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Radler gegen Fußgänger: Schwaighofanlage in Tegernsee birgt Konfliktpotenzial

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Von: Alexandra Korimorth

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Zu Engpässen zwischen Radlern und Fußgängern kommt es offenbar immer wieder in der Tegernseer Schwaighofanlage. Insbesondere im Bereich des Clubhauses vom Ruderverein gibt es Probleme.
Zu Engpässen zwischen Radlern und Fußgängern kommt es offenbar immer wieder in der Tegernseer Schwaighofanlage. Insbesondere im Bereich des Clubhauses vom Ruderverein gibt es Probleme. © Alexandra Korimorth

Das Miteinander von Radlern und Fußgängern ist in der Schwaighofanlage in Tegernsee offenbar ein Problem. Zu wenig Platz! Jetzt diskutierte der Bauausschuss das Thema.

Tegernsee – Die Beschwerde eines Anliegers, wonach Radfahrer in der Schwaighofanlage keine Rücksicht auf Fußgänger nehmen, und ein damit verbundener Antrag auf Einschränkung der Fahrradnutzung rief jetzt den Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss der Stadt Tegernsee auf den Plan. Die Mitglieder votierten am Ende einstimmig für den Dialog mit den Ämtern und Grundstückseigentümern – allerdings gegen Verbote.

Anlieger: Fast täglich Konfliktsituationen vor der Haustür

„Die Fahrradfahrer nehmen keine Rücksicht auf die Fußgänger. Und die wenigsten kennen den Unterschied zwischen ‚Radweg‘ und einem ‚Radler erlaubt‘-Weg“, fasste CSU-Gemeinderat Florian Widmann zusammen, der die Sitzung am Montagabend (20. Juni) stellvertretend leitete. Er konnte nur bestätigen, was Anlieger Heiner Schlenk-von Barnsdorf in seinem Antrag auf Einschränkung der Fahrradnutzung monierte. Darin wies er zum einen auf die Gefahren- und Konfliktsituationen hin, die sich quasi täglich vor seinem Haus in der Schwaighofanlage und insbesondere am Eck vom Clubhaus des Rudervereins abspielen. Zum anderen schlug er drei Lösungen vor, die sodann in der Sitzung diskutiert wurden.

Der Anlieger forderte die Verbreiterung der Wege. Oder eine Begrenzung der Fahrradgeschwindigkeit auf Schritttempo. Oder aber ein Fahrrad-Verbot für die Wege abseits der Straße, was zur Folge hätte, dass man den Gehweg an der B307/Schwaighofstraße für Radlfahrer (wieder) freigeben müsste.

Stadtrat sieht viel prägnantere Gefahrenstellen am Tegernsee als die Schwaighofanlage

Rudolf Gritsch (CSU), der überall um den See viel prägnantere Gefahrenstellen sah als just in der Schwaighofanlage und auch die Schrittgeschwindigkeit als Fakt erachtete, sprach sich als einer der ersten gegen die eingereichten Vorschläge und somit gegen Verbote aus. Mit Blick auf die Senioren, die in der Anlage häufig auch mit Rollatoren oder mit Rollstuhl unterwegs sind, schlug er zwei getrennte Wege vor: „Einen für Radfahrer und einen für die Fußgänger. Damit können wir dem Problem beikommen.“

Radler am Tegernseer Leeberg: Wie auf einer Rennstrecke

Dem schloss sich Marcus Staudacher (Grüne) an. Vor allem weil das Radeln an der engen Bundesstraße mit all den Ausfahrten „extrem gefährlich“ sei. Er forderte Gespräche mit den Grundstücksbesitzern, sprich überwiegend dem Freistaat Bayern, aber auch mit dem Ruderclub Tegernsee. Sebastian Lorenz (CSU) ging noch einen Schritt weiter: „Die Radlfahrer rasen vom Leeberg runter wie auf einer Rennstrecke. Die werden sich an keinerlei Ge- oder Verbote halten“, prophezeite er und plädierte für die Verbreiterung des Weges und die Freigabe beider Gehwege für Radler.

Damit bliebe aber immer noch das „Nadelöhr beim Ruderverein“. Auch wenn sich Peter Hollerauer (FWG) in Sachen Grundstücksabtretung noch an gescheiterte Verhandlungen mit diesem vor etlichen Jahren erinnerte, lohne es sich, beim Ruderclub nachzufragen, ob er nicht zugunsten der Sicherheit aller „auf das eine Eckerl“ verzichten könnte.

Bauausschuss will Weg verbreitern und sucht Gespräche mit Grundeigentümern

Einstimmig kam der Bauausschuss schließlich überein, dass die Verwaltung den Kontakt zu den Grundstückseigentümern suchen sollte, damit der Geh- und Radweg verbreitert werden könne. Und dass man beim Landratsamt anfragen solle, ob der Gehweg südlich der Villa am See nicht auch für Radfahrer freigegeben werden könne, um den Zweiradstrom zu entzerren.

ak

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