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Auf dieser noch grünen Fläche wird das stattliche Einfamilienhaus gebaut.

Bauausschuss befürwortet „Herrschaftshaus“ an der Schwaighofstraße

Zieht ein Scheich nach Tegernsee?

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Zieht ein Scheich nach Tegernsee? Nicht ausgeschlossen, denn der Bauausschuss befasste sich mit einem Antrag eines gewissen Mohammed Sahoo Al Suwaidi.

Tegernsee – Glaubt man dem Internet, dann könnte es sich tatsächlich um den Generaldirektor der Nawah Energy Company handeln und damit um einen der einflussreichsten Männer der Energieversorgung in den Vereinigten Emiraten. Der sei verantwortlich für den Bau von vier neuen Atomreaktoren in der Region westlich von Abu Dhabi. Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) kann auf Nachfrage nicht bestätigen, dass es sich bei dem Bauwerber tatsächlich um genannten Mann handelt: „Es ist schon länger her, dass der Bauwerber zusammen mit einem Architekten, der nicht von hier stammt, bei uns im Rathaus war.“

Fest steht hingegen, was im Bauausschuss Thema war: Antragsteller Mohammed Sahoo Al Suwaidi will an der Schwaighofstraße in Tegernsee-Süd, unterhalb von Lidl bauen. Und zwar auf einem Grundstück nördlich des städtischen Kinderspielplatzes, das beim letzten Hochwasser komplett unter Wasser stand. Kein Problem, findet der Bauherr. Er möchte für sich und seine große Familie mit fünf oder sechs Kindern, von denen einige bereits Familien haben, ein üppiges Einfamilienhaus bauen. Wie Bauamtsleiterin Bettina Koch erläuterte, habe es in der Vergangenheit mehrere Anträge und genehmigte Voranfragen für das Grundstück gegeben, zuletzt 2016.

Das aktuelle Vorhaben sieht so aus: Gebaut werden soll ein 25 mal 15 Meter großes Einfamilienhaus mit zwei Quergiebeln, mit einem Obergeschoss und ausgebautem Dach. Die Wandhöhe soll bei 7,69 Metern liegen und damit um 80 Zentimeter unter der Höhe der Nachbargebäude, so Koch. Statt üppig großer Fensterflächen, wie derzeit modern, plant der Bauherr viele kleine Fenster, die zudem durch Sprossen unterteilt sind. „Dass es diesmal nicht so große Panoramafenster werden sollen, ist gut so“, fand Bürgermeister Johannes Hagn. „Das wird ja ein richtiges Herrschaftshaus“, meinte Peter Hollerauer (FWG) allerdings beim Blick auf die Pläne. Und tatsächlich ließ die Wohnfläche von 785 Quadratmeter die Mitglieder des Bauausschusses staunen.

Auf Nachfrage von Florian Widmann (CSU) erklärte Koch, dass das Haus im Überschwemmungsgebiet HQ 100 liege, der Bauherr daher auf einen Keller verzichte und die Energieversorgung mit Gas dort Vorschrift sei. Thomas Mandl (SPD konnte sich mit den vielen und zudem versetzt angeordneten Fenstern nicht anfreunden: „Das Haus wirkt nicht harmonisch, sondern unrhythmisch. Das ist nicht mein Fall“, sagte Mandl.

Am Ende segnete der Bauausschuss die Pläne aber einstimmig ab. Allerdings muss ein Mindestabstand zum nördlich gelegenen „Wiesengraben“ von fünf Metern eingehalten werden. Zudem muss der Bauherr noch an den beiden Quergiebeln nachbessern. Auch muss der Abstand zum benachbarten städtischen Grundstück, auf dem sich der Spielplatz befindet, vertraglich geregelt werden.

Hätte die Stadt ein Problem, wenn es sich tatsächlich um den vermuteten Scheich handeln würde? „Wohl kaum“, sagt Hagn.

gr

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