Baden ist hier lebensgefährlich: Die Schwaighofbucht.

Großes Ramadama am Samstag

Hilfe für Schwaihofbucht: Das steht im Söder-Brief

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Tegernsee – Die Retter der Schwaighofbucht packen am Samstag zum Ramadama am Seeufer an. Derweil hat Bürgermeister Hagn seinen Brief an Markus Söder abgeschickt.

Helfer sind gebeten, mit Gummistiefeln und Arbeitshandschuhen anzutreten, gerüstet mit Rechen und Schaufeln. Die Initiativen „Rettet die Schwaighofbucht“ und „Rettet den Tegernsee“ rufen am morgigen Samstag ab 9 Uhr zum großen Ramadama am Seeufer auf. Geplant ist, die Schwaighofbucht grob vom Seegras und angeschwemmten Unrat zu befreien. Einige Rechen und Schaufeln stellt die Stadt Tegernsee zur Verfügung, die das Ramadama unterstützt. 

Der Bauhof wird am Montag den gesammelten Unrat abholen und entsorgen. Die Brauerei stiftet Bier für die Helfer, die Bäckerei Eberwein Limo, Wasser und Brezeln. Als Sprecherin der Gruppe „Rettet die Schwaighofbucht“ hofft Traudl Eberwein, dass viele kommen. Parkmöglichkeiten gibt’s bei Reifen Hösl und gegenüber. Während des Ramadama, das bis gegen 14 Uhr dauert, werden dort keine Parkgebühren erhoben. Ab 13 Uhr kann auch bei der Bäckerei Eberwein geparkt werden, ansonsten beim Lidl. Mit dem Ramadama folgt die Initiative einer Aufforderung des Tegernseer Bürgermeisters Johannes Hagn (CSU). 

Wie berichtet, hatten Eberwein und Andreas Scherzer von „Rettet den Tegernsee“ dem Stadt-Chef Mitte Oktober die von 1200 Unterstützern unterzeichnete Forderung überreicht, die Schwaighofbucht in einen ansehnlichen Zustand zu versetzen. Dabei ist angeschwemmter oder zurückgelassener Unrat das kleinere Problem. Es ist vor allem der tiefe Schlamm, der das Baden in der Bucht verleidet. Die Initiative fordert, den Bereich ausbaggern zu lassen, um die Verlandung zu stoppen. Eine aufwendige und teure Maßnahme, für die sich weder das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim noch die Bayerische Seen- und Schlösserverwaltung zuständig fühlen. 

Die Unterschriftenliste hat Hagn inzwischen an Finanzminister Markus Söder geschickt, mit der Bitte, die Vermittlerrolle zu übernehmen. Heißt: Der Minister möge klären, wer in der Verantwortung steht. „Wir wollen Ihnen nicht den Schwarzen Peter zuschieben“, versichert Hagn in seinem Schreiben. Doch die Stadt Tegernsee, nur politisch zuständig für den See, brauche in diesem Fall Hilfe. Eigentlich wäre wohl das Wasserwirtschaftsamt für den See verantwortlich. Doch das betrachtet die Verlandung als natürlichen Vorgang. Für Badeplätze sei das Amt nicht zuständig, hatte Behördenleiter Paul Geisenhofer schon bei einer früheren Anfrage wissen lassen. 

Dagegen führt Hagn an, dass sich die Einmündung der Rottach eben nicht mehr dort befinde, wo die Natur sie vorgesehen hatte. Sie wurde zur Zeit des Rottacher Warmbad-Baus vom Wasserwirtschaftsamt verlegt. Dies könnte Ursache der Verlandung der Schwaighofbucht sein. Dort warnt inzwischen ein Schild Badende vor dem tiefen Schlamm, die Nutzung für Segler ist eingeschränkt. „Und wir sind ein Tourismusort“, erinnert Hagn den Minister in seinem Schreiben. Die Stadt habe bereits ältere Gutachten in dieser Sache vorliegen. Es gelte nun festzulegen, wer die weitere Prüfung übernehme, macht Hagn in seinem Schreiben deutlich. Dabei stelle sich die Stadt „eine gemeinsame Lösung“ vor.

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