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Rollt die nächste Zeit wesentlich länger durchs Abendlicht: BOB.

Wegen Baustelle in Finsterwald und Schäden in Warngau

SEV und kaputte Gleise: So viel Zeit kostet Sie der Ausnahmezustand

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Tegernsee/Holzkirchen - BOB-Pendler und Münchner Ausflügler werden dieser Tage besonders geprüft. Sogar die BOB selbst rät: Lieber mal 20 Minuten mehr einplanen - wenn das mal reicht...

Schuld an den Einschränkungen ist die Baustelle für die neue Haltestelle in Finsterwald - und ein überraschender Befund der für die Gleise zuständigen DB-Netz AG für eine etwa 800 Meter lange Gleisstrecke in Warngau. Die soll nämlich ganz schön im Eimer sein. Für beides kann die Bayerische Oberlandbahn ausnahmsweise herzlich wenig. Die längeren Fahrzeiten sind für das Unternehmen deshalb umso ärgerlicher. Und für die Pendler ist das freilich auch kein Trost.

Strecke Tegernsee-Schaftlach komplett gesperrt

Konkret ist seit Montag die Strecke Tegernsee-Schaftlach komplett gesperrt. Busse fahren ab Tegernsee - das allerdings acht Minuten früher, als die gewohnten Abfahrtszeiten (hier der SEV-Fahrplan der BOB). Denn das ist die Zeit, die die Busse länger brauchen, um nach Schaftlach zu kommen. Soweit so geplant. 

Völlig überraschend allerdings traf auch die BOB die Nachricht über kaputte Gleise Höhe Warngau. Dort kann die BOB seit Donnerstag nur noch 20 km/h fahren - was zu Verspätungen von bis zu zehn Minuten im gesamten Streckennetz führt. Insgesamt also sind Pendler zwischen Holzkirchen und Tegernsee rund 20 Minuten länger unterwegs - sofern alles glatt läuft.

Für Münchner Ausflügler könnten die kommenden Tage zur Geduldsprobe werden

Denn gerade für Ausflügler, die während der Herbstferien, an Allerheiligen und über das kommende Wochenende das tolle Herbstwetter am Tegernsee genießen wollen, könnte der SEV zum Problem werden. Bekanntlich sind an solchen Tagen nicht nur die Züge übervoll - sondern auch die Straßen. Auch am Sonntag standen die Münchner wieder von Tegernsee bis zur Autobahnauffahrt Holzkirchen. Auf derselben Strecke muss seit Montag der SEV bis Schaftlach fahren. Hinzu kommt, dass Radler, die ja sowieso schon kaum einen Platz in den Zügen bekommen, was immer wieder zu chaotischen Zuständen führt, noch weniger Raum für ihre Gefährte in den Bussen haben werden. Stress ist also auch hier vorprogrammiert. 

Spätestens ab Schaftlach könnte unseren Münchner Tagesgästen dann endgültig der Geduldsfaden reißen - dann nämlich, wenn die BOB nur im gefühlten Schritttempo weiterfahren kann. 

Wann's endlich wieder rund läuft... steht in den Sternen

Und so schnell wird sich wenig an dieser Situation ändern. Wenigstens die Sperre wegen der Baustelle in Finsterwald ist absehbar: Ab Sonntag, 13. November, sollte laut BOB wenigstens zwischen Schaftlach und Tegernsee wieder alles wie gewohnt laufen. Doch wann die Arbeiten der DB-Netz in Warngau abgeschlossen sind - oder überhaupt beginnen - steht auf einem ganz anderen Blatt. Die Deutsche Bahn arbeitet noch an einer Antwort auf die Anfrage unserer Zeitung.

Schriftlicher Befehl kostet viel Zeit

Die Bayerische Oberlandbahn steht ebenfalls mit der DB-Netz in Kontakt: "Wir versuchen gerade intensiv auf die DB-Netz einzuwirken", sagt BOB-Pressesprecher Christopher Raabe. Laut Raabe würde es schon viel bringen, wenn die BOB auf einen lästigen formalen Akt verzichten dürfte: Denn auf die Gleisschäden muss jeder Triebfahrzeugführer immer wieder aufs Neue schriftlich durch ein so genanntes "Befehlsschreiben" hingewiesen werden. Heißt: Der Zug hält an, die Streckenleitung übergibt ihm das Blatt, er zeichnet gegen und dann erst geht's weiter. Raabe: "Dabei geht wahnsinnig Zeit flöten." Doch bis dato ist die BOB zu dem schriftlichen Befehl verpflichtet.

So bleibt der BOB und ihren Fahrgästen nur, sich in Geduld zu üben - und auf ereignisreiche Tage an den Bahnhöfen und in den Bussen einzustellen. Auch Raabe selbst bestätigt auf die Nachfrage, ob wir die kommenden Tage grundsätzlich mit 20 Minuten längerer Fahrtzeit rechnen sollten: "Ja, die sollte man einplanen."

kmm

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