Unter dem Dach der neuen Halle wurde Richtfest gefeiert: (v.r.) Chefarzt Tobias M. Kraus, der kaufmännische Direktor der Orthopädischen Klinik Tegernsee, Harald Schuster, Pflegedienstleiterin Katja Heydenreich, Christian Heide von der DRV Bayern Süd und Bürgermeister Johannes Hagn.
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Unter dem Dach der neuen Halle wurde Richtfest gefeiert: (v.r.) Chefarzt Tobias M. Kraus, der kaufmännische Direktor der Orthopädischen Klinik Tegernsee, Harald Schuster, Pflegedienstleiterin Katja Heydenreich, Christian Heide von der DRV Bayern Süd und Bürgermeister Johannes Hagn.

Richtfest

Orthopädische Klinik Tegernsee: Neue Therapiehalle ein „Befreiungsschlag“

  • Gabi Werner
    VonGabi Werner
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Die Orthopädische Klinik in Tegernsee hat die Zeit des Bangens hinter sich gelassen. Der Rohbau der neuen Therapiehalle auf der Point – Schritt eins des dreiteiligen Stufenplans – steht..

Tegernsee – Die Therapiehalle ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Klinik einer neuen Zukunft entgegensteuert. Rund sieben Millionen Euro lässt sich die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Bayern Süd als Trägerin der Klinik das Bauwerk mit Seeblick kosten. Dass es letztlich zu dieser Maßnahme kam, ist keine Selbstverständlichkeit: Jahrelang hatte die Klinik um Modernisierung und Erweiterung gerungen – begleitet von Protesten, die sogar zu Abwanderungsgedanken der Klinik und zu einer Kundgebung der Belegschaft führten. Nun scheint klar: Man fühlt sich für eine Zukunft am Tegernsee gerüstet.

Langer Kampf um den Erhalt der Klinik

Dass die Therapiehalle das Ergebnis einer „schweren Geburt“ ist, daran ließ beim Richtfest auch Christian Heide, stellvertretender Leiter der Abteilung Kliniken bei der DRV Bayern Süd, keinen Zweifel. Er selbst hatte seinerzeit noch in anderer Position, nämlich als Personalratsvorsitzender, für die Modernisierung und den Erhalt der Klinik am Tegernsee gekämpft. Heide betonte mit Blick auf die neue Halle: „Wir machen das für unsere Rehabilitanden und deren Genesung.“ Und wo könne die besser gelingen als in diesem schönen Ambiente.

Entstanden ist der 5,24 Meter hohe Flachbau auf dem Dach der Klinikgarage. Zur Seeseite hin ermöglicht die Verglasung einen Blick auf den Tegernsee. Künftig sollen hier unter anderem die medizinische Trainingstherapie, Entspannungs- und Gruppentherapien sowie Krankengymnastik stattfinden. Dass die rund 40 mal 34 Meter große Halle in Holzständerbauweise errichtet wurde, sei eine Besonderheit im Gesundheitswesen, sagte der zuständige Architekt Maximilian Ludes in seiner Ansprache. Der Baustoff Holz trage einen entscheidenden Teil zur Ästhetik des Gebäudes bei. Man habe hier „eine natürliche, den Heilungsprozess unterstützende Umgebung geschaffen“. Er sei guten Mutes, die Halle im Mai nächsten Jahres fertig an den Bauherrn übergeben zu können, erklärte der Architekt.

Bürgermeister Hagn spricht von unberechtigter Kritik

Von Seiten der Stadt Tegernsee waren die Planungen der Klinik stets unterstützt worden. Der Stadtrat habe einen Grundsatzbeschluss gefasst, erinnerte Bürgermeister Johannes Hagn. „Wir wollten auf jeden Fall, dass die Klinik hier bleibt.“ Das nun sichtbare Ergebnis bezeichnete der Rathaus-Chef als Erfolg. Die Halle schmiege sich hervorragend in die sensible Landschaft ein. Hagn: „Die Kritik, die nicht verstummen wollte, war unberechtigt.“ Die Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd – namentlich Abteilungsleiter Gerald Weiß – habe bei der Durchsetzung der Pläne Durchhaltevermögen und Leidensfähigkeit bewiesen.

Das Ende der Fahnenstange ist mit dem Neubau der Therapiehalle allerdings längst nicht erreicht. Wie Harald Schuster, kaufmännischer Direktor der Klinik, am Rande des Richtfestes erklärte, laufen parallel bereits die Planungen für eine weitere Sanierungsmaßnahme. Als nächstes steht die Erneuerung des Seeflügels auf der Agenda.

„Brückenschlag zum See geschafft“

Mit dem Zitat „Tu deinem Körper etwas Gutes, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen“ (Teresa von Ávila) wünschte Monsignore Walter Waldschütz der Klinik eine gute Zukunft. Und Chefarzt Professor Dr. Tobias M. Kraus würdigte die Halle als „Befreiungsschlag“ für die gesamte Klinik. Damit sei der Brückenschlag zum See hin geschafft. Ehe die Vertreter der beteiligten Firmen, die Klinik-Mitarbeiter und Ehrengäste zum geselligen Teil der Feier übergingen, bewegte sich der Tross nach draußen, wo Zimmerer Martin Sollerspöck den traditionellen Richtspruch hören ließ.

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