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Die Seesauna ist ein erfolgreicher Betrieb. Sie soll um eine neue Panoramasauna erweitert werden. Die Kapazität wird damit nicht erhöht.

Wir zeigen die Hintergründe

Das riesige Konzerngeflecht der Stadt Tegernsee: Wie es funktioniert

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Zur Stadt Tegernsee gehören etliche profitable Unternehmen. Bei der Bürgerversammlung legte Rathauschef Johannes Hagn (CSU) wieder einmal alle Karten auf den Tisch.

Tegernsee – 1,1 Millionen Euro hat die Stadt Tegernsee im vergangenen Jahr investiert, 21,4 Prozent weniger als im Vorjahr. „Wir haben einige Maßnahmen zurückgestellt“, sagte Rathauschef Johannes Hagn (CSU), als er bei der Bürgerversammlung im Quirinal einen umfassenden Überblick über alle Zahlen lieferte. Abbauen konnte die Stadt zugleich die Verschuldung: Sie wird zum Ende dieses Jahres zwar bei 1503 Euro pro Kopf und damit noch immer deutlich über dem Landesdurchschnitt von 653 Euro liegen, aber auch um 4,7 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Hagn stellte zugleich eine immer wieder aufgestellte Behauptung richtig, wonach die Seesauna kräftig Schulden mache. „Unterm Strich profitiert Tegernsee mit 315 000 Euro pro Jahr“, sagte Hagn, nachdem er betriebswirtschaftliche Aspekte im Detail beleuchtet hatte. „Die Seesauna gehört uns, monte mare ist der Betreiber.“ Um die Anlage noch attraktiver zu machen, ist auf dem Gelände eine neue Panoramasauna geplant, die zwischen dem Ruhehaus und dem Strandbad entstehen soll. Mehr Besucher sollen damit nicht kommen, „und können auch nicht, weil die Zahl der Spinde und Parkplätze nicht erweitert wird“, so Hagn. Jedoch soll der Andrang in den Saunen, vor allem in der Kelosauna, dadurch entzerrt werden. Inzwischen kommen jährlich über 100 000 Gäste, von 40 000 war man bei der Planung ausgegangen.

Und so stellt sich das Firmengeflecht der Stadt im Detail dar:

Tegernseer Kur- und Versorgungsbetriebe (TKV): Sie gehören zu 100 Prozent der Stadt. Bilanzsumme 2016: 22,1 Millionen Euro. Gewinn: 755 000 Euro. Dieser Gewinn wird für Investitionen zurückgelegt.

E-Werk Tegernsee Carl Miller KG (EWT): Der Energieversorger gehört zu 97,96 Prozent zu den TKV, der Rest gehört der Familie Miller. Bilanzsumme: 18,6 Millionen Euro. Gewinn: 2,3 Millionen Euro. 1,5 Millionen Euro wurden an die Gesellschafter ausgeschüttet, 800 000 Euro zurückgelegt. „Unter anderem für die Ertüchtigung des Gmunder Netzes“, so Hagn. Die Stadt, vertreten durch den Bürgermeister, ist zugleich persönlich haftende Gesellschafterin.

E-Werk Tegernsee Vertriebs-KG: Sie gehört jeweils zur Hälfte der E-Werk Tegernsee Carl Miller GmbH und den TKV. Bilanzsumme: knapp 1,4 Millionen Euro, Gewinn: 259 000 Euro, dieser Betrag wurde ausgeschüttet.

Tegernseer Erdgasversorgungsgesellschaft mbH & Co.KG: Sie gehört komplett zur EWT. Bilanz: 7,3 Millionen Euro, Gewinn: 1,157 Millionen Euro, dieser Betrag wurde ausgeschüttet.

monte mare Tegernsee GmbH: Sie gehört zu 50 Prozent den TKV. Mit ihr zusammen wird alles Finanzielle abgewickelt. Bilanz: 2,1 Millionen Euro, Gewinn 310 000 Euro, dieser Betrag wurde ausgeschüttet.

Tegernsee Bahn Betriebs GmbH: Sie gehört zu 45 Prozent den TKV. Bilanz: 2,9 Millionen Euro, Gewinn: 128 000 Euro. Dieser Betrag wurde angespart für Investitionen – etwa den Bau des Bahnhalts in Finsterwald. Derzeit, so Hagn, würden die Arbeiten neu ausgeschrieben, da eine erste Ausschreibung den Finanzrahmen gesprengt hätte (wir berichteten). Notfalls, Hagn, werde man den bereits angefangenen Bau weiter verschieben müssen.

Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT): Die Stadt ist zu 20 Prozent beteiligt. Bilanz: 884 000 Euro, Gewinn: 9000 Euro, 148 000 Euro wurden 2016 zurückgelegt.

Tegernseer Tal Verlag GmbH: Diese Firma gehört zu 16,66 Prozent der EWT. Bilanz 2016: 153 000 Euro, Gewinn: 12 000 Euro, dieser Betrag wurde zurückgelegt.

gr

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