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Constantin Prinz von Anhalt, Kandidat der AfD

Wurden Urkunden gefälscht?

Namens-Wirrwarr um den AfD-Prinzen - Staatsanwalt ermittelt

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Die Sache mit Adelstiteln ist kompliziert. Die Weitergabe ist manchmal intransparent. Genau deswegen hat der AfD-Direktkandidat Constantin Leopold Prinz von Anhalt nun Ärger mit der Polizei.

Es ist nicht das erste Mal, dass Prinz von Anhalt wegen seines Namens in der Kritik steht. Diesmal ermittelt die Kriminalpolizei gegen ihn – offenbar wegen des Verdachts der Urkundenfälschung. Und es steht die Frage im Raum, ob auf den Wahlzetteln im Stimmkreis Miesbach/Bad Tölz-Wolfratshausen ein falscher Namenszusatz steht.

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd und die Staatsanwaltschaft München II äußerten sich in den vergangenen Tagen auf Anfrage nicht, gestern Abend gab es dann doch eine Bestätigung: Es wurde Anzeige gegen den Bundestagskandidaten erstattet, die Kripo ermittle. „Eine Bewertung, ob strafrechtlich relevantes Verhalten gegeben ist, obliegt der Staatsanwaltschaft“, teilte Sprecher Andreas Guske mit. Die Übergabe der Ergebnisse stehe unmittelbar bevor. Die Staatsanwaltschaft weiß inzwischen von dem Fall.

Der Fall hat zwei Dimensionen. Einerseits geht es darum, ob Prinz von Anhalt im März eine falsche Geburtsurkunde auf der Internetseite der AfD veröffentlicht hat. Er hatte damit auf einen Bericht unserer Zeitung reagiert, in dem es um Unstimmigkeiten in seinem Lebenslauf ging. „Das ist das Original“, sagt Prinz von Anhalt. „Wer ist denn so blöd, eine Urkunde zu fälschen?“ Er sei mit dem bürgerlichen Namen Michael Hipp geboren worden, habe dann aber in den Adel eingeheiratet und sei zudem von seiner Schwiegermutter adoptiert worden. Anstelle seiner leiblichen Mutter stehe deshalb Prinzessin von Anhalt in der Urkunde. „Ich habe den Namen seit fast 40 Jahren und immer mit offenen Karten gespielt.“

Weder in der Geburtsurkunde noch auf seinem Personalausweis steht allerdings der Namenszusatz „Dessau“, genauso wenig auf seinen Plakaten. Auf dem Wahlzettel hingegen schon. Dort heißt es: „Prinz von Anhalt Dessau, Constantin Leopold“. Der Kandidat sagt, mit dem Namen gebe es überhaupt kein Problem. Den Zusatz könne er führen, nur stehe er eben nicht in amtlichen Dokumenten. So ein Dokument ist der Wahlzettel aber.

Ob ein Fehler vorliegt, ist unklar. Möglicherweise seien die Angaben falsch aus dem Wählerregister übertragen worden, meint Prinz von Anhalt. „Ich erstelle die Zettel ja nicht.“ Der Landeswahlleiter und das zuständige Landratsamt waren gestern nicht mehr erreichbar. Vergangene Woche hatte eine Sprecherin gesagt, man habe die eingereichten Unterlagen überprüft. „Für uns war alles in Ordnung.“

Welche Folgen ein Fehler auf dem Wahlzettel haben kann, zeigte sich im Nachbarwahlkreis Starnberg: Weil auf einer Landesliste im Namen eines Kandidaten der V-Partei³ der Buchstabe „e“ fehlte, mussten 260 000 Stimmzettel neu gedruckt werden.

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