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Auf eine Einweisung beim E-Bike verzichten die meisten Kunden, weiß Franz Eiblwieser vom gleichnamigen Radsportgeschäft in Rottach-Egern. Doch es gibt Ausnahmen. Hier demonstriert er die Demontage des Akkus.

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Sie werden immer mehr: Wie gefährlich sind E-Bikes?

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2017 rollen die E-Bikes an: Radeln mit Motor boomt am Tegernsee. Steigt damit auch die Zahl der Unfälle, weil sich so mancher überschätzt, wenn der Motor die Muskeln unterstützt? 

Tegernseer Tal – Es war ein äußerst unglücklicher Sturz, der Rathauschef Christian Köck am letzten Mai-Sonntag widerfuhr. Er verletzte sich schwer am Ellenbogen, musste über vier Stunden operiert werden. „Ich war keinesfalls zu schnell dran“, sagt Köck, dem ein Bremsfehler und ein Riss in der Georg-Hirth-Straße, nahe dem Wallberg-Parkplatz, zum Verhängnis geworden waren.

Radfahren kann doch jeder - oder?

Köck war mit einem E-Bike unterwegs, so wie immer mehr Radfahrer am Tegernsee. Bei Radsport Eiblwieser in Rottach-Egern brummt das Geschäft mit den motorgestützten Fahrrädern. „Der Ansturm war 2016 schon enorm und ist es auch heuer“, sagt Franz Eiblwieser, der das Geschäft in dritter Generation betreibt. Der 38-Jährige verleiht auch E-Bikes, mit denen die Urlauber sich dann auf den Weg machen. „Wir machen zwar eine Einweisung“, sagt Eiblwieser, „doch viele Urlauber sagen dann, sie brauchen keine. Radfahren könne schließlich jeder.“

Dann weist der Ladenbesitzer noch auf die Helmpflicht hin. Und auch hier trifft er immer wieder auf Unvernünftige, „wenngleich die meisten doch beim Kauf eines Rads gleich den Helm mitkaufen“. Glaubt er, dass mit dem E-Bike-Boom die Zahl der Unfälle steigt? Eiblwieser winkt ab: „Urlauber nehmen gerne ein bequemes Touren-E-Bike mit tiefem Einstieg und völlig problemlos. Wer sich für ein E-Mountainbike entscheidet, ist ohnehin meist geübt.“ Und in der Werkstatt könne er auch nicht feststellen, dass da mehr Leute ihr kaputtes Rad abgeben, was ein Hinweis auf einen Sturz sein könnte.

Touristiker profitieren vom Boom

Die Tourist-Info Rottach-Egern profitiert ebenfalls vom E-Bike-Boom. Regelmäßig bietet sie geführte Touren durch die Landschaft am Tegernsee an. Pro Termin, sagt Sandra Kern von der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT), seien fünf bis zehn Teilnehmer angemeldet. Wer kein eigenes Rad mitbringt, muss auf ein Leihrad steigen, das es entweder bei einem Rottacher Fahrradhändler oder bei movelo, dem Partnerbetrieb der TTT und vieler Gästehäuser und Hotels, gibt.

Nach einer kurzen Einweisung geht’s los, Heinz Siefert führt die Gruppe. „Er sieht genau, was er den Teilnehmern konditionell zutrauen kann und was nicht“, sagt Kern. Dementsprechend wählt er die Route aus. Wenn’s gut läuft, geht’s zur Schwarzentenn-Alm hinauf. Ansonsten bleibt er im flachen Gelände. „Der Ausflug ist aber für jedermann fahrbar“, sagt Kern. Und sollte doch etwas passieren, dann habe die Gemeinde Rottach-Egern als Veranstalterin die Haftpflicht.

Unfälle: Kein Anstieg, aber manche überschätzen sich mit dem E-Bike

Ein Blick in die Statistik der Bergwacht Rottach-Egern bringt Klarheit, ob mit dem E-Bike-Boom die Zahl der Unfälle tatsächlich gestiegen ist. Allerdings nur teilweise: „Wir unterscheiden nicht nach E-Bike-Unfällen und Stürzen mit normalen Mountainbikes und sind nur für Einsätze am Berg zuständig“, weiß stellvertretender Bereitschaftsleiter Daniel Merone. Fest steht: 2015 passierten 18 Radunfälle im Einsatzbereich der Rottacher Bergwacht. Weitere acht Unfälle habe es beim damals noch stattfindenden Mountainbike-Festival gegeben. 

2016 war die Zahl identisch: 18 Mal musste die Bergwacht verunglückten Radlern helfen. Für heuer gibt’s noch keine Zahlen. „Die Saison geht ja erst noch los“, sagt Merone. Und beim BRK, zuständig fürs flache Land, gebe es keine detaillierten Zahlen zu Fahrradunfällen, nur eine Gesamt-Statistik der Einsätze, so Kreisgeschäftsführer Robert Kießling.

Bei Eiblwieser erinnert man sich dennoch an eine kuriose Geschichte: Zwei etwa 70 Jahre alte Damen liehen sich zwei E-Bikes aus. Als sie am Abend zurückkamen, waren beide blutverschmiert. Auf dem langen Weg hinunter von der fast schon in Österreich gelegenen Bayr-Alm waren die Urlauberinnen gestürzt. Sie hatten sich offenbar zu viel zugetraut – mit dem E-Bike.

gr

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