Rosenstraße Geschäftsleute Tegernsee
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Die Geschäftsleute Barbara Balk und Thomas Müller hoffen auf eine baldige Verbesserung des Zustands der Rosenstraße.

Tegernseer Rosenstraße bleibt Sorgenkind

"Momentan geht hier freiwillig keiner rein"

Tegernsee - Zugeklebte Schaufenster, unattraktive Optik: Der Zustand der Rosenstraße in Tegernsee liegt den Geschäftsleuten schwer im Magen. Doch wie könnte man die Situation verbessern?

„Es ist traurig“, sagt Thomas Müller und seufzt. Der Goldschmiedemeister, ansässig in der Rosenstraße 10, ist mit dem Zustand der Rosenstraße alles andere als glücklich. An Ideen, wie man dieses Stück Tegernsee auf Vordermann bringen könnte, mangelt es dem Geschäftsmann aber nicht. Müller zückt eine Fotomontage. Statt geteerter Straße und Gehwegen ist darauf eine ebene, gepflasterte Rosenstraße zu sehen. „Eine Fußgängerzone ist wohl nicht möglich“, sinniert Müller. Aber eine verkehrsberuhigte Zone, die Fußgänger zum ungestörten Bummel einlädt, würde sich der Goldschmiedemeister schon wünschen. „Alles steht und fällt mit der Optik – momentan geht hier doch freiwillig keiner rein“, meint Müller mit Blick auf den derzeitigen Zustand der Straße.

Pflaster statt Teerstraße: So stellt sich Thomas Müller die Rosentraße vor.

Damit endlich etwas vorwärts geht in der Geschäftswelt Tegernsees, engagiert sich Müller auch im Vorstand der Tegernseer Geschäftsleute, die sich 2013 zu einem Verein zusammengeschlossen haben. Der rührige Geschäftsmann steht nach wie vor zu dieser Idee, vermisst aber das Engagement mancher Kollegen: „Es machen einfach zu wenig mit“, beklagt Müller. Manche Gemeinschafts-Aktionen verlaufen daher im Sande.

 Die mangelnde Solidarität unter den Geschäftsleuten beklagt auch Doris Gollé, Inhaberin der traditionellen Hutmacherei Schätz in der Rosenstraße 16. Gemeinschaftliche Initiative allein könne es aber ohnehin nicht richten, glaubt Gollé: „Wie ein Geschäft läuft, hängt immer von denjenigen ab, die drinstehen.“ Service, Öffnungszeiten und Kundenfreundlichkeit müssten stimmen. Und auch die Hausbesitzer in der Rosenstraße sieht die Geschäftsfrau in der Verantwortung: Die sollten bei der Vergabe ihrer Räumlichkeiten auf die Qualität ihrer Mieter achten. „Manchem Vermieter ist es leider total egal, welche Nachbarn wir Geschäftsleute bekommen.“ Darunter leide dann das komplette Umfeld.

Ähnlich kritisch sieht die Situation Jürgen Kaul, Inhaber des neuen Feinkost-Ladens „Useful Things“ am Fuße der Rosenstraße. „Die obere Hälfte ist noch ganz in Ordnung, aber unterhalb des Marktplatzes ist der Zustand der Straße ganz furchtbar“, findet Kaul. Mit seiner Kritik ist der Geschäftsmann nicht zimperlich: Der hässliche Eisen-Bogen am Eingang zur Straße gehöre entfernt, meint Kaul. Ebenso die „scheußlichen Tontöpfe“ am Straßenrand, die lediglich dazu gut seien, Parkplätze zu vernichten. Vom Zusammenschluss der Geschäftsleute verspricht sich der Ladeninhaber übrigens kaum etwas: Für den Erfolg seines Geschäftes sei jeder Einzelne selbst verantwortlich, meint Kaul, der nach eigenen Worten viel Geld in seinen Laden investiert hat. Trotzdem hat es das schmucke Geschäft schwer, zwischen den teils unattraktiven Fassaden zur Geltung zu kommen.

Dass es nicht allein, sondern nur miteinander geht, glaubt hingegen Barbara Balk, Inhaberin von Tegernseh Optik und ebenfalls Vorstands-Mitglied in der Vereinigung der Tegernseer Geschäftsleute. Um die Kundenfrequenz in der Rosenstraße zu erhöhen, würde sie sich wünschen, dass noch mehr Kollegen bei gemeinsamen Werbeaktionen mitmachen. Jüngstes Beispiel: die Siegerehrung der Windlichtregatta. „Das haben wir schließlich allein durchgezogen – und das ist wirklich gut angekommen“, berichtet Balk. Immerhin rund 200 Leute hätte das Event angelockt. Was die Gestaltung der Geschäftsstraße betrifft, so hofft auch die Optikerin, dass der Tegernseer Stadtrat baldmöglichst mit Verschönerungsmaßnahmen beginnt. „Da kann man ganz viel draus machen“, meint die Geschäftsfrau. Und sie betont: „Ich bin eine überzeugte Rosenstraßlerin.“

Gabi Werner

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