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Touristen lieben den Tegernsee. Allerdings ist nur ein Bruchteil der Zimmer dort auch online buchbar.

Gute Nachricht für die Gastgeber

Touristiker streichen Provision für Online-Buchungen

Landkreis - Die Region braucht mehr Online-Buchbarkeit. Die ATS stellt deshalb sein Geschäftsmodell um. Für die Vermieter heißt das: Keine Provision mehr. Ganz umsonst geht's aber trotzdem nicht.

25 Prozent sind zu wenig. So hoch – oder gering – ist der Anteil der Gästebetten im Landkreis, der online direkt buchbar ist. Das muss dringend geändert werden, findet das kommunale Tourismus-Unternehmen Alpenregion Tegernsee Schliersee. Es baut deshalb die größte Hürde ab: die Provision, die Vermieter bislang bezahlen mussten. Immerhin zwölf Prozent. 

"12 Prozent waren ein zu hoher Preis"

Bislang lief das so: Der Vermieter stellt sein Angebot über das System Im-Web online. Zum Beispiel für 100 Euro pro Nacht. Wird das Zimmer gebucht, bleiben 88 Euro übrig, der Rest ging an Im-Web. „Zwölf Prozent waren für viele Gastgeber ein zu hoher Preis“, sagt ATS-Vorstand Harald Gmeiner. Dieses Hemmnis bauen die Landkreistouristiker von der Alpenregion Tegernsee Schliersee nun ab. Dies allerdings nur, wenn die Buchung über die von ihr betreuten Internet-Seiten abgewickelt wird – also etwa www.tegernsee-schliersee.de oder auch die Gemeindeseiten wie www.fischbachau.de. und www.miesbach-tourismus.de.

Aus Provision wird Jahresbeitrag

Statt Provision für Buchungen zahlen die Vermieter nun einen Jahresbeitrag an die ATS, den Vertragspartner von Im-Web. 100 Euro werden für Häuser mit zehn oder mehr Betten fällig, die kleineren zahlen 50 Euro. Das sei auch fairer, bekräftigt Thorsten Schär, der bei der ATS für die technische Seite zuständig ist. Denn bisher mussten Vermieter, die bei Im-Web nur ihr Haus darstellten, aber nicht buchbar waren, gar nichts bezahlen. Nun zahlen alle. Die Vertragsänderung hat die ATS bereits an die Vermieter verschickt. Letztere können widersprechen, allerdings fliegen sie dann komplett aus Im-Web. Schär zufolge gab es bisher keine Beschwerden, nur Nachfragen.

Auf den großen Portalen kostet's weiter Geld

Was allerdings bleibt, ist die Provision bei Buchungen über Portale, die an Im-Web angeschlossen sind. Dies sind zum Beispiel casamundo oder hrs-holiday. Auf solchen sogenannten Premium-Portalen ist das für 100 Euro eingestellte Zimmer allerdings noch einmal acht Prozent teurer als auf den ATS-Seiten. Der Preisaufschlag wird automatisch berechnet und hat zwei Effekte. Zum einen ändert sich für die Vermieter gegenüber dem Status Quo selbst dann nichts, wenn das jeweilige Portal noch mehr als die zwölf Prozent Provision verlangt, was vereinzelt der Fall ist. Zum anderen ist das besagte Zimmer auf den ATS-Seiten billiger, wovon sich die Landkreis-Touristiker mehr Zugriffe auf ihre Seiten erhoffen. Zuletzt haben die Buchungen immer mehr auf Premium-Portalen und immer weniger auf den ATS-Seiten stattgefunden. 

Am wichtigsten ist Gmeiner & Co. aber, dass die Online-Buchbarkeit im Landkreis deutlich steigt. Der ATS-Chef zitiert hierzu die Deutsche Reiseanalyse. In der ist dargestellt, dass binnen zehn Jahren der Anteil der online gebuchten Reisen von elf auf 30 Prozent gestiegen ist. Noch vor 2020 werde der Anteil auf über 50 Prozent steigen. Heißt: Präsenz und Buchbarkeit im Internet sind zwingend notwendig. Damit will die ATS die rund 1200 Vermieter im Landkreis aber nicht allein lassen. In jeder Tourist-Info gibt es einen sogenannten Im-Web-Paten, der den Vermietern bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite steht.

Daniel Krehl

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