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Die Schwaighofbucht verlandet. 

Gutachten liegt vor 

Kommt hier ein Badeparadies? Hürden größer als gedacht

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Den Schlamm ausbaggern, das Ufer hübsch machen, und schon ist die Schwaighofbucht ein Badeparadies. Das war die Idee. Doch wie ein Gutachten zeigt, ist die Umsetzung mehr als problematisch.

Tegernsee „Je weiter wir in das Thema einsteigen, desto schwieriger wird es“, machte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) im Stadtrat klar. Dabei schien der Wunsch, der am Anfang der Untersuchung stand, nicht vermessen. Die Schwaighofbucht, deren Verlandung voranschreitet, soll vom Schlamm befreit werden, damit sie wieder als Badestrand taugt. Rund 1200 Unterschriften hat eine von Gertraud Eberwein gestartete Initiative gesammelt, der Verein Rettet den Tegernsee treibt das Anliegen seitdem voran. Die Idee: Der Schlamm soll ausgebaggert und im See verklappt werden.

Um zu klären, ob das möglich ist, hat die Stadt mit finanzieller Unterstützung des Vereins und des Wasserwirtschaftsamtes ein Gutachten in Auftrag gegeben. Es liegt nun vor – verspätet und nur für einen Teilbereich. Mit Rücksicht auf die Kosten der Analyse, so Hagn, hat sich Gutachter Peter Niesslbeck vom Büro bioConsult vorerst auf den abfallrechtlichen Teil konzentriert. Ist der Schlamm belastet oder nicht? Dies mit Bohrkernen zu erproben, hält der Gutachter nicht für zielführend, weil so keine Rückschlüsse auf den Gasgehalt möglich sind. Sein Vorschlag; Als Pilotprojekt könnten 1000 Kubikmeter Schlamm in ein 50 mal 50 Meter großes Absetzbecken gepumpt werden. Zu klären ist: Kann das mit dem Schlamm geförderte Wasser in den See zurückfließen oder ist es dann schadstoffbelastet? Wie sieht es mit den Schadstoffen im Schlamm aus? Wie viel Steine, Äste, Müll sind enthalten? Alles muss säuberlich analysiert, getrennt, entsorgt werden. Und es wäre erst der Anfang. Hagn zufolge befinden sich etwa 60 0000 Kubikmeter Schlamm in der Bucht. Ein Volumen, das mit „einem Faktor X“ zu multiplizieren ist, wie Hagn erklärt: Mit dem Schlamm wird auch Wasser abgepumpt. Das Absetzbecken müsste wohl an der Bucht errichtet werden und dort jahrelang stehen bleiben. Die Kosten: immens. „Die Frage ist: Wollen wir das“, meinte Hagn.

Ein Verklappen im See ist nach Ansicht des Gutachters nicht realistisch. Denn es gilt ein Verschlechterungsgebot: Kein Parameter im sensiblen Öko-System See darf sich durch die Aktion verschlechtern. Um das bewerten zu können, müssten zum Beispiel die Strömungsverhältnisse im See genau bekannt sein. „Die wurden bisher noch gar nicht untersucht“, so Hagn.

Sein Vorschlag: Die Stadt organisiert einen Workshop mit Vertretern der Behörden, des Umweltministeriums, dem Verein Rettet den Tegernsee, begleitet von der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege. Unter wissenschaftlicher Beratung und mit Beteiligung interessierter Bürger soll der künftige Kurs bestimmt werden. „Wir müssen auch klären, wer eigentlich zuständig ist“, meint Hagn. Die Stadt könne es kaum sein: Der See gehört dem Freistaat. Einmütig stimmte der Stadtrat für den Workshop, er soll vor den Sommerferien stattfinden.

Unterdessen überrascht die Bürgerliste mit einer neuen Idee: Statt zu versuchen, die Verlandung aufzuhalten, könnte man sie nutzen. Sobald die Schlammfläche über den Wasserspiegel wächst, sollte man sie aufschütten und die gewonnene Landfläche sinnvoll gestalten. „Dafür werden ein großzügiger Kinderspielplatz und ein ökologisches Naturbad vorgeschlagen“, heißt es in einem Antrag der Bürgerliste. Als Vorbild könnte das Kuenringerbad der Partnergemeinde Dürnstein dienen.

Sprecher Heino von Hammerstein hatte Hagn den Antrag schon im November überreicht, stellte den Inhalt jetzt vor und wollte ihn auch behandelt wissen. Auf der Tagesordnung stand der Punkt aber nicht. Dies deshalb, erklärte Hagn, weil man doch vereinbart habe, dass der Antrag zu früh komme und zu einem späteren Zeitpunkt gestellt werden könne. Hammerstein sah dies anders, es kam zum Disput. Ergebnis: Der Vorschlag wird im Protokoll festgehalten und kann im Rahmen des Workshops auch erörtert werden.

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