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Einsatzleiterin Ariane Friedrich koordiniert die Arbeit der Nachbarschaftshilfe.

Positive Bilanz der Nachbarschaftshilfe

"Bis jetzt konnten wir jedes Mal helfen"

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Tegernsee - Seit knapp einem Jahr gibt es die Nachbarschaftshilfe Tegernseer Tal. Seither ist die Nachfrage Hilfesuchender stetig gewachsen. Die Bilanz der Helfer fällt positiv aus. 

Gegründet hat sich der Verein Nachbarschaftshilfe Tegernseer Tal am 22. Januar 2014. Die Idee gab’s jedoch schon viel länger. Bereits in den Jahren zuvor machte sich der evangelische Kirchenvorstand Gedanken, wie praktische Hilfe in Not im Tegernseer Tal organisiert werden könnte.

Für den katholischen Pfarrer, Monsignore Walter Waldschütz, war dies schon vertrautes Terrain: In seiner Zeit als Holzkirchner Pfarrer hatte Waldschütz bereits vor mehr als 15 Jahren die Gründung der dortigen Nachbarschaftshilfe angestoßen.

Aber nicht nur die Kirchen, auch der damalige Tegernseer Bürgermeister Peter Janssen machte sich für die Gründung eines Vereins stark, der dann einspringt, wenn Menschen schnell und unbürokratisch Unterstützung brauchen.

Inzwischen besteht der Helferkreis aus 25 Frauen und Männern, die in allen fünf Kommunen rund um den See aktiv sind. Die Koordination liegt in den Händen von Einsatzleiterin Ariane Friedrich und ihrer Assistentin Regina Schreiber. Seit Mai hat die Nachbarschaftshilfe rund 190 Einsatzstunden geleistet. „Die Nachfrage ist angenehm am Wachsen“, sagt Friedrich. Angenehm heißt: nicht zu schnell, aber stetig. Waren am Anfang noch vier bis fünf Fälle pro Monat zu betreuen, so sind es derzeit etwa 15 Fälle.

Das Spektrum ist vielfältig. Die Helfer kaufen für Kranke ein und begleiten sie zum Arzt. Manchmal führen sie auch den Hund Gassi und nehmen sich Zeit für eine gemütliche Kaffeestunde. Sie sind da, um die Kinder einer Familie zu betreuen, bei der die Mutter im Krankenhaus liegt. Sie lesen Blinden vor und bringen Bedürftigen, die nicht mehr selbst zur Gmunder Tafel kommen können, die Lebensmittel von dort nach Hause.

„Bis jetzt konnten wir bei jeder Anfrage helfen“, sagt Friedrich. Die Helfer arbeiten ehrenamtlich, erhalten aber eine Aufwandsentschädigung von sechs Euro pro Stunde. Bezahlt wird der Betrag von den Betreuten. Sofern sie dazu in der Lage sind. Ansonsten springt der Verein Nachbarschaftshilfe ein. Dessen Mitglieder sind neben den beiden Kirchen die Kommunen Tegernsee, Rottach-Egern, Kreuth und Bad Wiessee. Nur Gmund, Sitz des Diakonievereins, ist noch nicht dabei.

Dem Angebot des Diakonievereins oder anderer Organisationen dieser Art wolle der Verein Nachbarschaftshilfe im Übrigen keine Konkurrenz machen, versichert Friedrich: „Wir machen nur das, worum man auch den Nachbarn bitten würde.“ Aber es werden keine Profi-Dienste vermittelt. Keine Krankenschwestern, keine Kindermädchen, keine Putzfrauen und auch keine Hausmeister.

Die Zusammenarbeit mit den im Tal vorhandenen Organisationen sei zum Glück sehr gut, meint Friedrich. Mancher Tipp, wo Hilfe gebraucht werde, komme auch von einem Pflegedienst. Dessen Mitarbeitern fehle einfach die Zeit, um einfach mal mit dem Patienten in Ruhe zu reden, ihm Gesellschaft zu leisten. „Dann rufen sie schon mal bei uns an.“

Neue Helfer sind immer willkommen. Für die gibt es zu Beginn eine Schulung. Und es wird geklärt, wer welche Aufgaben zu welcher Zeit und in welchem Umfang erledigen kann. Viele Helfer sind schon im Rentenalter. Es sind übrigens fast so viele Männer wie Frauen in der Nachbarschaftshilfe engagiert. „Das Verhältnis ist ziemlich ausgewogen“, stellt Friedrich fest. Sie hat ein Büro im evangelischen Gemeindehaus in Tegernsee, das dienstags und donnerstags vormittag besetzt ist.

Telefonisch erreichbar sind Friedrich und ihre Kollegin Schreiber dank einer Rufumleitung aber täglich von 8 bis 18 Uhr unter Telefon 08022/706563 oder per E-Mail an info@nachbarschaftshilfe-tegernseertal.de.

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