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Baden ist hier nicht mehr möglich: Jede Menge Schlamm gibt es an der Schwaighofbucht. Wegen des heftigen Dauerregens der vergangenen Tage reicht das Wasser dennoch weit ans Ufer heran. 

Stadt Tegernsee will Sachlage endlich geklärt haben

Umweltministerin begutachtet Schlamm in Schwaighofbucht

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Was tun mit dem Schlamm in der Schwaighofbucht? Zwei Gutachten lässt die Stadt Tegernsee erstellen, um endlich zu klären, was damit passieren soll. Sogar ein Ortstermin mit der Umweltministerin ist geplant.

Tegernsee – Die fortschreitende Verlandung der Schwaighofbucht – sie ist ein Dauerthema im Tegernseer Rathaus. Nicht erst, seit sich im Sommer 2015 die Interessengemeinschaft „Rettet die Schwaighofbucht“ gegründet und sich die Initiative „Rettet den Tegernsee“ des Themas angenommen hat.

Auch früher schon hatten Bürger immer wieder die Beseitigung des Schlamms und die Wiederherstellung des idyllischen Badeplatzes gefordert, weiß Tegernsees Rathaus-Chef Johannes Hagn, der in dieser Sache mittlerweile umfangreiche Recherchen angestellt hat. Obwohl die Stadt nicht Eigentümerin des Areals und lediglich politisch zuständig ist für den See, sagt Hagn: „Das ist ein Thema, das immer wieder aufbrandet. Wir wollen die Situation jetzt endgültig geklärt haben.“

Dazu hat die Stadt unter anderem ein Bodengutachten in Auftrag gegeben, das klären soll, ob der Schlamm in der Schwaighofbucht sauerstoffzehrend, also belastet, ist oder nicht. Das Gutachten ist längst noch nicht fertig, doch schon jetzt zeige sich, dass eine einfache Ausbaggerung mit anschließender Versenkung des Materials im See nicht möglich sei. „Diese Option hat sich erledigt“, macht der Bürgermeister klar.Bekanntlich hatte der Verein „Rettet den Tegernsee“ eine solche Verklappung als Lösung vorgeschlagen.

Bleibt also die Möglichkeit, die rund 60.000 Kubikmeter Schlamm-Massen auszubaggern, zu trocknen und anschließend zu entsorgen oder – falls es sich nicht um Sondermüll handelt – für Renaturierungs-Maßnahmen wieder zu verwenden. Doch auch hier seien noch viele Fragen offen, sagt Hagn. Unter anderem die, wo die Ablagerungen überhaupt getrocknet werden könnten. „Wir können sie ja nicht einfach an den Ringsee fahren.“

Hinzu kommt die rechtliche Seite. Wie Hagn ermittelt hat, gibt es eine neue EU-Wasserrechtsrahmenrichtlinie, die besagt, dass die Qualität des Seewassers nicht verschlechtert werden darf. Dies könnte aber der Fall sein, „wenn wir den Schlamm anlangen“, meint der Bürgermeister. Deshalb hat die Stadt neben dem Boden- nun auch ein Rechtsgutachten zu dem Thema in Auftrag gegeben.

Hagn fürchtet aber, dass damit das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. „Wir könnten da in eine Vielzahl an Gutachten reinlaufen – und wo führt das finanziell hin?“, so die Sorge Hagns.

Um die Finanzierung des Projekts Schwaighofbucht zu klären und weil sich der See im Eigentum des Freistaats befindet, hat der Bürgermeister nun Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf zu einem Ortstermin eingeladen. Sie soll sich am 14. September selbst ein Bild von der (schlammigen) Lage machen. Auch Vertreter des an der Bucht ansässigen Ruderclubs, des Vereins „Rettet den Tegernsee“, des Wasserwirtschaftsamtes, der Gemeinde Rottach-Egern sowie der Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan und Mitglieder der Fischereifachbehörde sollen an dem Treffen teilnehmen.Die Fischerei-Experten zum Beispiel sehen keine Notwendigkeit, die Bucht vom Schlamm zu befreien. Die Fischbrut finde hier derzeit ideale Bedingungen, hieß es bei einer Besichtigung vor einem Jahr.

Hagn selbst ist, wie er sagt, „für alle Lösungen offen“. Er will sich aber ausschließlich auf die Untersuchungen unabhängiger Experten stützen. „Mein Ziel ist es, dieses Thema endlich abzuschließen – dazu dient der Termin.“

gab

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