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Beliebtes Selfie-Motiv bei Touristen: die Kapelle auf dem Wallberg.

„Setzen auf Qualität statt Quantität“

Neue Gäste-Statistik liegt vor: So äußert sich die TTT im Interview

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Mehr Gäste, aber weniger Übernachtungen. Auf diesen Nenner lässt sich die Statistik für 2019 der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) bringen. Wie ist das Ergebnis zu bewerten? Wir haben nachgefragt.

Tegernsee – Die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) hat die neueste vorläufige Gäste-Statistik ausgearbeitet. Demnach kamen 2019 übers ganze Jahr 374.874 Gäste an den Tegernsee, was ein Plus von 1,09 Prozent (4054 mehr Gäste) gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Gesunken ist die Zahl der Übernachtungen: Sie liegt bei 1.552.653 und bedeutet ein Minus von 0,64 Prozent (9989 weniger Übernachtungen) gegenüber dem Vorjahr. Wir haben Petra Berger, Leiterin des Gäste- und Anbieterwesens bei der TTT, befragt, wie das Ergebnis zu bewerten ist.

Frau Berger, sind Sie zufrieden mit dem Ergebnis?

Petra Berger: Ja, wir sind zufrieden. 2018 hatten wir einen Jahrhundertsommer und einen grandiosen Winter. 2019 begann mit einem Schneechaos, weshalb Gäste zum Teil gar nicht erst angereist sind. Zuzüglich weiterer vorübergehend geschlossener Unterkunftsbetriebe ist das Gesamtergebnis sogar sehr zufriedenstellend.

Nur Rottach-Egern und Tegernsee konnten ihre Gästezahl um 7,34 Prozent beziehungsweise 5,75 Prozent steigern. Worauf führen Sie das zurück?

Petra Berger: Das Hotel Bachmair am See in Rottach-Egern und das Seehotel zur Post in Tegernsee haben nach Renovierung die Bettenanzahl steigern können, was sich damit positiv auswirkt. Die Großveranstaltungen, die in beiden Orten stattgefunden haben, allen voran der Adventszauber, der Rosstag und das Internationale Bergfilm-Festival, lockten ebenfalls mehr Kurzurlauber an. Auch die Trainingslager des FC Bayern und von Borussia Mönchengladbach wirken sich aus.

Bei den Übernachtungen weist nur Rottach-Egern ein Plus von 4,04 Prozent auf. Woran liegt’s?

Petra Berger: An den schon erwähnten Gründen, die auch zum Gästeplus geführt haben. Gleichzeitig kann Rottach-Egern vermehrt Stammgäste verzeichnen, die in der Regel länger bleiben.

Kreuth, das Bergsteigerdorf, bleibt hinter den Erwartungen zurück, es hat bei den Gästen ein Minus von 3,16 Prozent und bei den Übernachtungen ein Minus von 0,46 Prozent.

Petra Berger: Das Bergsteigerdorf hat sich insgesamt gut entwickelt, und die kumulierten Jahreszahlen sind vergleichbar konstant und positiv. Allerdings ist das Prädikat „Bergsteigerdorf“ vordergründig kein alleiniges Mittel, um mehr Gäste anzuziehen. Die einhergehenden Werbemaßnahmen für das Bergsteigerdorf sind in 2019 erstmals angetrieben worden, demzufolge wird sich der positive Effekt mittelfristig zeigen.

Die größten Einbußen hatte Gmund, mit 17,22 Prozent bei den Gästen und 4,19 Prozent bei den Übernachtungen. Was könnten die Gründe sein?

Petra Berger: Das Tagungszentrum Gut Schwärzenbach mit 40 Betten hatte ganzjährig geschlossen, womit dieser Negativeffekt auch zu begründen ist. Erst vor Kurzem wurde Gut Schwärzenbach wieder eröffnet. Ferner konnten diverse Alpenüberquerungen aufgrund des hohen Schneeaufkommens in den Bergen mit einhergehendem Starkregen im Mai nicht durchgeführt werden. Die Buchungen in diesem Sektor fielen also aus.

Können Sie schon sagen, wie sich der Adventszauber auf die Statistik ausgewirkt hat?

Petra Berger: Hier kann von einer Erfolgsgeschichte berichtet werden, da im Vergleich zu 2012, als die Veranstaltungsreihe begann, ein Zuwachs von 46,96 Prozent bei den Gästeankünften und 31,39 Prozent bei den Übernachtungen zu verzeichnen ist. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten wir 27 Gäste weniger und 985 Übernachtungen weniger, was auch auf eine bewusste qualitative Steuerung im Bereich des Gruppengeschäftes zurückzuführen ist.

Welche Ansätze werden verfolgt, um die Statistik wieder zu verbessern?

Petra Berger: Insgesamt setzt die TTT auf Qualität statt Quantität und die Steigerung der Wertschöpfung insgesamt. Damit einhergehend wird sich die Bettenzahl in den Folgejahren mit einigen laufenden Projekten aus dem Ansiedlungsmanagement wohl deutlich erhöhen. Dazu gehören die Seeperle in Rottach-Egern, die „Bohne“, sprich das Marriott Autograph Collection in Tegernsee und das Projekt Strüngmann in Bad Wiessee, um die wichtigsten zu nennen.

Können Sie die Zahlen in Zusammenhang setzen mit den Vorjahren?

Petra Berger: Ein stetiges Wachstum, wie wir es in den vergangenen zehn Jahren verzeichnen konnten, ist aufgrund der Gegebenheiten im Tegernseer Tal weder zu erwarten noch von allen erwünscht. Die Kapazitätsgrenzen sind erreicht, und auch der Verkehr befindet sich am Limit. Jetzt muss das vorhandene Angebot klar justiert und optimiert werden. Ein Wachstum ist grundsätzlich nur noch marginal in der Nebensaison möglich sowie in bestimmten Themenbereichen, wie zum Beispiel im Bereich Prävention oder Gesundheit und natürlich in Kombination mit neuen Hotelprojekten.

Hier finden Sie einen Bericht über die Gäste-Statistik 2018

Und hier lesen Sie: BMW steigt auf Kostenbremse: Pläne für Gut Schwärzenbach auf Eis gelegt

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