So soll das neue Feuerwehrhaus in Tegernsee künftig aussehen. Entwurf: Architekturbüro Schreiber
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So soll das neue Feuerwehrhaus in Tegernsee künftig aussehen.

Stadtrat trifft Auswahl für Gestaltung des Funktionsbaus und Wohnungstrakts

Feuerwehrhaus: Optisch gefälliger Beton und lasiertes Lärchenholz

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Dass das neue Feuerwehrhaus an der Hochfeldstraße im Erdgeschoss, dem Funktionsbau der Feuerwehr, eine Betonfassade erhalten soll und die beiden oberen Geschosse eine Holzverschalung mit breiten Brettern, ist bereits beschlossene Sache. Bei ihrer jüngsten Sitzung mussten die Stadtratsmitglieder Entscheidungen zu den Betonvarianten sowie zu Bearbeitung und Farbe des Holzes treffen.

Tegernsee - Im Vorfeld und unmittelbar vor der Sitzung konnten sich alle über die vorgeschlagenen Varianten informieren, im Sitzungssaal selbst fragte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) dann reihum die Meinungen ab.

Vor dem Quirinal waren Muster für Betonsockel und Holzverschalung zu sehen.

Die Mehrheit (10:6 Stimmen) war beim Holz für die etwas dunklere, biozidfreie, witterungsbeständige und daher wartungsarme Lasur eines Herstellers, mit dem das planende Architekturbüro Schreiber gute Erfahrungen gemacht habe. Claudia Schreiber hielt es durchaus für sinnvoll, wenn Tegernsee hier in Sachen Nachhaltigkeit mit gutem Vorbild vorangehen würde. Mit seinem Vorschlag, das Lärchenholz lediglich mit einer farblosen Öllasur zu behandeln, konnte sich Florian Kohler (BürgerListe) nicht durchsetzen, wohl auch wegen der damit verbundenen, regelmäßigen Behandlung. Auch CSU-Stadtrat Andreas Feichtner konnte nicht genügend Kollegen davon überzeugen, dem Holz einen braunen, haltbaren Anstrich zu verpassen. Ursula Janssen (Grüne) hätte das Holz gerne seinem Alterungsprozess und damit seiner Lebendigkeit überlassen. Vor allem in Hinblick auf einen optischen Kontrast zum Betonsockel schloss sich auch Hagn dann der Mehrheit in Sachen Holzlasur an.

Holzlattung für Wohntrakt: Die Mehrheit der Stadträte will‘s klassisch

Bei der Gestaltung der Holzlattung wagte der Stadtrat den etwas moderneren Weg mit einer ein Zentimeter schmalen Fuge nicht, sondern entschied sich mit 12:4 Stimmen für eine klassische, breite Verschalung ohne Fuge. Dass sich in den Fugen Nässe, Ungeziefer oder Wespen sammeln könnten, schreckte vor allem Andreas Feichtner ab. „Außerdem schaut die Variante mit Fuge aus wie ein zusammengenagelter Stadel.“

Dass selbst bei Beton die Geschmäcker auseinander gehen, zeigte sich beim dritten Beschluss. Zur Debatte standen Fertigteile mit und ohne Fuge, Platten, die vor Ort bearbeitet werden, „gestockter“, sandgestrahlter oder gewaschener Beton sowie eine Variante in der Optik einer Bretterverschalung. Dass aus Kostengründen und wegen einer gefälligen Optik großformatige Fertigteile in „gestockter“ Herstellungsart und einer leichten Färbung in Ocker laut der Architektin die beste Lösung sei, konnte die Mehrheit nachvollziehen.

Damit war wieder ein Schritt in Richtung neues Feuerwehrhaus getan. Dass der beauftragte Projektsteuerer den Fortschritt im Blick hat, auch was die Kostenentwicklung betrifft, verschafft dem Stadtrat einen zusätzlichen Überblick über das Mega-Vorhaben, für das etwa 12,6 Millionen Euro kalkuliert sind. Als nächstes gilt es, die Abbrucharbeiten am Altbau wieder in Gang zu bringen. Sie waren, wie berichtet, wegen der Untersuchung auf Schadstoffe kürzlich gestoppt worden.

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gr

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