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Bei der Übergabe der Unterschriften: (v.l.) Johannes Hagn, Gertraud Eberwein und Andreas Scherzer.

Bürgermeister Hagn schaltet Finanzminister ein

Rettet die Schwaighofbucht: Söder soll helfen

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Tegernsee - Die Initiative „Rettet die Schwaighofbucht“ fordert, die verschlammte Bucht auszubaggern. Bürgermeister Johannes Hagn unterstützt das. Er wird an Finanzminister Söder schreiben.

„Rettet die Schwaighofbucht“: Diese Forderung einer von Gertraud Eberwein gestarteten Initiative haben 1200 Menschen mit ihrer Unterschrift unterstützt. Die Listen haben Eberwein und Andreas Scherzer vom Verein Rettet den Tegernsee am Donnerstag an Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) übergeben. Der wiederum will sich nun bei Bayerns Finanzminister Markus Söder dafür stark machen, dass die verschlammte Bucht ausgebaggert wird. „Ich schreibe dem Minister“, kündigte Hagn an.

Dass der Bürgermeister den Minister persönlich um Unterstützung bittet, ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass sich keine Stelle für die Pflege der Bucht zuständig fühlt. Nachdem es sich um ein Gewässer erster Ordnung handelt, fällt es eigentlich in die Verantwortung des Wasserwirtschaftsamtes. Das aber betrachtet die Verlandung als natürlichen Prozess, in den es nicht eingreifen werde, um einen Badeplatz auf Vordermann zu bringen.

Politisch ist die Stadt Tegernsee für den See zuständig. „Weshalb ich der Kummerkasten für den ganzen See bin“, meinte Hagn. Eigentümerin der Seefläche wiederum ist die Schlösser- und Seenverwaltung. An deren Chef Söder wird Hagn sich nun wenden.

Einfach dürfte es nicht sein, die Forderung durchzusetzen. Schon vor vielen Jahren hatte die Stadt Tegernsee in einem Gutachten untersuchen lassen, ob und mit welchem Aufwand die Bucht vom Schlamm befreit werden könnte. Ergebnis: Das Ganze wäre sehr aufwendig und sehr teuer.

Den Schlamm nach dem Ausbaggern einfach in einer tiefen Stelle des Tegernsees wieder zu versenken, wie früher praktiziert und von Eberwein empfohlen, sei heute aus Gründen des Naturschutzes nicht mehr denkbar, machte Hagn deutlich: „Mein Urgroßvater hat noch seine alten Schiffe im Tegernsee versenkt. Das geht heute auch nicht mehr.“

Der Schlamm müsste also an Land gebracht und getrocknet werden. Danach würde er als Sondermüll entsorgt, wegen der eventuellen Belastung durch Schwermetalle, erklärte Hagn.

Eine weitere Forderung der Initiative lässt sich leichter erfüllen: Die Säuberung des Ufers von Schwemmholz und Unrat. „Macht’s halt mal ein Ramadama“, empfahl Hagn Eberwein und ihren Mitstreitern. Der städtische Bauhof werde den gesammelten Unrat abfahren und entsorgen. Ein Vorschlag, den Eberwein aufgreifen will. Vielleicht gebe es noch diesen Herbst einen Ramadama-Termin, meinte sie.

Ein Problem ist zudem die große Zahl von Wasservögeln, die in der Schwaighofbucht reichlich Nahrung finden und entsprechend viel Kot hinterlassen. Dem ist schwer beizukommen, wie Vogel-Experte Wolfgang Hiller erklärte, der ebenfalls zum Termin gekommen war. Wichtig wäre vor allem, den Fütterern der Enten und Blässhühner klar zu machen, dass sie der Natur schaden. Der Vorschlag, das Füttern unter Strafe zu stellen, gefiel Hagn nicht. Was getan werden kann, um die Population zu verkleinern, soll nun bei weiteren Gesprächen geklärt werden.

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