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Lang ist's her: Tegernsees Altbürgermeister Peter Janssen liest das Sprüchlein, das er vor etwa 60 Jahren seiner damaligen Freundin Erika Mayer ins Poesiealbum geschrieben hat.

Büchlein aus Tegernsee ist in Hannover aufgetaucht

Altes Poesiealbum sucht seine Besitzerin

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Tegernsee - Auf einem Flohmarkt in Hannover ist kürzlich das Poesiealbum einer kleinen Tegernseerin aufgetaucht. Die Einträge stammen aus den Jahren 1956/57. Wir suchen nun die einstige Besitzerin.

Als Norbert Sandermann das Poesiealbum mit den roten Blümchen in einem großen Stapel auf dem Flohmarkt in Hannover entdeckt, muss er es einfach kaufen. „Die Eintragungen sind so anrührend“, sagt der 69-Jährige. Er habe nicht riskieren wollen, dass das Büchlein irgendwann in der Mülltonne landet. So hat Sandermann das Album für ganze drei Euro erstanden. Groß geredet hat er mit dem Verkäufer nicht – „ich wollte auch nicht mehr handeln“, erzählt der Schnäppchenjäger, der regelmäßig auf den Flohmarkt geht. Eigentlich sammelt er Platten und CDs. Das Album hat er aus reiner Liebhaberei mitgenommen.

Als Sandermann seinen Kauf später genauer studierte, keimte der Wunsch in ihm auf, das Album seiner ursprünglichen Besitzerin zurückzugeben. Er nahm daher Kontakt mit unserer Zeitung auf und ließ der Redaktion das Album zukommen.

Das Büchlein mit seinen vergilbten Seiten gehörte einer gewissen Erika Mayer aus Tegernsee. Ihre Mutter hat sich als Erste mit einem Sprüchlein darin verewigt – datiert ist der Eintrag auf den 22. Juli 1956. Es folgen Einträge und Fotografien vom Opa, von Tante Luise, Tante Gaby, der Oma aus Augsburg sowie von vielen Freunden und Schulkameraden. Darunter sind etliche Namen, die in der Region häufig vorkommen – und auch der eines bestens bekannten Tegernseers: Unter dem Sprüchlein „Im Glück nicht jubeln, im Sturm nicht zagen, das Unvermeidliche mit Würde tragen“ stehen die Worte „Zum Andenken an Deinen Freund Peter Jassen“.

Die Beiträge in dem Album stammen aus den Jahren 1956/57. Sie wurden teils liebevoll gestaltet.

Und der Altbürgermeister kann sich noch gut an Erika Mayer erinnern. „Die hat im Nachbarhaus gewohnt, wir haben viel und nett miteinander gespielt“, erzählt Janssen, als ihm unsere Zeitung von dem Flohmarkt-Fundstück berichtet. Als sich der kleine Peter ins Poesiealbum eintrug, war er zehn Jahre alt – Erika Mayer war also eine Freundin aus Grundschulzeiten. Sie wohnt längst nicht mehr in Tegernsee, weiß Janssen. Er glaubt, dass es sie später gemeinsam mit ihrer Mutter in den Frankfurter Raum verschlagen hat. Kontakt hat er nicht mehr zu ihr.

Auch andere Schulfreunde, die sich in dem Büchlein verewigt haben und die unsere Zeitung noch im Tegernseer Tal ausfindig machte, konnten nichts Näheres über den Verbleib von Erika Mayer berichten. Manche erinnerten sich noch an die einstige Klassenkameradin, manche überhaupt nicht mehr. Schließlich liegt die gemeinsame Zeit schon ewig zurück.

Neben den Einträgen in kindlicher Handschrift, garniert mit liebevollen Zeichnungen, finden sich in dem Poesiealbum auch Sprüche der beiden Lehrerinnen J. Wagner und Lisbeth Fritz, beide aus dem Jahr 1957. Leider sind nicht mehr alle Einträge vollständig – bei manchen fehlen die zugehörigen Fotos. So auch beim Eintrag von Peter Janssen.

Bitte melden!

Die Redaktion der Tegernseer Zeitung würde das Poesiealbum der ursprünglichen Besitzerin gerne zurückgeben. Wer uns bei der Suche nach Erika Mayer behilflich sein kann, wird gebeten, sich unter Telefon 08022/9168-21 oder unter der E-Mail-Adresse redaktion@tegernseer-zeitung.de zu melden.

gab

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