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Vor dem Querbau des Klinik-Komplexes nahe am Seeufer soll die Therapiehalle gebaut werden. 

DRV-Vorstand bekennt sich per Beschluss zum Standort

Orthopädische Klinik bleibt in Tegernsee

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Die Zitterpartie ist beendet: Die Orthopädische Klinik bleibt am Standort Tegernsee. Mit einem Vorstandsbeschluss hat die Deutsche Rentenversicherung ein klares Signal gesetzt. 

TegernseeAuf ein klares Bekenntnis zum Standort auf der Point haben die 130 Mitarbeiter der Orthopädischen Klinik lange gewartet. Denn auch wenn seit Jahren an Sanierungs- und Erweiterungsplänen gearbeitet wird: Ob die Deutsche Rentenversicherung (DRV) an dem Areal festhält, ließen die Verantwortlichen offen. Als Alternativen waren Kreuth und Neualbenreuth (Landkreis Tirschenreuth) im Gespräch. Jetzt hat der DRV-Vorstand bei einer Sitzung in München beschlossen: Der Stufenplan für die Entwicklung der Klinik auf der Point wird umgesetzt. „Alternative Planungen an anderen Orten werden nicht weiter verfolgt“, erklärt DRV-Sprecher Jan Paeplow.

Mit dem Signal für den Standort Tegernsee würdige der Vorstand auch die „hervorragende Arbeit unserer Klinik in Tegernsee“, erklärte Elisabeth Häusler, Vorsitzende der Geschäftsführung der DRV Bayern Süd. Die Botschaft beendet eine Zeit der Unsicherheit. Wie groß die Ängste der Mitarbeiter sind, zeigte sich im vergangenen Winter bei einer Demo mit der Gewerkschaft ver.di. Zudem hatte ein Patient, Thomas Gradl aus Tegernbach bei Freising, 2300 Unterschriften für den Erhalt der Klinik gesammelt und dem Vorstand im Juni überreicht.

„Das ist eine super Nachricht“, freut sich Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn über den Vorstandsbeschluss. Durch die Klinik blieben Tegernsee viele qualifizierte Arbeitsplätze erhalten.

Im August hatte die Stadt den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst (wir berichteten). Somit kann die DRV nun den Bauantrag für die geplante Therapiehalle stellen. Sie entsteht auf der bestehenden Tiefgarage, 40 Meter vom Ufer entfernt. Ihr Bau ist Teil eines Stufenplans. Im nächsten Schritt soll ein Bettenhaus errichtet werden.

5,30 Meter hoch soll die Therapiehalle werden. Sie bietet Platz für bis zu 85 Patienten, die von 20 Mitarbeitern betreut werden. Wann der erste Spatenstich erfolgen kann, ist derzeit völlig offen. „Für einen Zeitplan ist es noch zu früh“, meint Paeplow. Die DRV habe sich gerade erst zur Umsetzung des Stufenplans entschlossen.

Vom Tisch sind damit alle Überlegungen, einen Neubau auf dem Gelände der ehemaligen May-Klinik in Kreuth zu schaffen. Eine Option, die für Kreuth interessant gewesen wäre, meint Bürgermeister Josef Bierschneider. In Stellung gebracht habe sich Kreuth aber nur für den Fall, dass die Klinik Tegernsee verlassen wolle. „Das wäre für das Tal bitter gewesen.“ Er hoffe nun, dass es gelinge, die Klinik am Standort Tegernsee so zu gestalten, dass sie auch zukunftsfähig sei.

Mit der Standortfrage hatte die DRV lange gerungen. Ursprünglich hätte die Erweiterung auf dem Premium-Grundstück am See deutlich massiver ausfallen sollen. Das war nicht haltbar. Im November 2014 warf die DRV den alten Entwurf über Bord. Auch die neue Planung gefällt nicht allen. So hat sich die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal gegen die Therapiehalle ausgesprochen.

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