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Beim Neujahrsempfang der Stadt begrüßte Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn (r.) rund 60 verdiente Tegernseer im Café Kreutzkamm.

Rückblick auf 2019 und zu Ende gehende Amtsperiode

Neujahrsempfang Tegernsee: Blick auf Abschiede und Neuanfänge

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Abschiede, Neuanfänge und ein paar Seitenhiebe: Beim Neujahrsempfang der Stadt sparte der Tegernsee Bürgermeister Johannes Hagn nicht mit Gesprächsstoff. Er blickte auch auf eine Amtsperiode zurück, die nach der Kommunalwahl zu Ende geht.

Tegernsee– Auch wenn es beim Neujahrsempfang der Stadt Tegernsee im Café Kreutzkamm diesmal galt, auf ein Jahrzehnt Stadtentwicklung und die Kommunalpolitik einer Amtsperiode zurückzublicken: Bürgermeister Johannes Hagn hielt am bewährten Konzept des Stehempfangs zum ungezwungenen Austausch fest. Impulse für den Gesprächsstoff gab’s in seiner Rede. Dabei war etwas Eile geboten, knapp eineinhalb Stunden später sollte der Galaabend des Ludwig-Erhard-Gipfels stattfinden, den einige der 60 Gäste des Neujahrsempfangs auch besuchten. Hagn entschuldigte sich für diese Terminkollision.

Diesmal standen außerdem einige Abschiede im Fokus. So begrüßte Hagn speziell jene Stadträte, die bei der Kommunalwahl im März nicht mehr zur Wahl stehen, und dankte Vizebürgermeister Heino von Hammerstein, Florian Kohler, Bernhard Mayer und Peter Schiffmann. Hagn verabschiedete zudem Dr. Markus Zimmer als Leiter der Orthopädischen Klinik und begrüßte dessen Nachfolger, Professor Tobias Kraus, den scheidenden Geschäftsführer der Tegernseer Erdgasversorgungsgesellschaft TEG, Bernhard Reit, dem Michael Schneider folgt, und auch dem Archiv- und Heimatpfleger Beni Eisenburg nach 36 Jahren als Mitarbeiter der „Tegernseer Nachrichten“. Dessen Aufgabe übernimmt Edmund Schimeta.

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Statt einer „Nabelschau“ zu seinen Errungenschaften stellte Hagn – vor allem mit Blick aufs Almdorf, die Therapiehalle der Orthopädischen Klinik und das Hotelprojekt Westerhof – fest, dass „alles seine Zeit braucht“. Immerhin habe man das neue Feuerwehrhaus, die zentrale Tiefgarage und gemeinsam mit dem Brauhaus den Guggemoos sowie die Wohnbebauung am früheren Gasthof Schandl auf den Weg gebracht. Stolz zeigte sich Hagn, dass sich der Bettenschwund seit seinem Amtsantritt verkehrt habe und Wohnraum geschaffen und gesichert worden sei: „Es nutzt mir das schönste Hotelbett nix, wenn der, der es machen soll, keine Wohnung findet.“ Neuen bezahlbaren Wohnraum gab es durch den Verkauf von 21 Wohnungen im Tegernseer Modell, und auch in der Neureuthstraße 4 und 6, im Anwesen Rosenstraße 10, das die Stadt jüngst gekauft hat, und im Bahnhofsgebäude.

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Als Gesprächsstoff zählte der Rathauschef eine Reihe Aufreger der zu Ende gehenden Amtsperiode auf: vom Krankenhausverkauf über die Schwaighofbucht, das Bastenhaus und die Asylbewerber-Notunterkunft in der Turnhalle, die Spielbankabgabe, das „Kommunikationsdesaster“ der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT), die Fusion der Volkshochschulen, die Zweitwohnungssteuer, die Schneekatastrophe, die BOB-Probleme und der gesperrte Neureuth-Forstweg – „Das alles nur als Hinweise, worüber Sie sich im Anschluss unterhalten können“, meinte Hagn augenzwinkernd. Zum aggressiven Schwan am Tegernsee meinte er: „Andere haben den Hund von Baskerville, wir haben den Schwan vom Schwaighof.“ Und in Richtung Brauerei-Geschäftsführer Christian Wagner frotzelte er angesichts der Aufforstung nach der Abholzaktion an der Point: „Was dem Biber billig ist, ist Ihnen teuer.“

Am Ende gab Hagn einen kurzen Ausblick und erinnerte daran, dass der Stadt im Haushalt eine Million Euro wegen der abgeschafften Straßenausbaubeiträge fehle und sie 4,5 Millionen Euro Gewerbesteuer zurückzahlen müsse. Hagn mahnte: „Es gibt eine Ressource, die extrem begrenzt ist in Tegernsee, und das ist Geld.“ 

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