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Harrt einer Erneuerung: die Orthopädische Klinik in Tegernsee. Doch auch die geänderten Pläne ernten Kritik. 

Bauprojekt an der Point

Orthopädische Klinik: Die Bedenken sind erheblich

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Die Orthopädische Klinik auf der Point steuert auf eine Erneuerung zu. Ihre ersten Planungen musste sie über Bord werfen, jetzt wird ein neuer Anlauf genommen. Doch das Vorhaben ist umstritten. 

Tegernsee – Die Therapiehalle ist ein wesentlicher Bestandteil des Stufenplans, mit dem die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Bayern Süd ihre Orthopädische Klinik in Tegernsee auf Vordermann bringen möchte. Sie soll auf der Tiefgarage entstehen, seeseitig, nur 20 Meter vom Ufer entfernt. Die Halle ist in Leichtbauweise geplant und soll eine sichtbare Wandhöhe von 4,70 Metern und das Ausmaß von 32 mal 38 Metern haben.

Es ist ein zweiter Anlauf, den die DRV nimmt: Die ersten Pläne waren wegen großer Proteste nicht zu realisieren. Die Stadt Tegernsee steht hinter den neuen Plänen, macht den Weg frei und ändert nun zunächst Flächennutzungs- und Bebauungsplan. Bereits zweimal legte sie die Planung aus und holte Stellungnahmen ein. Bei seiner jüngsten Sitzung wurde der Stadtrat über alle Kritikpunkte und auch darüber informiert, wie die Stadt darauf eingeht.

Die Schlösser- und Seenverwaltung hält an ihren Bedenken fest – auch wenn sie das öffentliche Interesse an der Planung nachvollziehen könne und sich bewusst sei, dass sie über keine Entscheidungshoheit in dieser Frage habe, wie es in der Stellungnahme heißt. „Dennoch haben wir die Einhaltung des Landschaftsschutzes angemahnt und darauf verwiesen, dass dieser Fall als Präzedenzfall für künftige Nachverdichtungen in der Nachbarschaft wirken könnte, was zu einer deutlichen Beeinträchtigung des Landschaftsbildes führen würde“, fasst Cordula Mauß, Sprecherin der Seenverwaltung, auf Nachfrage unserer Zeitung die Stellungnahme zusammen. „Die Wahrung des Landschaftsbildes in diesem Bereich, der dem Landschaftsschutz unterliegt, ist der Bayerischen Schlösserverwaltung ein Anliegen“, so Mauß. Die Stadt nimmt dies zur Kenntnis, argumentiert aber damit, dass bei Nachbarbauten, die sich ebenfalls vergrößern möchten, kein öffentliches Interesse vorhanden sei. Zudem könne der Stadtrat ja zu jedem Fall neu entscheiden.

Auch die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT), die es in einer ersten Auslegungsrunde versäumt hatte, ihre Meinung zu äußern, gab jetzt ihre Stellungnahme ab. Aufgrund der „hohen Bedeutung für die Erholung und den Schutz des Orts- und Landschaftsbildes“ lehnt die SGT die Änderung des Flächennutzungsplans ab. Die Therapiehalle „mit Ausmaßen einer Dreifachturnhalle“ wäre an dieser „exponierten Stelle“ sowohl seeseitig, als auch von Rottach-Egern aus größerer Entfernung zu sehen. Daher könne die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes nicht hingenommen werden, so die SGT. „Das öffentliche Interesse schuldet den Talbewohnern Vorrang, nicht der deutschen Rentenversicherung“ findet die SGT. Um die Zukunftsfähigkeit der Klinik zu gewährleisten, schlägt die Schutzgemeinschaft vor, die Therapiehalle in die Planungen für das künftig ebenfalls neue Bettenhaus mit aufzunehmen. Dieses soll, wie berichtet, in einem weiteren Schritt anstelle von Sportheim und Hartplatz entstehen. Wegen der Exponiertheit des Vorhabens hält die SGT eine Machbarkeitsstudie zur Untersuchung von alternativen Lösungen für „zwingend notwendig“.

Die Verwaltung hatte auch hier Gegenargumente vorbereitet: Der Eingriff in die Natur sei vertretbar, die Klinikerweiterung diene der qualifizierten medizinischen Versorgung und sichere Arbeitsplätze. Der Bau auf der Tiefgarage würde eine Boden-Neuversiegelung verhindern. Die Planung auf den Flächen des Sportvereins hält die Stadt für städtebaulich nachteilig. Sie bleibt, so das Fazit, bei der geplanten Änderung des Flächennutzungsplans.

Zurückgewiesen wurden weitere Bedenken, etwa von Fachabteilungen des Landratsamts, wonach in dem Gebiet Georisiken, namentlich die Gefahr von Hangabbrüchen, bestehen. Auch sei unzutreffend, dass der Boden unter der geplanten Halle durch Altlasten belastet sei. Wie berichtet, laufen auf der gesamten Point gerade entsprechende Untersuchungen.

Der Stadtrat war mit den Antworten auf die Stellungnahmen einverstanden.

gr

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