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Der Zentralparkplatz in Tegernsee steht voraussichtlich nur noch bis zum Jahr 2025 zur Verfügung. Die Stadt hat ihn von den privaten Eigentümern gepachtet.

Klausur zum Thema Verkehr

Tegernsee: Neuen Parkraum braucht die Stadt

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Am liebsten würde Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn alle Autos zwischen Bräustüberl und Rosenstraße unter die Erde bringen. Aber das ist nur ein Traum. Wie sich die Parkprobleme realistisch lösen lassen, war Thema einer Stadtrats-Klausur.

Tegernsee – Um einen klaren Blick auf die Situation zu bekommen, hat die Stadt Tegernsee ein Verkehrsgutachten erstellen lassen. Dabei ging es im Wesentlichen um den Ist-Zustand: Wie frequentiert sind die Parkplätze im Zentrum und an den Wanderstrecken, gibt’s nur an schönen Sonntagen Probleme oder auch an beliebigen Werktagen? Das fertige Gutachten war im Januar Gegenstand einer Klausur des Tegernseer Stadtrats. Öffentlich vorstellen will Hagn es erst, wenn eine kritische Bewertung durch den Stadtrat erfolgt ist. In dieser ersten Klausur hätten die Mandatsträger erst mal ihre Positionen erörtert und einzelne Punkte diskutiert, sagt Hagn: „Es gibt noch keine Ergebnisse.“

Stattdessen kam das Gremium überein, eine zweite Klausur anzusetzen, im März oder April. Im Anschluss daran will Hagn die Verkehrsanalyse und die Überlegungen öffentlich machen. „Ich möchte vor allem auch die Anwohner einbeziehen“, macht der Bürgermeister deutlich.

Auslöser aller Überlegungen ist der Umstand, dass der Pachtvertrag für den Zentralparkplatz im Jahr 2025 ausläuft. „Meine Versuche, den Vertrag jetzt zu verlängern, sind gescheitert“, berichtet Hagn. Das heißt zwar noch nicht, dass die Fläche danach wirklich als Parkplatz verloren ist. Schließlich kann ein Vertrag auch kurzfristig verlängert werden. Doch die privaten Eigentümer wollen sich alle Optionen offen halten. Und die Stadt muss damit rechnen, dass sie für viel neuen Parkraum sorgen muss.

Die Frage, ob ein Parkhaus auf dem Horn-Grundstück oder eine Vergrößerung der Kreissparkassen-Tiefgarage am Kurgarten geplant werden soll, beschäftigt die Stadt schon eine ganze Weile. Zu bedenken gibt es einiges. So könnte der Horn-Parkplatz auch bei der künftigen Nutzung des Guggemos eine Rolle spielen. Der Gasthof ist geschlossen, bislang sind Stadt und herzogliches Haus sich noch nicht einig geworden, was an dieser Stelle entstehen kann. „Neues gibt’s in Sachen Guggemos nicht“, erklärt Hagn. Dass die Entwicklung eines Projekts an dieser Stelle Zeit brauche, gehe für ihn aber ihn Ordnung. „Wichtig ist, dass etwas entsteht, was dann auch funktioniert.“

Zur Verkehrsplanung gehören auch die Wanderparkplätze. Bislang wird nur einer von ihnen bewirtschaftet: der unterhalb der Neureuth. Am Riederstein-Parkplatz zahlen die Wanderer nichts. Überhaupt wird die Bewirtschaftung im ganzen Tal uneinheitlich gehandhabt. „Es ist die Frage, ob wir eine einheitliche Lösung brauchen“, meint Hagn. Wichtig ist ihm vor allem, dass auch an Spitzentagen die Rettungswege freigehalten werden.

Nicht vergessen ist auch der Wunsch, die Rosenstraße von Parkplätzen zu befreien. Das Anliegen stieß aber bei Anwohnern auf Protest. Denkbar wäre ein Verzicht auf diese Parkflächen auch nur, wenn es Alternativen gäbe, so Hagn. Er persönlich favorisiert Tiefgaragen. Sein Traum wäre es, wenn zwischen Bräustüberl und Rosenstraße kein oberirdisch parkendes Fahrzeug mehr das schöne Bild stört. Seinen Bürgermeister-Parkplatz vor dem Rathaus hat Hagn übrigens aufgelöst. Nicht wegen der Optik, sondern wegen des ständigen Ärgers. Sobald der Rathaus-Chef sein Gefährt wegbewegte, schnappte sich ein Unbefugter den Sonder-Parkplatz. Und der Bürgermeister hatte bei der Rückkehr Pech. Laufend Strafen verhängen oder ein größeres Schild aufstellen mochte Hagn auch nicht: „Deshalb ist der Platz jetzt weg.“

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