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Kosten für Feuerwehrhaus schon jetzt über dem Budget

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Von: Gerti Reichl

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Die Baugrube ist vorbereitet, der Kran steht: Der Bau des Feuerwehrhauses hat begonnen.
Die Baugrube ist vorbereitet, der Kran steht: Der Bau des Feuerwehrhauses hat begonnen. © Thomas Plettenberg

Auf inzwischen gut 15 Millionen Euro sind die Kosten für das neue Feuerwehrhaus Tegernsee kalkuliert. Es könnte noch teurer werden, wie sich jetzt im Stadtrat gezeigt hat. Für Ursula Janssen (Grüne) war das Anlass für kritische Anmerkungen.

Tegernsee – Als Bauamtsleiterin Bettina Koch jetzt im Stadtrat aus dem aktuellen Quartalsbericht der beauftragten Stuttgarter Projektsteuer-Firma Drees & Sommer zitierte, blieb den Mitgliedern des Gremiums nichts anderes übrig, als die Zahlen zur Kenntnis zu nehmen. Darin heißt es, dass das Budget der Auftragsvergaben bereits überschritten ist, und das, obwohl erst zwei Drittel der Arbeiten vergeben sind. „Die Baumeisterarbeiten haben uns reingeritten“, sagte Koch. „Sie sind deutlich teurer als kalkuliert.“ So liege man bei den bisher vergebenen Gewerken bei 7,9 Millionen Euro, auf rund 6,8 Millionen Euro war das Budget kalkuliert.

Wir sollten das nicht stillschweigend hinnehmen.

Stadträtin Ursula Janssen (Grüne)

Ursula Janssen (Grüne) ermahnte, dies nicht stillschweigend hinzunehmen. Ihr sei bewusst, dass die drei genannten Gründe, nämlich die Corona-Lage, der aktuelle Rohstoffmangel und der Facharbeitermangel berücksichtigt werden müssten. Angesichts der Kostenentwicklung von anfangs in der Machbarkeitsstudie geschätzten 6,2 Millionen Euro, über 8,5 Millionen Euro in 2019, hin zu 12,5 Millionen Euro in 2020 und nun einer Prognose von 15,2 Millionen Euro müsse, man schon fragen, wo die Ursachen tatsächlich liegen. Die lange und durchaus gewissenhafte Planung seien da zu nennen. „Angesichts weiterer Großprojekte müssen wir uns schon überlegen, wie wir solche Fehlentwicklungen künftig vermeiden können.“

Vergleich mit Feuerwehrhaus Waakirchen gezogen

Ursula Janssen zog den Vergleich mit den Waakirchnern, die für 3,8 Millionen Euro ein Feuerwehrhaus mit fünf Toren und drei Mietwohnungen gebaut hätten. Sie vergleiche „Äpfel mit Birnen“, konterte Markus Schertler (CSU). Sowohl Größe, als auch Anforderungen an die Feuerwehr selbst sowie das Grundstück seien in Tegernsee anders zu bewerten als in Waakirchen. Aber: „Die Mehrkosten müssen wir akzeptieren.“ Ein Zurückrudern sei nicht möglich, so Schertler, Fraktionskollege Andreas Feichtner sah angesichts von „Baustoffkosten, die durch die Decke gehen“ nur eine Lösung für künftige Großprojekte: von Beginn an einen Kostenpuffer von 200 bis 300 Prozent einplanen.

Während Andreas Obermüller (FWG) fand, dass sich Tegernsee genug Gedanken gemacht habe, nutzte Florian Kohler (BürgerListe) die Gelegenheit, seine Haltung zu erneuern: „Das Feuerwehrhaus ist überdimensioniert.“ Dennoch gab er auch dem Staat eine Mitschuld an der Entwicklung, der Geld in die Wirtschaft pumpe und die Inflation antreibe.

Was hätte anders laufen können? Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) nimmt auf Nachfrage nach der Sitzung dazu Stellung: „Wenn man 2014 mit der Planung beginnt und 2021 baut, dann ist es doch klar, dass die Kosten nach oben gehen.“ Natürlich habe es Zeitverzug gegeben, „doch wir mussten uns die Zeit nehmen, weil wir auch auf alle Einwände im Stadtrat eingegangen sind.“ Bezüglich der Kosten erklärte Hagn, dass die Stadt pro Auftrag eine Rückstellung von zehn Prozent einplane. Diese Summen seien in den 7,9 Millionen Euro enthalten. „Wenn der Bau steht, bin ich gerne zu einer Bilanz bereit“, so Hagn, „jetzt müssen wir schauen, dass wir im Zeitplan bleiben.“ Ein Vergleich mit Waakirchen könne nicht gezogen werden. Zudem kämen auf die Feuerwehr in Zukunft weitere Aufgaben zu, auch in Hinblick auf den Hochwasserschutz.

Einen Ausblick, wie sich das Projekt noch entwickeln werde, könne er nicht machen. Für Hagn steht fest: „Es ist gut angelegtes Geld.“

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