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Angekommen: Künstlerin Hilo Fuchs hat sich mit ihren skurrilen Skulpturen und Figuren in Tegernsee niedergelassen. Ihr Atelier soll ein Ort der Begegnung werden.

Skurrile Charaktere mit Ausblick

Künstlerin Hilo Fuchs hat neues Atelier in Tegernsee

Es gibt einen neuen Kunst-Hotspot in Tegernsee: Das Atelier mit Skulpturengarten der Münchner Künstlerin Hilo Fuchs will Begegnungsstätte, Kreativort und Malschule sein.

Tegernsee – Drei Jahre lang hat sich die Künstlerin Hilo Fuchs an den Wochenenden an der Neureuth, oberhalb des Hotels Das Tegernsee, akklimatisiert. Sie hat hier wie in München Figuren aus Keramik, Steingut und Beton sowie Gemälde entstehen lassen und jene humorvollen Illustrationen, die sie „Hilo-Grafien“ nennt – immer in ihrem unverkennbaren Duktus, der in der Farbigkeit ein wenig an Niki di Saint Phalle erinnert, aber vor allem die Fantasie des Betrachters in Gang setzt und ganze Geschichten freilässt.

Gemein ist ihren Arbeiten das Karikaturhafte, Überzeichnete, bisweilen Skurrile. Damit hat sich die gebürtige Münchnerin und gelernte Holzbildhauerin nicht nur in der Landeshauptstadt, wo sie dem Kunstverein OK9 angehört, einen Namen gemacht. Auch in China schenkt man ihren Arbeiten Beachtung. Seit sie vor zehn Jahren bei Arbeitsaufenthalten in Shanghai den Umbruch der Volksrepublik künstlerisch festhielt, inspirierende Künstlerfreundschaften mit chinesischen Kollegen schloss und mit ihrer Kunst in Privatmuseen wie dem in Lanzhou eingeladen wurde, ist sie Teil der chinesischen Kunstszene.

Zu Münchner Zeiten fertigte die Reihe „Dirndl-Kollektion“, mit bayerisch gewandeten weiblichen Charakteren (und einem männlichen) oder auch einfach nur Schuhpaaren, die sie immer wieder neu aufstellte, sodass sie stets neue Geschichten erzählen: Haferlschuhe, die akkurat nebeneinander stehen, künden von etwas anderem als solche, die entspannt nach außen gekippt auf der Seite liegen. 2015 kündigte Fuchs das Ende einer Schaffensperiode mit der Reihe „Urnen“ an, die wie die „rote Designer-Urne“ oder die „Diamonds are my best friends“ ganz eigene Geschichten über ihren Inhalt erzählen. In einer Einzelausstellung in Crailsheim sorgten sie für Gesprächsstoff.

„Das Frauenthema begleitet mich seit Jahren“, bekennt die Künstlerin. Und der außergewöhnlicher Blick darauf, möchte man hinzufügen. In der München-Tegernsee-Übergangsphase fertigte die 48-Jährige ihre Beingruppe – bunte Frauenbeine, die aus der Decke ragen, elegant in der Ecke stehen oder sich in eine Wand bohren. Und bunte Figurinen, die unter dem Titel „Embrace the future“ („Umarme die Zukunft“) Blüten aus dem Tegernseer Garten in den Armen halten auch. Damit hat Hilo Fuchs ihren Einstand bei der Tegernseer Kunstausstellung 2016 gefeiert.

In der Zwischenzeit sei sie voll vom Tegernsee inspiriert, der sich malerisch beeindruckend vor ihrem Atelier ausbreitet. Hier gibt sie auch Malkurse und hat befreundete Künstler zu Gast, etwa den prominenten Zhao Bin und Helmut J. Lawrence. Ihre neue Reihe heißt „Eintauchen, Abtauchen, Auftauchen“. Sie zeigt stets-bebrillte Köpfe, die in Atelier, Wohnhaus und Garten erscheinen, denen weitere Figuren mit Ferngläsern oder anderen Brillen aus dem Kopf wachsen. Man weiß nie, in welchem „Stadium des Tauchens“ sie sich befinden. „So extrem sie sind: Am Ende ist immer Hoffnung. Das ist mir wichtig“, erklärte die Künstlerin ihren vielen Gästen bei der Einweihung des neuen „Kunst(H)Orts“. Der soll künftig eine bewegte Begegnungsstätte der Kunst sein.

Informationen zu Hilo Fuchs’ Arbeiten und Kunst-Workshops gibt es auf ihrer Homepage. Dort ist auch die Anmeldung möglich (ab drei Personen individuelle Termine).

Alexandra Korimorth

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