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Neues Leben im Gemäuer: Clemens Schilling (r.), Leiter des Tegernseer Jugend- und Kulturzentrums Planet X, will mit der Band Micart mit (v.l.) Mick B. Hardt, Maggi Gerold und Claus Zöllner die Konzertszene neu beleben: Ihre CD-Präsentation mit dem Oimara Beni Hafner wird das erste Konzert im Planet X nach gut zehn Jahren sein.

Album-Releaseparty in Tegernsee mit Oimara und Micart

Das Planet X macht Bands die Bühne frei

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
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Gut zehn Jahre lang war‘s still geworden im Tegernseer Planet X. Jetzt will das Jugendzentrum wieder regelmäßig Bands aus der Region eine Bühne geben. Den Anfang machen Micart mit ihrem ersten Album.

Tegernsee – Bei der neuen Country-Rock-Band Micart läuft es richtig gut: Nach gerade mal einem Jahr veröffentlichen Mick B. Hardt, Markus „Maggi“ Gerold und Claus Zöllner ihr erstes Album. Und mit der CD-Premiere beleben sie das Jugendzentrum Planet X in Tegernsee als Live-Musikbühne wieder.

Planet X-Leiter Clemens Schilling vom Kreisjugendring (KJR) Miesbach ist frohen Mutes: Nach zehn Jahren findet am Samstag, 16. März, im Planet X im Reisberger Hof in Tegernsee wieder ein Live-Konzert mit einer örtlichen Band statt. Das hatte einst Tradition und beflügelte die hiesige Musikszene. „Im Zuge des damals neuen Rauchverbots verlegten viele Planet X-Besucher ihre Gespräche nach draußen. Da gab es von Seiten der Nachbarn Beschwerden. Der damalige Bürgermeister legte sein Veto ein, und mein Vorgänger stellte die Konzertpartys dann ein“, erklärt Schilling. Der Jugendzentrumsleiter kommt aus dem Veranstaltungsmanagement, hat bereits große Konzerte etwa mit den Sportfreunden Stiller organisiert und setzt bei seiner Arbeit beim KJR auf Erlebnispädagogik. Drei Bands nutzen daher momentan im Planet X regelmäßig den Probenraum, der hier eingerichtet wurde.

Das wiederum rief die vor rund einem Jahr neu gegründete Country-Rock-Band Micart auf den Plan, die ihrerseits in Lenggries probt. Die Bandmitglieder Mick B. Hardt (29) aus Bad Wiessee, Markus „Maggi“ Gerold (37) aus Gmund und Claus Zöllner (51) aus Lenggries erinnerten sich an die Konzert-Ära in Tegernsee und fragten an, ob sie im Planet X die Veröffentlichung ihrer ersten CD feiern könnten. „Das passte wie die Faust aufs Auge, denn das KJR-Thema des Jahres 2019 ist ‚Heimat‘“, sagt Schilling. Er freut sich, dass Micart den Oimara Beni Hafner mit seinem Prost aufs bayerische Lebensgefühl als Anheizer mitbringen. „Vier solche Konzerte pro Jahr im Planet X wären fein“, meint Schilling. „Das gäbe der hiesigen Konzert-Szene neue Impulse.“

Die drei Micart-Musiker mit Gitarre, Drums, Bass/Percussion und Gesang frönen einem modern interpretierten 60er-Jahre-Country-Rock mit deutlich hörbaren Einflüssen von Johnny Cash und Marc Knopfler, mit einer Prise Status Quo. Textlich – auch wenn sie auf Englisch singen – geht es ums hiesige entspannte Lebensgefühl. „Jeder von uns hat schon in diversen Bands gespielt und hat so seinen eigenen Stil“, erklärt Hardt. „Zusammen machen wir geraden, schnörkellosen, ehrlichen Rock.“ Der Wiesseer zeichnet mit seinen Kompositionen und Texten für den Singer- und Songwriter-Einschlag und die Gute-Laune-Attitüde der mittlerweile zehn eigenen Micart-Songs verantwortlich.

Für die CD haben die drei sich Unterstützung von Freunden aus der Musikszene geholt: etwa Sebastian Schwarzenberg an der Lap-Steel-Gitarre, San2 (bekannt von den Jazz Sessions im Bayerischen Hof in München), Sonja Schroth vom Duo s’Elysion aus Penzberg, KoKo (Kornelia Kortulla) aus Bad Tölz oder Perkussionist und Soul-Legende Bernhard Pricha aus München. „Aufgenommen haben wir die Songs in Eigenregie in einem befreundeten Studio und im Wohnzimmer“, verrät Hardt. Auch geschnitten haben sie das Material selber, um es dann von Reinhard Gross von Hicktown Records mixen und mastern zu lassen. Die zweite CD ist auch schon in Arbeit.

Zusammen mit den Cover-Songs, die das Trio auf der Pfanne hat, kann Micart Konzerte bis zu drei Stunden spielen. „Wir sind ein cooles Powertrio und funktionieren auch live bestens“, sagt Gerold mit Blick auf die bisherigen Gigs wie bei der „Sacklzementparty“ vor 120 Gästen. Und Zöllner ergänzt: „Das Schöne an einem Trio ist, dass keiner erwartet, dass sich die Coversongs anhören wie das Original. Wir klingen auch da anders und eigenständig.“ Das Publikum – ob jung oder älter – sei bisher jedenfalls begeistert. Ebenso die Konzertveranstalter: „Die buchen uns postwendend, wenn sie unsere Demos hören oder unsere You-Tube-Videos sehen“, freut sich Hardt. Gebucht sind sie schon für das nächste Jail-House-US-Car-Treffen in Tölz, die „Nacht der blauen Wunder“ in Landshut und das Sinnflut-Festival in Erding.

Das Release-Konzert von Micart mit dem Oimara im Planet X in Tegernsee (Max-Josef-Straße 13) beginnt am Samstag, 16. März, um 19.30 Uhr (Einlass 19 Uhr). Der Eintritt kostet 15 Euro (Schüler und Studenten zehn Euro).

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