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Hier kehrt nun hoffentlich wieder Ruhe ein: Asylbewerberunterkunft in Tegernsee.

Riss Mitbewohner die Kette vom Hals

Nach Festnahme: Senegalese hatte gefälschte Papiere

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Tegernsee - Er pöbelte und randalierte - ein 27-jähriger Senegalese sorgte seit Monaten für Negativschlagzeilen aus der Turnhalle. Doch jetzt erst konnte ihn die Polizei verhaften. 

Aktualisierung, Dienstag, 2. Februar: Seit Montag sitzt der Senegalese Jean S. in Untersuchungshaft. Nun kommt raus, dass er gar nicht so heißt. Bei der Überprüfung des Mannes zeigte sich, dass er mit falschen Papieren im Tegernseer Flüchtlingsheim untergekommen war. „Er war zuvor zwei Jahre mit seinen echten Personalien in Italien“, berichtet Andreas Guske als Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Es handelt sich aber schon um einen Senegalesen, auch das Alter stimmt – aber er war mit falschem Namen unterwegs.

Ursprünglicher Artikel von Montag, 1. Februar:

Jean S. ist wahrlich kein Unbekannter. Regelmäßig randalierte der Senegalese (27) in der Tegernseer Dreifachturnhalle, wo inzwischen gut 200 Asylbewerber untergebracht sind. Nun kam im Zuge von Ermittlungen zu einer anderen Straftat wohl seine jüngste Schandtat ans Licht. Am 8. Januar soll der Senegalese zwei Ketten gewaltsam von Arm und Hals eines jungen Mannes aus Sierra-Leone gerissen haben. Damit glaubt die Staatsanwaltschaft München II, genug Beweise zu haben, um dem Dauer-Krawallmacher eine Straftat anzulasten - nämlich Raub. Ausschlaggebend scheint die Aussage des Opfers zu sein. 

Das ist der 19-Jährige aus Sierra-Leone, der kurz nach dem Kettenraub einen Pflasterstein auf dem Kopf bekommen hat. Diesmal nicht von dem Senegalesen sondern wohl von einem Mann aus Tansania, gegen den bereits wegen versuchten Mordes ermittelt wird. Als die Polizei das Opfer vernahm, kam auch der Raubüberfall ans Licht. Dank der Aussage des Sierra-Leoners konnte Jean S. am Montag in der Turnhalle festgenommen und in die JVA Stadelheim überstellt werden. Laut Landratsamt setzte sich Jean S. der Verhaftung diesmal nicht zur Wehr. Im Herbst hatte er schon mal einem Polizisten in die Hand gebissen. 

Über dessen Verhaftung, freuen sich Helfer, Verantwortliche und wohl auch die Bewohner in der Tegernseer Turnhalle. Jean S. war schon in der Turnhalle von einem extra abgestellten Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes bewacht worden, nachdem er absichtlich sanitäre Einrichtungen in der Unterkunft zerstört und beschädigt hatte. Nach Angaben des Landratsamts reiste Jean S. im November 2013 aus der Schweiz ein, hätte längst auch wieder dorthin abgeschoben werden sollen, wurde dann aber nicht aufgefunden und lebt seit Herbst 2015 in der Tegernseer Turnhalle.

Der Fall sorgte derart für Aufsehen, dass sich auch Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) zu der Verhaftung äußerte: "Dieses Vorgehen hat eine wichtige Symbolwirkung – es zeigt, dass es auch für Asylbewerber keine Sonderregelungen gibt. Sie haben die gleichen Rechte, aber auch die gleichen Pflichten. Rechtsfreie Räume wird es nie geben, Straftaten werden entschieden verfolgt.“

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