Hightech-Hilfe: Hans-Peter Völmicke (l.) vom Rotary Club Tegernsee übergab Marko Baader (r.) einen gestifteten Rollstuhl. Claudiu Leverenz ist Chef der Entwickler-Firma.
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Hightech-Hilfe: Hans-Peter Völmicke (l.) vom Rotary Club Tegernsee übergab Marko Baader (r.) einen gestifteten Rollstuhl. Claudiu Leverenz ist Chef der Entwickler-Firma.

Aktion Tegernsee hilft

Rotary Club stiftet Steuerungsmodul: Hightech-Rollstuhl wird mit Kopfbewegungen dirigiert

  • Jonas Napiletzki
    VonJonas Napiletzki
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Der Rotary Club Tegernsee finanzierte einem verunfallten Sportler einen Hightech-Rollstuhl. Für den 27-Jährigen Münchner ist Mobilität essentiell.

Tegernsee – Dort, wo staatliche Hilfen nicht ausreichen, will die Stiftung „Aktion Tegernsee hilft“ anpacken. Hans-Peter Völmicke, Sprecher des Stiftungsrats, erläutert: ,,Wir wollen bei gravierenden Einzelschicksalen, die nicht ausreichend vom sozialen Netz aufgefangen werden, schnell und unbürokratisch Unterstützung geben.“

Rotary Club Tegernsee unterstützt 27-jährigen Münchner - Mobilität wegen eines Sportunfalls eingeschränkt

Die Stiftungsmitglieder, die dem Rotary Club Tegernsee angehören, sind kürzlich auf Marko Baader aufmerksam geworden. Seit einem Sportunfall mit 16  Jahren kann der heute 27-Jährige weder Beine, Arme oder Hände bewegen. Um weniger auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein, ist der Wunsch des Münchners nach einer gewissen unabhängigen Mobilität groß. „Der Rollstuhl spielt dabei die entscheidende Rolle“, betonen die Stiftungsmitglieder. Die herkömmliche Steuerung über einen Kinn-Stick sei jedoch ein Problem: „Sie lässt Mobilität tatsächlich nur in sehr eingeschränktem Maße zu.“

Die in München ansässige Firma Munevo bietet indes eine Lösung: eine Steuerung für Rollstühle, die auf einer Art Datenbrille basiert. Durch kleine Kopfbewegungen wird der Rollstuhl damit manövriert. Parallel dazu lassen sich mit der Brille Smartphones bedienen. Die Kosten für eine Umrüstung des Rollstuhls und die Brille wird dem Rotary Club zufolge von keiner Krankenkasse übernommen.

Aktion Tegernsee hilft finanziert Steuerungsmodul für Hightech-Rollstuhl mit Datenbrille

Im Schicksal von Marko Baader, dessen Vater seit 2019 ebenfalls an den Rollstuhl gefesselt ist, erkannten die Stiftungsmitglieder einen Härtefall: Die „Aktion Tegernsee hilft“ finanzierte das Steuerungsmodul mit 8000 Euro. Die Sanitätshäuser Medrob und Streifeneder übernahmen zusammen mit dem Rollstuhlhersteller Sunrise Medical den angepassten Rollstuhl. Munevo-Chef Claudiu Leverenz koordinierte die Aktion. Die Erfindung der Steuerung von Rollstühlen mit dem Kopf ist auf dem deutschen Markt noch neu. (nap)

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