In der Lederhose hat sich Andreas Scherzer in die schlammige Schwaighofbucht gewagt. Hier wurden Videos für eine Facebook-Aktion gedreht.
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In der Lederhose hat sich Andreas Scherzer in die schlammige Schwaighofbucht gewagt. Hier wurden Videos für eine Facebook-Aktion gedreht.

Verein Rettet den Tegernsee trommelt für Bürgerbegehren

Schlammbad für mehr Unterschriften

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Da steht er in grün bestickter Lederhose und festlichem Gilet im Schlamm: Wenn’s um die Schwaighofbucht geht, ist Andreas Scherzer vom Verein Rettet den Tegernsee nichts zu viel.

  • Verein Rettet den Tegernsee sammelt Unterschriften für Bürgerbegehen.
  • Schwaighofbucht soll vom Schlamm befreit werden.
  • Videobotschaft an den Umweltminister und die Tegernseer Stadträte.

Tegernsee – Um seine Botschaft zu verbreiten, greift Andreas Scherzer beherzt in den Schlamm. Barfüßig im Morast der Schwaighofbucht stehend, lässt der Vorsitzende des Vereins Rettet den Tegernsee klumpige braune Brühe durch die Finger gleiten und strahlt dabei in die Kamera. Er lade Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW) und Tegernseer Stadträte zum Schlammbad ein, ruft Scherzer.

Nicht, weil das so schön wäre. Scherzer will, dass der Schlamm verschwindet und die Bucht mit glasklarem Wasser zum Baden taugt. Ein Wunsch, der seit über zehn Jahren diskutiert wird. Es liegen Gutachten und Stellungnahmen vor, die Stadt Tegernsee ist im Austausch mit dem Umweltministerium. Die Ergebnisse indes stellen Scherzer nicht zufrieden. Während Experten hohe Kosten und viele Probleme sehen, sollte der Mensch die Verlandung rückgängig machen wollen, glaubt Scherzer an einfache Lösungen. „Das sind Fakten“, sagt er. Und die verbreitet er in bisher zwei Videobotschaften über Facebook. Das Ausbaggern von Seen sei gängige Praxis und werde zum Beispiel am Chiemsee und Starnberger See regelmäßig durchgeführt, macht er darin deutlich. Auch ein biochemisches Verfahren funktioniere bestens, wie sich zuletzt im Quellitzsee bei Hof gezeigt habe. Warum also sollte dann nicht auch die Schwaighofbucht entschlammt werden können? So denkt Scherzer.

Mehr Badestrand am Tegernsee

Gut 250 Meter Badestrand würde der Tegernsee dadurch gewinnen, meint Scherzer. Gerade in Corona-Zeiten seien die vorhandenen Badeplätze doch alle überfüllt. Und auch die Gänse, die sich unangenehm zahlreich an der Schwaighofbucht tummeln – derzeit sind es rund 60 Stück – würden nach Meinung Scherzers das Weite suchen, wenn der Schlamm nicht wäre.

Um die Forderungen durchzusetzen, hatte der Verein zum Jahresbeginn ein Bürgerbegehren gestartet. Mit Corona rückte die Aktion in den Hintergrund, der Verein fror die Unterschriftensammlung ein. Jetzt will Scherzer das Begehren wieder in Schwung bringen. „Der Freistaat hat noch genug Geld, um sich um die Schwaighofbucht zu kümmern“, ist er überzeugt.

Stadt Tegernsee soll den Freistaat zum Handeln bringen

Das Begehren richtet sich allerdings nicht direkt an den Freistaat, in dessen Zuständigkeit der See fällt. Dies ist rechtlich auch nicht möglich. Vielmehr wird die Stadt Tegernsee mit dem Begehren aufgefordert, den Freistaat zum Handeln zu bringen.

400 Unterschriften wären nötig, damit es zum Bürgerentscheid kommt. 300 hat der Verein bis jetzt. Als Folge der Facebook-Posts sei die Zahl der Unterschriften zuletzt ordentlich angestiegen, berichtet Scherzer. Er ist sich sicher: „Die 400 kriegen wir zusammen.“ Gültig sind nur die Unterschriften von Bürgern der Stadt Tegernsee. Listen liegen bei Scherzer sowie bei Gertrud Eberwein aus und können über die Vereins-Homepage www.tegernseer-gegenwehr.de abgerufen werden.

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