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Neue Optik und mehr Platz für Tegernsee

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Von: Gerti Reichl

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So soll das neue Guggemos-Ensemble an der Hauptstraße in Tegernsee aussehen. visualisierung: KPSW-Architekten
So soll das neue Guggemos-Ensemble an der Hauptstraße in Tegernsee aussehen. © Visualisierung: KPSW-Architekten

Das Herzogliche Brauhaus packt das Guggemos-Projekt an – und Tegernsee bekommt damit an der Hauptstraße eine neue Optik. Im Stadtrat wurde das Bauvorhaben jetzt erneut ausführlich vorgestellt und der vorhabenbezogene Bebauungsplan sowie der Vorhaben- und Erschließungsplan mehrheitlich auf den Weg gebracht.

Tegernsee – Vor drei Jahren hatte das Brauhaus die Pläne für sein Guggemos-Areal erstmals öffentlich vorgestellt. Seitdem wurde hinter den Kulissen fleißig gearbeitet. Viele Abstimmungen, etwa mit Kreisbaumeister Christian Boiger und dem Abwasserzweckverband zur Verlegung des Kanals waren nötig, aber auch Gutachten zu Verkehr, Lärm und Artenschutz.

Lesen Sie hier: Brauhaus baut Wohnungen am Schandl

Ergebnis: Wegen des Lärms, verursacht durch rund 14 600 Fahrzeuge täglich (davon 500 Lkw), werden Grenzwerte von 70 Dezibel tags und 60 Dezibel nachts überschritten. Architekt Oliver Kiermeier von der Haushamer KPSW Architekten-GmbH zeigte die Lösung auf: zu öffnende Schallschutz-Glasscheiben an den straßenseitigen sowie südseitigen Balkonen.

Fünf Gebäude sind geplant: Zwei je viergeschossige und mit einer überdachten Passage zum See verbundene Häuser an der Straße (mit Läden unten, Büros und Praxen darüber sowie mehreren Drei- und Zweizimmerwohnungen, darunter sechs zu günstigeren Konditionen im Tegernseer Modell in den oberen Stockwerken); ein Gastrogebäude mit Terrasse und Biergarten am See; zudem zwei kleinere Wohnhäuser am See. 47 der insgesamt 67 nötigen Stellplätze befinden sich in einer Tiefgarage, sechs im Innenhof, zwei an der Straße und zwölf am Sommerkeller.

Guggemos-Projekt erfordert Ausgleich in Gmund

Weil im Hochwassergebiet gebaut wird, muss für 365 Quadratmeter ein Retentionsausgleich geschaffen werden. Dies passiert in Gmund, wo auf einem Grundstück zwischen Kaltenbrunn und dem Mangfallsteg eine 1,60 Meter tiefe Mulde geschaffen wird, wohin das Wasser fließen kann.

Die Stadträte, denen zuvor schon nicht-öffentlich die Pläne präsentiert worden waren, hatten noch Fragen. Dass Ursula Janssen (Grüne) die beiden Gebäude jedoch näher zur Straße rücken wollte, um mehr Raum seeseitig zu schaffen, kam nicht gut an. „Es war doch unser Wunsch, dass wir mehr öffentlichen Raum an der Straße gewinnen“, erinnerte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU). Sein Vize Michael Bourjau (FWG) war gar froh um die jetzige Lösung, da sie der Hauptstraße das „Tunnelige“ nehmen werde. Carolin Machl (CSU) begrüßte die Positionierung der Häuser als „absolut gute Lösung“.

Wie und ob an dieser Stelle noch ein Radweg untergebracht wird, muss noch gelöst werden. In anschließender nicht-öffentlicher Sitzung vergab der Stadtrat ohnehin den Auftrag für eine Machbarkeitsstudie zu diesem Thema. Darin soll aufgezeigt werden, ob es trotz der räumlichen Enge eine Möglichkeit für einen von Fußgängern getrennten Raum gibt. Laut Architekt sei am Guggemos durch die geplante Situierung der Häuser Platz. Der Abstand zur Straße betrage zwischen 3,35 Meter und 5,90 Meter, zusätzliche zwei Meter entstünden vor den Schaufenstern unter den von Säulen begrenzten Arkaden. Problematisch sei eher das südliche Nachbargebäude, das bis auf 80 Zentimeter an die Straße heranrücke.

Guggemos-Projekt: Zweieinhalb Jahre Bauzeit - mindestens

Mit mindestens zweieinhalb Jahren Bauzeit wird gerechnet, wobei der Bau auf Seeniveau eine große Herausforderung darstellen wird. Möglichst im Winter 2023/2024 sollen die Arbeiten beginnen. Gegen die Stimmen von Thomas Mandl (SPD), der wegen der beiden Häuser am See dagegen ist sowie der Grünen Ursula Janssen und Marcus Staudacher wurde der Bebauungsplan in die erste Auslegungsrunde geschickt. Die Forderungen der Behörden sollen in die weitere Planung einfließen.

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gr

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