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Zum reißenden Gewässer wurde die Mangfall zuletzt auch wieder am Schuhmacherwehr in Gmund.

Tausende Flyer gehen an die Bevölkerung

Verein macht weiter Druck: „Nächstes Hochwasser kommt bestimmt!“

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Hochwasser-Ereignisse geraten viel zu schnell in Vergessenheit, findet der Verein „Rettet den Tegernsee“. Um das zu verhindern, verschickt der Vorstand tausende Flyer an die Bevölkerung.

Tegernseer Tal – Dass zuletzt ein drohendes Hochwasser an das verheerende Hochwasser 2013 erinnerte, kommt Andreas Scherzer nicht ungelegen. Dem Vorsitzenden des Vereins „Rettet den Tegernsee“ ist es ein Herzensanliegen, dass die Katastrophe nicht vergessen wird. Weil ein mahnender Starkregen aber nicht auf Bestellung vom Himmel braust, hat der Verein zur Erinnerung an die Überflutungen im Jahr 2013 einen Flyer entworfen. „Das nächste Hochwasser kommt bestimmt!“, heißt es dort. 8000 Stück hat der Verein drucken lassen. Sie gehen dieser Tage per Post an die Haushalte im Tegernseer Tal.

Hier finden Sie einen Rückblick und Bilder vom Hochwasser 2013 im Tegernseer Tal

„Je länger ein Hochwasser zurückliegt, desto mehr verblasst die Erinnerung daran“, weiß Scherzer. Während kurz nach der Katastrophe Einigkeit bestehe, dass schnell ein effektiver Schutz zu schaffen ist, gerate das Thema in den Jahren darauf immer mehr ins Hintertreffen. So sei die Planung der Baumaßnahmen zum Hochwasserausgleich in Gmund ins Stocken geraten. „Von unseren Forderungen wurde bis jetzt nichts verwirklicht“, stellt Scherzer fest. Stattdessen gebe es nun einen Bürgermeister in Gmund, der keine Baustelle in der Mangfall wolle, und das Bestreben nach mehr Schutz für Libellen in Seeglas.

In dem Flyer listet der nach dem Pfingsthochwasser 2013 gegründete Verein seine Forderungen auf. Ganz oben steht die schnelle Realisierung des Gesamtkonzepts für den Hochwasserschutz. Dabei seien die Quellen und Zuläufe im Hinterland einzubeziehen. Die natürlichen Rückhaltebecken oder Polderflächen wie die Weissachauen müssten reaktiviert werden. Zudem regt der Verein an, Mündungen auszubaggern und gegen Verlandungen anzugehen. Ein Wunsch, der zu der Forderung des Vereins passt, die Schwaighofbucht zu entschlammen.

Im Visier hat Scherzer auch das bestehende Schuhmacherwehr in Gmund. Beim jüngsten Hochwasser hatte er sich darüber empört, dass die Klappe nicht schon früher umgelegt wurde, um mehr Wasser abfließen zu lassen. Das Wehr gehört Florian Kohler, der als Inhaber der Büttenpapierfabrik die Wasserkraft zur Stromproduktion nutzt. Es dürfe aber die Stromproduktion keinen Vorrang vor dem Hochwasserschutz der Seeanlieger haben, heißt es in dem Flyer. Eine Darstellung, die Kohler mehrmals als falsch zurückgewiesen hat. Bei Hochwasser werde sogar weniger Strom produziert, die Fabrik leide am meisten darunter.

Scherzer hofft, dass der Flyer den Druck auf die Verantwortlichen erhöht, den Hochwasserschutz endlich voranzutreiben. 145 Mitglieder hat der Verein derzeit, 80 davon sind Unternehmen. Ein wirksamer Schutz vor Hochwasser sei für alle Bürger wichtig, erinnert Scherzer. 2013 entstand im Tal ein Schaden von 25 Millionen Euro, manche Häuser waren ein Jahr lang unbewohnbar.

jm

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