Die Leebergstraße im unteren Bereich muss saniert werden. Über die Amerikanerwiese könnte die Baustraße führen.
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Die Leebergstraße im unteren Bereich muss saniert werden. Über die Amerikanerwiese könnte die Baustraße führen.

Das kommt auf Tegernsee zu - Machbarkeitsstudie zeigt Möglichkeiten auf

Sanierungsfall Leebergstraße

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Der Leeberg gehört zu den teuersten Wohnlagen am See, Promis wie Manuel Neuer wohnen hier. Doch die Straße hinauf ist alles andere als schick: Sie ist marode und muss komplett saniert werden. Was da auf Tegernsee zukommt, wurde dem Stadtrat anhand einer Machbarkeitsstudie aufgezeigt.

Tegernsee – Es geht um ein 320 Meter langes Stück zwischen Froumund- und Ellingerstraße. Die Leebergstraße, einzige Zufahrt zum Wohnparadies mit 1-A-Seeblick, hat hier ein teil zehnprozentiges Gefälle, ist stellenweise nur 3,50 bis 4,20 Meter breit und damit so schmal, dass normale Pkw nicht aneinander vorbei kommen. Durch rege Bautätigkeit ist die Straße stark beansprucht, Frost reißt Löcher in den ohnehin maroden und dünnen Asphalt. Weil Regenwasserkanäle zu gering dimensioniert sind, kann es bei starkem Regen passieren, dass man hier knöcheltief im Wasser steht. Kurzum: Die Leebergstraße ist ein Sanierungsfall.

Machbarkeitsstudie für Leebergstraße: Zwei Jahre Bauzeit

Um ein Bild davon zu bekommen, was da auf die Stadt zukommt, hatte sie eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Josef Ehrensberger vom Ingenieurbüro Blasy-Overland, stellte sie jetzt bei der Stadtratssitzung vor. Demnach sind drei Varianten denkbar: eine Sanierung unter Beibehaltung der Straßenbreite (Variante 1), eine Verbreiterung in zwei Teilbereichen (Variante 2) oder eine Verbreiterung an drei Stellen (Variante 3). Damit könnten mindestens 5,20 Meter Breite geschaffen werden und auch Lkw und Pkw eingeschränkt aneinander vorbei kommen. Der Hang müsste mit einer Stützwand gesichert werden. Ein neuer Regenwasserkanal, die Erneuerung des Abwasserkanals durch den Zweckverband sowie die Erneuerung weiterer Versorgungsleitungen würden damit einhergehen. Kosten: zwischen 940 000 Euro (Variante 1) und bis zu 1,168 Millionen Euro (Variante 3), ohne Kosten für neue Straßenbeleuchtung sowie Planungsnebenkosten. Bauzeit: zwei Jahre.

Sanierungsfall Leebergstraße: Baustraße über die Amerikanerwiese

Die größte Herausforderung: Weil die Bauarbeiten nur unter Vollsperrung durchgeführt werden können, der ganzjährige Betrieb des Hotels Leeberghof und die Zufahrt für Rettungskräfte und Müllabfuhr gesichert sein müssen, ist eine provisorische Baustraße nötig. Diese wäre einzig über die Amerikanerwiese möglich. Zusätzliche Kosten: rund 600 000 Euro netto.

Dass die Leebergstraße saniert werden muss, daran gab es keinen Zweifel. „Der Zustand ist nicht mehr tragbar“, fand Rudolf Gritsch (CSU), der sich um Haftungsrisiken sorgte für die Zeit der „Flickschusterei“ bis zum Baubeginn. Dies sei nicht der Fall, so Ehrensberger. Marcus Staudacher (Grüne) war bei dem Gedanken an eine Baustraße durch die riesige Wiese nicht ganz wohl, er würde sie gerne vermeiden. Doch Bauamtsleiterin Bettina Koch machte wenig Hoffnung, dass die Sanierung mit halbseitiger Sperrung zu machen sei. „Das haben wir zuletzt an der Klosterwachtstraße versucht, da hat es auch nicht funktioniert, und die war doppelt so breit.“ Ursula Janssen (Grüne) schlug vor, eine Umfahrung über Froumundstraße und Asamweg zu prüfen.

Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) räumte zwar ein, dass die Einrichtung der Baustraße massiv, aber wohl unumgänglich sei. Er sprach auch eine mögliche Bebauung der Amerikanerwiese an, wozu es aber noch keine Beschlüsse gebe. Auch müsse erst die Ellingerstraße im oberen Verlauf abgepackt, und dann von oben nach unten gebaut werden. Mit der Vorlage der Machbarkeitsstudie war für Hagn ein wichtiger Auftrag erfüllt, „um zu wissen, was zu tun ist, wenn wir da mal angreifen müssen.“ Dass es tatsächlich bald dazu kommt, ist unwahrscheinlich. „Momentan ist die Sanierung ohnehin nicht zu wuppen.“

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gr

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