Was hinter dem "Exklusiv"-Gespräch wirklich steckt

Nach TTT-Eklat: Interview wird zur Farce

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Tegernsee - Der Rauswurf von Stephan Köhl als TTT-Chef bringt die Tal-Bürgermeister in Erklärungsnöte: Ein Interview, das wir mit Peter Höß führten, wurde völlig verändert. Übrig bleibt ein Skandal.

Nur drei Monate lang stand Stephan Köhl (51) an der Spitze der Tegernseer Tal Tourismus GmbH – dann kam es zum großen Zerwürfnis. Über die genauen Gründe schweigen sich die Beteiligten seither aus. „Unterschiedliche Auffassungen über die strategische Ausrichtung“ seien ausschlaggebend für die Trennung gewesen, hieß es. Auch menschlich habe es zwischen dem TTT-Team und dem neuen Leiter nicht gepasst, ließ Wiessees Rathaus-Chef Peter Höß als Sprecher der Bürgermeister durchblicken. 

In einem Exklusiv-Interview, das uns die TTT angeboten hat und das auch geführt wurde, wollte Höß nun Details bekannt geben. Letztlich auch, um das Verständnis für die Position der Gesellschafter und die unpopuläre Entscheidung zu steigern. Nachdem Höß im ursprünglichen Gespräch mit uns noch recht ausführlich Stellung bezogen hatte, blieb von den Antworten nach der für Interviews üblichen Autorisierung nicht mehr viel übrig. 

Als Gesellschafter hatten sämtliche Bürgermeister des Tegernseer Tals Einblick in das Interview und entsprechende Änderungen vorgenommen. Das veranlasste die Redaktion dazu, das Gespräch nicht mehr zu veröffentlichen. Übrig blieben großteils Phrasen wie „Es handelt sich letztlich um eine Trennung, wie sie im Wirtschaftsleben leider vorkommen kann“ oder „Wenn man beidseitig merkt, es passt nicht, ist es besser, zügig Konsequenzen zu ziehen“. 

Zumindest aber wurde in dem Interview eingeräumt, dass es ein Fehler gewesen sei, den Vorsitzenden des Beirats, Bernhard Kaiser, zu der ausschlaggebenden Gesellschafterversammlung nicht einzuladen. Hier müsse eindeutig nachgebessert werden, erklärte Höß. Zugleich betonte er, dass die TTT derzeit keineswegs führerlos sei. „Unser Interims-Geschäftsführer Christian Kausch ist seit Jahren neben Rechnungswesen und IT auch für Personal zuständig und tief ins operative Geschäft eingebunden.“ Allerdings sei dies keine Dauerlösung. 

Und dennoch: Fürs Erste wird der Chefposten bei der TTT laut Höß nicht neu ausgeschrieben. „Wir haben hier eine wirklich gute Mannschaft. Es wäre zum Beispiel eine Möglichkeit, innerhalb des TTT-Teams Aufgaben neu zu verteilen und nur bei Bedarf einen externen Berater hinzuzuziehen. Vielleicht ist das die Erkenntnis, die wir durch die ganze Angelegenheit gewonnen haben. Damit würden wir sogar Geld sparen.“

Wie die Bürgermeister auf die Interview-Farce reagieren, lesen Sie in einer Stellungnahme.

Rubriklistenbild: © Veronika Stangl

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