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Sturm am Tegernsee: Kommt gerne plötzlich und unerwartet.

Was man dann beachten muss

So funktioniert die Sturmwarnung am Tegernsee

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Immer wieder geraten Menschen auf dem Tegernsee in Seenot. Das liegt oft an schnellen Wetterumschwüngen. Sturmwarnungen sollen das verhindern – die gibt es allerdings nur von April bis Oktober.

Tegernsee– Segeln, Kiten, Surfen oder Bootfahren: Solange die Wetterbedingungen stimmen, ist der Tegernsee der perfekte Ort für Wassersportler jedweder Couleur. Gute Bedingungen sind dabei je nach Sportart Definitionssache. Kitesurfer etwa bevorzugen gerade höhere Windgeschwindigkeiten.

Das Wetter im Tal ist indes schwer berechenbar. Immer wieder passiert es, dass Wassersportler von einem plötzlich heraufziehenden Sturm überrascht werden und in Seenot geraten. Oder sie unterschätzen die Kraft starker Föhnwinde. Erst kürzlich passierte das einer Mutter und ihren zwei Kindern, die mit einem Ruderboot auf dem See unterwegs waren und in eine missliche Lage gerieten. Glücklicherweise ging ihr Ausflug gut aus. Und glücklicherweise sind derlei Vorkommnisse auch relativ selten.

Der Sturmwarnmelder bei Gut Kaltenbrunn in Gmund sendet orangefarbene Blinklichter, um die Wassersportler auf Gefahren aufmerksam zu machen.

Aus Sicht von Franz Xaver Weiß, Leiter der Wasserwacht Tegernsee/Rottach-Egern, sei diese Tatsache einerseits dem Sturmwarnsystem zu verdanken. Außerdem, sagt Weiß, würden etwa gewerbliche Bootsverleiher am See auf mögliche Gefahren hinweisen. Zum Beispiel mittels Aufklebern. „Im Großen und Ganzen funktioniert das alles ganz gut.“ Dass es dennoch vereinzelt Zwischenfälle – wie den der besagten Ruderin – gibt, schreibt Weiß den Betroffenen ein Stück weit auch selbst zu. 

Einheimische und erfahrene Wassersportler wüssten um die Situation vor Ort und seien mit dem Warnsystem der Sturmwarnmelder vertraut. 

Lesen Sie auch: Warnleuchten am Seeufer - so funktionieren sie

Der Otto-Normalausflügler hingegen, „der sonst vielleicht auf der Müritz oder der See unterwegs ist, weiß mit den Warnungen vielleicht überhaupt nichts anzufangen“, gibt Weiß zu bedenken. Zumal diese „Binnengewässer-spezifisch“ seien. Er appelliert deshalb an die Eigenverantwortung. „Wenn eine Mutter rausfährt, obwohl von Windgeschwindigkeiten um 120 Kilometer pro Stunde die Rede ist, muss sie halt auch mal um die Ecke denken.“

Dieser Auffassung ist auch die Tegernseer Bauamtsleiterin Bettina Koch. Die Stadt ist für die Sturmwarnung zuständig. Herausgegeben wird diese wiederum vom Deutschen Wetterdienst in München. „Und der gibt bei Gefahr eine Warnung an die Polizei Rosenheim heraus, die die Sturmwarnung dann auslöst“, informiert Koch. 

Vor starkem Wind werde allerdings nur in der Zeit von 1. April bis 31. Oktober und von 7 Uhr morgens bis 22 Uhr gewarnt. „Laut einer Bekanntmachung des Bayerischen Innenministeriums“, sagt Koch. Das sei keine Entscheidung der Stadt. Davon unabhängig bedeute eine Sturmwarnung aber nicht, dass man nicht auf den See dürfe. „Es ist nur eine Warnung. Auf der Autobahn sollte man seine Geschwindigkeit ja auch den Gegebenheiten anpassen.“ Entsprechend, ergänzt Geschäftsleiter Hans Staudacher, verhalte es sich auch mit der Haftung. Wenn jemand durch ein Eigenverschulden in Gefahr gerate, müsse er für einen Rettungseinsatz in der Regel auch selber geradestehen.

ah

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