Seesauna Tegernsee Sauna-Schiff Corona
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Alles wie neu: Seesauna-Betriebsleiterin Daniela Hidalgo im sanierten Sauna-Schiff. 

Wie die Seesauna die Schließung wegen Corona überbrückt

Rundum-Sanierung in einem Aufwasch

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Seit 17.  März sind die Öfen aus. Dennoch bringt die Seesauna ein kleines Team an Mitarbeitern gehörig zum Schwitzen. 

Tegernsee In den vergangenen Jahren mussten Besucher immer im Juni auf ihr Schwitzvergnügen verzichten. „Fünf Tage lang haben wir da sonst wegen Revision geschlossen“, berichtet Hidalgo. Heuer dauert die Schließung schon acht Wochen – Shutdown wegen Corona. Wer jetzt glaubt, am Seeufer in Tegernsee sind die Lichter aus, der irrt: Corona macht einem Teil des sonst 40-köpfigen Teams gehörig Dampf.

Zusammen mit vier Mitarbeitern lässt die Betriebsleiterin alles auf Vordermann bringen. Wo nötig, wurden externe Firmen engagiert. „Jede Sauna wird komplett renoviert“, sagt Hidalgo. „In der Kelo-Sauna zum Beispiel ist jede Bank rausgekommen. Jede Holzlatte wird abgeschliffen, neu geölt und somit imprägniert.“ Auch das Dach des Kelo-Schwitztempels wurde bearbeitet und sieht aus wie neu. „Das gilt auch für das Saunaschiff, das innen und außen komplett instandgesetzt wurde.“ Auch die Panorama-Sauna steht da wie neu: „Die Holzverschalung wurde abgeschliffen und geölt“, sagt die Betriebsleiterin. Das werde natürlich regelmäßig gemacht, damit sich die Anlage tipptopp präsentiert.

„Saustall“ am Papiercontainer: Bürgermeister macht seinem Ärger Luft.

Nicht nur alle Saunen unterziehen sich einer Rundum-Erneuerung. Auch die Küche wird umgebaut. „Die Nachfrage nach unserem guten Essen ist enorm. Damit hatten wir nicht gerechnet, als wir 2008 eröffnet haben.“ Hidalgo verweist darauf, dass alle Gerichte frisch zubereitet werden. Also werden gerade bessere Voraussetzungen für die vier Köche und das Personal geschaffen. „Wir optimieren sämtliche internen Abläufe“, berichtet Hidalgo. Künftig steht nicht nur mehr Abstellfläche zur Verfügung, sondern auch ein optimierter Herd. „Die Schließung wegen Corona kommt uns zugute“, meint die Betriebsleiterin, „andernfalls hätten wir wegen des Küchenumbaus heuer zwei Wochen schließen müssen.“ Die monte mare Tegernsee, Betreiberin der Seesauna, hatte schon mit einer Interimsküche im Strandbad geplant, das bleibt ihr nun erspart.

Wann die Seesauna wieder öffnet, kann auch Daniela Hidalgo nicht abschätzen. Denn trotz vieler Lockerungen im öffentlichen Leben gibt es für Saunen und Bäder noch keinen Fahrplan. Ebenso wenig für das Strandbad. „Das würde ohnehin erst Mitte oder Ende Juni öffnen“, sagt Hidalgo. Solange der Tegernsee 17 oder 18 Grad Wassertemperatur unterschreite, bleibe das Bad normalerweise zu.

„Wir müssen das Beste draus machen“, sagt Daniela Hidalgo zur derzeitigen Schließung. Regelmäßig bekommt sie Anrufe von Stammgästen, die sie wissen lassen, wie sehr sie die Seesauna vermissen. Das sind nicht wenige: 98 000 Besucher kamen 2019 zum Schwitzen und Entspannen. Die Seesauna brummt – und spült Geld in die Kassen der Stadt. Denn die Tegernseer Kur- und Versorgungsbetriebe (TKV), ein Eigenbetrieb der Stadt, sitzen mit monte mare gemeinsam in einem Boot. Die TKV sind mit 20 Prozent Umsatzrendite beteiligt. Von den Umsatzerlösen über gut drei Millionen Euro im Jahr 2018 blieben nach Berücksichtigung aller Zahlen rund 102 000 Euro Überschuss hängen, so die zuletzt veröffentlichten Zahlen der TKV.

Immerhin: Die Besucher erwartet nach der Schließung eine rundum erneuerte Seesauna. Obendrein prüft monte mare, ob die Außengastronomie im Strandbad im Zuge der Lockerungen öffnen kann. Die könnte etwa zu Beginn der Pfingstferien geschehen.

Ersatz-Volksfest: Wirtefamilie zieht Bilanz.

Alle neuen Infos zu Corona lesen Sie hier in unserem Corona-Ticker.

gr

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