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Hätte gern einen Glühwein: Klaus-Maria Mehr.

Wider der Glühweinwüste! Unsere Kolumne zum Wochenende

Redakteur klagt an: Warum gibt‘s keinen Feierabend-Glühwein in der ganzen Region?

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Was sagen Sie, wollen wir nach Feierabend noch auf einen Glühwein gehen? Ja? Tja, geht leider nicht, weil es den nicht gibt. Nirgends! Ein unglaublicher Missstand und die Lösung:

Ach wie schön, die Adventszeit hat angefangen. Darauf einen Feierabend-Glühwein! Jetzt am Freitag nach der Arbeit mit den Kollegen in die kalte Winterluft und dann so ein heißes Gesöff, dazu eine Zigarette, im Hintergrund trällert jemand Stille Nacht und unterm Christbaum, da brutzelt die Bratwurst. Na? Läuft Ihnen auch schon das Wasser im Munde zusammen? Dann schlucken Sie das mal gleich wieder runter. Den Feierabendglühwein, den gibt’s nämlich nicht. Nirgends gibt’s den. Und ich such’ nicht erst seit Freitag.

Seit vier Jahren arbeite ich schon im südlichen Landkreis Miesbach. Seit vier Jahren wünsche ich mir einen offenen Glühweinstand am Freitagabend (Die ganze Woche wär freilich noch schöner, aber hey, lassen Sie uns realistisch bleiben). Und es ist ja nicht so, dass wir nicht genug Glühweinbegeisterte hätten. Nach einer schnellen Zählung komme ich auf 26 Christkindlmärkte im Landkreis. Das sind eineinhalb Märkte pro Gemeinde und mehr Tage als der ganze Advent überhaupt hat. Aber wann finden die alle statt – inklusive Adventshokuspokus mit Fährschiff am Tegernsee? Am Samstag und am Sonntag. Da freut sich der Münchner, da kann er sich wieder in den Stau stellen. Aber was ist mit uns? Was ist mit denen, die im Tegernseer Tal oder im Schlierachtal oder im Leitzachtal einfach nur einen Glühwein nach Feierabend trinken wollen? Und die gibt’s, liebe Vereine und Gemeinden.

Der Beweis? Sitzt in Holzkirchen: Da gibt’s einen umtriebigen Speiseeisproduzenten, der eine Marktlücke erkennt, wenn er sie sieht. Und was ist da? Voll ist da! Jeden Abend. Seit Jahren! Aber ich will nicht für einen Feierabendglühwein nach Holzkirchen fahren. Ich wohn’ im Tal. Ich arbeite in Miesbach und Tegernsee. Ich will meinen Glühwein am Marktplatz oder am Seeufer. Das muss doch drin sein, liebe Vereine und Geschäftstreibende. Ein Vorschlag: Ihr macht einen Stand weniger auf den 26 Märkten. Und wenn es für den guten Zweck ist, stelle ich mich gern einige Abende hinter den Tresen. Das ist mein voller Ernst. Bis dahin: ein hoffnungsvolles Prost (Sie erreichen den Autor unter klaus-maria.mehr@tegernseer-zeitung.de).

kmm

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