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Der Psallierchor bei der Präsentation im Jahr 2011. Die Bücher hat die Kreissparkasse inzwischen verkauft. 65 Werke aus Klosterzeiten hat Thomas Strüngmann als Sponsor für den Altertumsgauverein erworben.

Gesprächstermin nach der Sommerpause

Neue Verhandlungen um Verkauf des Psallierchors

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Tegernsee - Ende der Funkstille: Die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee und die Kirche nehmen die Verhandlungen um den Verkauf des Psallierchors wieder auf.

Lange herrschte Funkstille: Die Verhandlungen zwischen Kirche und Kreissparkasse über den Kauf des Tegernseer Psallierchors schienen endgültig gescheitert. Die Bank blieb auf dem teuren Erbe von Ex-Chef Georg Bromme sitzen. Doch nun sind neue Gespräche vereinbart.

„Wir haben den Gesprächsfaden wieder aufgenommen“, sagt Peter Friedrich Sieben als Pressesprecher der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee. Heißt: Die Kreissparkasse hat der Kirche neue Verhandlungen über den Verkauf des Psallierchors angeboten. Fix ist der Termin noch nicht. Aber es steht die Vereinbarung, dass die Vertreter der Kreissparkasse nach der Sommerpause ein Gespräch mit Generalvikar Peter Beer führen werden. 

Dabei dürfte es vor allem um den Preis gehen. Ein Punkt, zu dem sich Sieben nicht äußert. Bekannt ist, dass dem Ex-Sparkassenchef Georg Bromme im Jahr 2010 das immerwährende Nutzungsrecht für den ehemaligen Psallierchor satte 1,5 Millionen Euro wert war. Diese Summe zahlte die Kreissparkasse unter der Regie Brommes an Herzog Max in Bayern. Dazu kamen noch 150 000 Euro für die in dem Raum untergebrachte Bibliothek mit 11 600 Büchern. Die Bücher wurden inzwischen verkauft (wir berichteten). Bekannt ist auch, dass die Staatsanwaltschaft unter anderem wegen unsachgemäßen Sponsorings gegen den früheren Kreissparkasse-Vorstandsvorsitzenden Bromme ermittelt. Im Visier der Juristen ist die Bank gehalten, durch den Verkauf des Psallierchors die einst gezahlte Summe möglichst wieder zu erlösen. 

Die Kirche wiederum hatte schon 2013 klar gemacht, dass sie die geforderte Millionensumme nicht zahlen wird. Schon deshalb, weil dem Raum aktuell der zweite Fluchtweg fehlt. Diesen zu schaffen und überhaupt für den Brandschutz zu sorgen, ist wegen der Auflagen des Landesamtes für Denkmalpflege ziemlich aufwendig und teuer. Historisch ist der 150 Quadratmeter große, mit Fresken und Stuck geschmückte Raum ein Kleinod. 1429 erbaut, gehörte er einst zur Tegernseer Klosterkirche St. Quirinus. Hier, im hinter dem Altar gelegenen Raum, sangen Benediktinermönche ihre Psalmen. 1825 ließ Bayerns erster König Max I. Joseph den Chor mit einer Bretterwand abtrennen. Der König wollte einen Gang zwischen der neuen Hofküche und seinem Speisesaal schaffen. Ein Abkürzer, damit die königlichen Mahlzeiten auf dem Weg zum Tisch nicht erkalteten. 

Später diente der von der Kirche abgetrennte Raum lange als Familienbibliothek der herzoglichen Familie. Erreichbar ist er aktuell nur über das Gymnasium Tegernsee. Bislang wird die Tür nur bei den seltenen Führungen geöffnet. Drinnen gibt es weder Heizung noch Strom noch Licht. Ein fast vergessener Raum wie im Dornröschenschloss, das beflügelt die Fantasie und lässt die Herzen von Historikern höherschlagen. „Die Zeitkapsel wird geöffnet“, jubelten Geschichtskundige, als Bromme das Nutzungsrecht im Jahr 2010 erwarb. Anlass war das 175-jährige Bestehens des Geldinstituts. Der Psallierchor sollte ein Geschenk an die Bürger des Landkreises sein. Kleine, feine Konzerte, Lesungen und Ähnliches waren dort vorgesehen. Doch dazu kam es nie: Ohne den erwähnten zweiten Fluchtweg sind Veranstaltungen in dem Raum gar nicht zulässig. 

Ohnehin kam der jetzige Kreissparkassenchef Martin Mihalovits schon 2013 zu dem Schluss, die Kirche sei „die einzige Organisation, die mit dem Raum etwas anfangen kann“. Tatsächlich hat Monsignore Walter Waldschütz, Leiter des Pfarrverbands Tegernsee-Egern-Kreuth, sogar ein sehr lebhaftes Interesse an dem Psallierchor. „Ich möchte auf keinen Fall, dass er in fremde Hände kommt“, erklärt Waldschütz. Unter seiner Regie hat der Pfarrverband ein Nutzungskonzept für den Raum erarbeitet. Demnach könnten zum Beispiel Vespern und Andachten dort stattfinden, besonders auch für Schüler des Gymnasiums. Hinter den Kulissen hat Waldschütz in Sachen Psallierchor auch immer wieder nachgehakt. Dass die Verhandlungen über den Kauf an die Kirche nun tatsächlich wieder aufgenommen werden, erfüllt den Pfarrer mit Zuversicht: „Da bewegt sich was"

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