, zu deren Mitgliedern alle Kommunen sowie die Kirchengemeinden des Tegernseer Tals gehören, eine große Herausforderung. Von jetzt auf gleich mussten Vorsitzender Pfarrer Martin Weber und Leiterin Ariane Friedrich Mitte März die Angebote den offiziellen Corona-Bestimmungen anpassen und ein kontakt- und bargeldloses Konzept entwickeln, um die Senioren, die schon vorher die Einkaufshilfe der Nachbarschaftshilfe in Anspruch nahmen und aufgrund ihres Alters zur Risiko-Gruppe zählen, weiter zu versorgen. Weil der Verein früh und professionell reagierte und seine Helfer obendrein während ihres Einsatzes versichert waren, wurde auf dieser Grundlage gemeinsam mit den Talbürgermeistern das talweite Konzept entwickelt.

Somit wurde die Nachbarschaftshilfe mit dem Notfallprogramm für das gesamte Tal beauftragt und im Namen der Kommunen zum offiziellen „Corona-Einkäufer“. Für das Team, das im Evangelisch-Lutherischen Pfarramt Tegernsee ansässig ist, fielen viele Extrastunden an: Insgesamt wurden über 15 Wochen circa 80 Senioren und Erkrankte mit Einkäufen versorgt. „Insgesamt waren rund 40 Helfer etwa 500 Stunden im Einsatz“, rechnet Ariane Friedrich vor. Der Service – der normalerweise acht Euro (Bedürftige zwei Euro) pro Stunde kostet, um den Helfern eine kleine Aufwandsentschädigung zu bieten –wurde niemandem in Rechnung gestellt.

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Etwa 30 zu betreuende Haushalte kamen während Corona neu hinzu. Aufgrund der Hygienevorgaben fielen die sonst üblichen Kennenlern-Besuche weg. Diese werden jetzt bei jenen, die die Hilfe neu in Anspruch nehmen, nachgeholt.

Den beachtlichen Anstieg der Nachfrage konnte die Nachbarschaftshilfe auch deshalb bearbeiten, weil sich viele Gemeinderäte, kirchliche Mitarbeiter, Menschen aus Vereinen, Institutionen oder politischen Parteien und natürlich auch andere Bürger bereit erklärt hatten zu helfen. Alle Helfer, darunter 25 neue, wurden hygienisch und mit Blick auf Covid-19 geschult. „Einige von ihnen wollen sich weiterhin bei uns engagieren. Das freut uns natürlich sehr“, berichtet Friedrich. Allerdings hätten auch einige, vor allem ältere Unterstützer, aufgehört. „Unterm Strich suchen wir also nach neuen Helfern“, sagt Friedrich.

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Mit den zunehmenden Lockerungen hat die Nachbarschaftshilfe sukzessive wieder auf Normalbetrieb umgestellt. „Wir danken allen Helfern und Unterstützern“, sagt Pfarrer Martin Weber und betont: „Die Nachbarschaftshilfe war gewappnet, falls die Anfragen so groß gewesen wären, wie man anfänglich befürchten musste.“ Gott sei Dank sei es aber nicht so schlimm gekommen.

Bei der Nachbarschaftshilfe hofft man auf das Ausbleiben einer zweiten Infektionswelle. Aber: „Das Notfallprogramm, das ständig an die aktuellen Regelungen angepasst wurde, kann jederzeit wieder hochgefahren werden, falls sich die Lage wieder verschärfen sollte“, betont Weber. Das gelte nicht nur für Corona, sondern auch für andere Katastrophen, denen man mit Gemeinschaftssinn begegnen muss.

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