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Bemüht sich, dass die Museums-Tür weiterhin offen steht: Der Vorsitzende des Altertumsgauvereins Hans-Herbert Perlinger

"Einige Mitarbeiter gehen auf die 80 zu"

Hilferuf: Tal-Museum geht das Personal aus

Tegernsee - Das Museum Tegernseer Tal wird derzeit ausschließlich von Ehrenamtlichen betrieben. Schon jetzt ist die Personalsituation dünn. Mindestens zehn weitere Ehrenamtliche werden benötigt.

Die Mitglieder des Altertumsgauvereins, der das Museum Tegernseer Tal betreibt, werden immer älter. Derzeit liegt der Altersdurchschnitt bei 72 Jahren. „Einige unserer Ehrenamtlichen an der Kasse gehen auf die 80 zu“, sagt Vorsitzender Hans-Herbert Perlinger. Derzeit stelle das noch kein Problem dar, mittel- bis langfristig werde die Entwicklung aber in einem Personalproblem münden. Der Verein sucht daher händeringend nach weiteren Ehrenamtlichen. 

"Können nicht darauf vertrauen, dass plötzlich Jüngere kommen"

„Bisher sind wir noch nicht in der Bredouille“, sagt Perlinger. „Wir können aber nicht darauf vertrauen, dass sich plötzlich Jüngere finden.“ Im Moment wird das Museum ausschließlich von Ehrenamtlichen betrieben. Von deren Engagement hängen die Öffnungszeiten ab. Derzeit stehen die Türen am Mittwoch von 11 bis 17 Uhr offen, ansonsten – außer montags – von 14 bis 17 Uhr. Zu diesen Zeiten muss die Kasse besetzt sein. 

Es fehlen 15 Personen

Dafür braucht der Verein allerdings das Doppelte der bisherigen Mannschaft, also 15 bis 20 Personen. „Damit nicht immer die gleichen arbeiten“, sagt der Vorsitzende. Nur dann könne man die derzeitigen Öffnungszeiten aufrechterhalten. Denn eine hauptberufliche Kraft einzustellen, ließe sich nur mithilfe finanzieller Unterstützung durch die Gemeinden realisieren. Gespräche habe es bislang aber noch nicht gegeben. Modernisierungsbedarf sieht Perlinger auch in Sachen Technik. Ein Audioguide sei für all diejenigen Museumsbesucher sinnvoll, die keine Führung mitmachen. Die Texte, die der Guide wiedergeben soll, hat der Historiker Dr. Roland Götz bereits erarbeitet, der Kauf der Geräte soll mit Unterstützung der Hubertus-Altgelt-Stiftung getätigt werden. 

"Wir brauchen Unterstützung eines Sponsors"

Für dringend notwendig hält Perlinger auch die Umstellung der Beleuchtung auf LED-Lampen – trotz des vergleichsweise hohen Anschaffungspreises. „LEDs bestechen durch eine längere Haltbarkeit“, erklärt der 75-Jährige. Außerdem könne man so die Ausstellungsstücke wesentlich besser ausleuchten. Wie hoch die Kosten ausfallen werden, ist noch nicht absehbar. „Da brauchen wir aber in jedem Fall die Unterstützung eines Sponsors“, meint der Vorsitzende. Zumindest einen Teil der Kosten soll – das geht aus dem Protokoll der Hauptversammlung des Altertumsgauvereins hervor – die Landesstelle für nichtstaatliche Museen tragen. 

Ebenfalls Teil der Hauptversammlung waren die Neuwahlen des Vorstands. Weil es keine Gegenkandidaten gab, blieb aber alles beim alten. Perlinger geht damit nun in seine dritte Amtszeit. „Danach muss aber Schluss sein“, sagt der ehemalige Direktor des Gymnasiums Tegernsee. Seine Stellvertreterin bleibt Birgit Halmbacher-Höplinger, das Amt der Schriftführerin behält Rosemarie Riedel gemeinsam mit ihrem Stellvertreter Franz Negele. Auch Kassier Alfred Riedl und sein Stellvertreter Frieder Herbst treten eine weitere Amtszeit an. 

So positiv diese Kontinuität beim Altertumsgauverein auch ist: Für die Zukunft wünschen sich die Mitglieder möglichst viele neue Kollegen. Für den Vorstand, aber in erster Linie für den Fortbestand ihres Museums.

Bastian Huber

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