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Zwei Welten: Das Haus rechts gehört Familie Rixner, Lüftmalerei ziert die Fassaden. Das Haus links hat Aytac Beycan gekauft und teuer sanieren lassen. Es soll weiß bleiben.

Lüftlmalerei nach Sanierung verschwunden

Neben dem Rosenhaus ist nur noch schlichtes Weiß

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Das denkmalgeschützte Haus mit der Lüftmalerei und dem Rosengarten an der Rosenstraße ist ein begehrtes Fotomotiv. Das heißt: Eigentlich sind es zwei Häuser. Das linke hat einen neuen Eigentümer - und sieht nun ganz anders aus.   

TegernseeWeiß leuchtet die Fassade des denkmalgeschützten Hauses Nr. 23 an der Tegernsee Rosenstraße. Der neue Eigentümer, der Münchner Unternehmer Aytac Beycan, hat es in enger Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege sorgsam sanieren lassen. Dabei ist die Lüftlmalerei verschwunden, die zuvor die Hauswand zierte. Im Mai/Juni dürften die Arbeiten abgeschlossen sein,

meint Beycan. Aber eines werde sich nicht mehr ändern: Die Fassade bleibt weiß. „Das wertet das Haus auf“, findet Beycan. „Mir gefällt das besser.“

Damit unterscheidet sich sein Empfinden sehr stark von dem seines Nachbarn Andreas Obermüller, der für die FWG im Stadtrat sitzt. Ihm missfällt die Veränderung vor allem, weil das Ensemble nicht mehr stimmig ist. Für den Betrachter scheinen Haus Nr 23 und 25 quasi eins. Letztgenanntes gehört der alt eingesessenen Familie Rixner. Hier ist die Lüftmalerei des 1670 erbauten Hauses erhalten, ebenso wie der von Paula Rixner liebevoll gepflegte Rosengarten. Vor allem im Sommer ist das romantische Haus ein Fotomotiv für Gäste aus aller Welt. „Ein Juwel“, meint Obermüller. Es handle sich um eines der schönsten Gebäude in Tegernsee. Dass nun nur noch die rechte Seite des Hauses die hübsche Bemalung trage, die linke aber schlicht weiß sei, halte er für „ein Unding“.

Auf sein Betreiben hin hakte die Stadt bei der Denkmalschutzbehörde nach. Ohne Erfolg. Nach Auffassung vonKreisbaumeister Werner Pawlovsky hat die Lüftmalerei keine künstlerische Qualität und steht auch nicht unter Denkmalschutz. „Es ist nicht zwingend notwendig, dass die Bemalung wiederhergestellt wird“, erklärt Landratsamt-Sprecher Birger Nemitz. Sie sei durchaus hübsch, aber nicht wirklich historisch.

Eine Beurteilung, über die Bürgermeister Johannes Hagn den Tegernseer Bauausschuss bei dessen Sitzung am Montagabend informierte. „Wir können den Hausbesitzer nicht zwingen, wieder eine Malerei anzubringen“, sagte Hagn. Die Stadt werde dem Besitzer aber nahelegen, dies dennoch zu tun, um dem Wunsch der Stadt Rechnung zu tragen.

Ob Beycan sein Haus in der Rosenstraße selbst beziehen wird, ist übrigens noch offen. Er habe sich noch nicht entschieden, meint der Münchner. Dass seine Nachbarn hoffen, dass die Fassaden der beiden pittoresken Häuser an der Rosenstraße doch wieder zu einem harmonisch bemalten Ensemble verschmelzen, steht außer Frage. Die Tegernseer Geschäftsleute hatten Paula Rixner 2013 zu ihrem 75. Geburtstag sogar eine Urkunde verliehen, um sich für die Pflege des Hauses mit dem prächtigen Rosengarten zu bedanken. Das Anwesen sei ein Anziehungspunkt, die der Geschäftsstraße zu einer besonderen Attraktivität verhelfe.  

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