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Forellen, Garnelen, Gemüse und Gewürze: Aus diesen Zutaten zaubert der kreative Hobby-Koch Klaus-Maria Mehr auf die Schnelle ein Menü, das auch den kritischen Kollegen schmeckt.

Unser Winter-Menü des Tages

Für Spontane (und Vergessliche): Zwei-Gänge-Sterne-Menü in einer Stunde

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Ist Ihnen das schon mal passiert? Sie haben Kollegen zum festlichen Adventsdinner eingeladen – und das dann völlig vergessen? Keine Panik. So schaffen Sie ein sternewürdiges Zwei-Gänge-Menü in einer guten Stunde.

„Wir freuen uns schon auf heute Abend“, sagen die Kollegen. Und plötzlich schlägt die Erinnerung mit der Bratpfanne zu: Du hattest zum Essen eingeladen. Nach einer stillen Panikattacke lächle ich souverän und sage: „Ich freue mich auch.“ Um 18 Uhr habe ich Feierabend, um kurz nach sieben wollen meine Gäste kommen.

Der Einkauf

Zum Glück ist mit Mut zur Improvisation in der Küche alles machbar – und zum Glück haben wir eine Fischerei am See. Auf dem Weg zu einem Termin kaufe ich dort drei mittelgroße Forellen und vier Black-Tiger-Garnelen. Zu Hause habe ich für solche Notfälle immer ein bisschen Saisongemüse – und immer genug Olivenöl, Knoblauch, Chili und ein paar Gewürze. Im Supermarkt schnappe ich mir noch Mangold und Petersilie. Klingt nicht nach viel, reicht aber mit drei Geheimzutaten für eine köstliche Vorspeise und einen Fischauflauf. Glauben Sie nicht? Probieren Sie’s aus!

Der Auflauf

Gegen 18.15 Uhr komme ich zu Hause an. Zuerst wasche ich den Fisch, schneide Köpfe und Flossen ab. Die gefallen nicht jedem im Essen, lassen sich aber umso besser für eine Brühe auskochen. Die Garnelen befreie ich so gut es geht von Schale, Darm und Kopf. Die Fischköpfe und -schwänze kommen mit Zitrone, Weißwein, ein paar Nelken, wenig Kümmel (wenn verfügbar), Sellerie und gelber Rübe, einer Zwiebel und etwas Suppenwürze (oder einfach nur Salz und Pfeffer) in einen Topf. Wasser drauf, bis alles abgedeckt ist, und die Platte voll aufdrehen.

Video: So geht das spontane Menü

Forellen-Auflauf à la Chaos-Klaus

In unserem Rezepte-Adventskalender gibt's heute etwas für spontane Köche - oder Chaoten wie unseren Volontär Klaus-Maria Mehr: ein Zwei-Gänge-Menü auf den letzten Drücker: http://bit.ly/1UndkJB

Posted by Tegernseer Zeitung on Montag, 14. Dezember 2015

Den Rest von Sellerie und Karotte schneide ich in feine Pommesstückchen, gebe sie in eine Reine. Dazu kommen ein gewürfelter Apfel, gehackter Knoblauch und Ingwer. Wer’s scharf mag, gibt eine entkernte frische Peperoni hinein, wer’s exotisch mag Curry. Die Forellen ritze ich an den Seiten an, würze sie mit Salz, Pfeffer, italienischen Kräutern (oder Kurkuma für die Exotischen) und der gehackten Petersilie, die ich in die Bäuche schiebe. Dann kommen auch sie in die Auflaufform.

Alle Rezepte unserer Winter-Koch-Serie finden Sie hier

Jetzt die „Geheimzutaten“: Fett und Süße. Ich gebe ein großzügiges Stück Butter dazu und drei Esslöffel Johannisbeergelee von meiner Mutter. Das ist wunderbar säuerlich und fruchtig. Wer’s nicht zu Hause hat: Jede andere Marmelade oder Honig gehen auch. Dann für die Säure eine geviertelte Zitrone beilegen. Damit das Ganze nicht zu trocken wird, gebe ich Weißwein und einen guten Schuss des selbst gemachten Fischfonds hinzu. Jetzt kommt der Trick, damit der Fisch nicht trocken wird: Kartoffel in feine Scheiben hobeln und damit die Reine komplett zudecken. Salz, Pfeffer und großzügig Olivenöl darüber. Bei 230 Grad Ober- und Unterhitze 45 Minuten im Ofen gebacken, bildet sich eine schöne Kartoffelkruste.

Die Beilage

Zugegeben, die Schnippelei frisst Zeit. Der Mangold ist deshalb optional. Wer noch Zeit hat, schneidet ihn in mundgerechte Streifen und kocht ihn im gesiebten Fischfond bissfest. Am Ende mit Salz, Pfeffer und Olivenöl abschmecken.

Die Vorspeise

Bei mir ist es jetzt kurz vor sieben. Die Kollegen kommen gleich. Gut, dass meine Vorspeise nur zehn Minuten dauert. Zucchini mit Sparschäler in Streifen schneiden, in Öl anbraten, würzen, auf vorgewärmten Tellern anrichten. Garnelen heiß mit Öl anbraten, gehackten Knoblauch, Peperoni, Salz und Pfeffer dazugeben. Und rauf auf die Zucchini-Spaghetti. Wer mag, gibt noch Parmesan darüber. Das sieht toll aus.

Und dann, als sich meine kleine Wohnung langsam mit Auflaufduft füllt, meinen Kollegen bei einem Glas Wein das Wasser im Mund zusammenläuft, ist die Panik vom Vormittag nur noch blasse Erinnerung.

Lust bekommen? Dann her mit Ihrem Rezept

Dafür müssen Sie sich nur bei uns melden, per Email direkt an klaus-maria.mehr@tegernseer-zeitung.de oder noch einfacher via Facebook. Wir machen den Rest, rufen an und schicken sogar unseren Fotografen vorbei. Und zack - werden Sie Teil unserer wunderbaren Rezeptserie, die wir diesen Advent mindestens verdoppeln wollen.

kmm

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